Peking (Godmode-Trader.de) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kann einen Erfolg für seinen 315 Milliarden Euro schweren Investitionsplan verbuchen. Auch Chinas Regierung will das Programm mittragen und unterstützen. Bei größeren Projekten zur Verbesserung der EU-Infrastruktur werde China kooperieren, sagte Regierungschef Li Keqiang am Montag am Rande des EU-China-Gipfels in Brüssel, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

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Das EU-Parlament hatte den Weg für den EU-Wachstumsplan in der vergangenen Woche frei gemacht. Junckers Investitionskonzept, das Kernstück seiner wirtschaftspolitischen Agenda, zielt darauf, Pensionsfonds, Versicherungen und andere große Investoren für die Finanzierung von Infrastrukturprojekten im Euroraum zu gewinnen. Die Gelder könnten unter anderem in Projekte in Bereichen wie Verkehr, Energie und Forschung fließen.

Der genaue Beitrag der Chinesen zum Investitionsplan bleibt noch offen, doch laut einem EU-Diplomaten wird er „in die Milliarden“ gehen, berichtete das Handelsblatt bereits Mitte Juni. Banken der Volksrepublik seien vor allem an Telekom- und Technologie-Projekten interessiert. Sollte China tatsächlich in den Fonds einsteigen, würde die Pekinger Führung auch ihren politischen Einfluss in Europa durch finanzielles Engagement erheblich vergrößern. Zu dem Investitionsplan steuern bislang Deutschland, Frankreich, Italien und Polen je acht Milliarden Euro bei. Spanien beteiligt sich mit 1,5 Milliarden Euro.

Die USA dürften dem chinesischen Engagement kritisch gegenüberstehen. Erst kürzlich hatten sich mehrere EU-Länder darunter Deutschland gegen den Widerstand aus Washington an der von China angestoßenen Asiatischen Entwicklungsbank (AIIB) beteiligt.