Peking (Godmode-Trader.de) - China hat diese Woche eine große Order von brasilianischen Sojabohnen in Auftrag gegeben. Chinesische Unternehmen haben zwischen 25 und 30 Ladungen Soja aus Brasilien in dieser Woche gekauft, was etwa 1,5 bis 2 Mio. Tonnen entspricht, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die chinesischen Käufer fragten mehr nach, da der Bedarf bis Oktober gedeckt werden müsse.

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China hat vor dem Hintergrund des Handelskonflikts mit Washington den Bezug von US-Sojabohnen gestoppt und sich im Zuge dessen an andere Anbieter in Südamerika gewandt. Während Brasilien bisher noch in der Lage war, den Anforderungen Pekings nachzukommen, schwinden nun zusehends die Lagerbestände. Hinzu kommt, dass die Landwirte in Argentinien ihre Sojaernten zurückhalten, um sich gegen eine Abwertung der Währung abzusichern. Peking droht eine Versorgungslücke!

Mitte 2018 hatte die Volksrepublik Zölle auf US-Waren im Gegenwert von 34 Mrd. US-Dollar in Kraft gesetzt, darunter für viele Agrargüter und eben Sojabohnen, die vor allem zur Ölsaaten- und Futtermittelproduktion verwendet werden. Die Maßnahme war die Reaktion auf zuvor von US-Präsident Trump eingeführte Zölle für bestimmte Importwaren aus China. Bis 2018 waren noch rund 60 Prozent der gesamten US-Agrarausfuhren nach China Sojabohnen. Doch mit Einführung der Zölle ist dieser Handel zum Erliegen gekommen. Infolgedessen stiegen die Käufe Chinas von brasilianischen Sojabohnen im vergangenen Jahr sprunghaft an.

Obwohl die Afrikanische Schweinepest in diesem Jahr die Nachfrage nach Sojamehl beeinträchtigt - China setzt auf weniger Proteine in den Futtermitteln und die Schweinebestände schrumpfen zunehmend - besteht für die Volksrepublik nach wie vor die Gefahr, dass es im vierten Quartal zu einem Angebotsmangel kommt.