Peking (Godmode-Trader.de) - Der chinesische Außenminister Wang Yi hat am Sonntag während der Jahrestagung des Volkskongresses vor der Presse in Peking erklärt, dass das Ein-China-Prinzip (Pekings Anspruch auf Taiwan) eine rote Linie darstelle, die nicht überschritten werden dürfe. Es gebe hierbei keinen Raum für Kompromisse, hieß es an die Adresse der USA. China habe allgemein mit „Hegemonie, Überheblichkeit und Schikane" sowie "unverblümter Einmischung" zu kämpfen.

Wang nannte die Politik der Trump-Administration ein „Spiel mit dem Feuer" und er hoffe unter dem neuen Präsidenten Joe Biden gebe es nun eine Abkehr. Trump hatte diplomatische Kontakte mit Taiwan auf höchster Ebene aufgenommen. Washington solle dies wiedereinstellen. Die USA mischten sich „unter dem Vorwand der Demokratie und Menschenrechte absichtlich in innere Angelegenheiten anderer Länder ein".

Wang Yi forderte die USA direkt dazu auf, sich klar von der „gefährlichen Praxis" der alten US-Regierung zu verabschieden. Die Insel sei ein untrennbarer Teil Chinas und müsse „wiedervereinigt“ werden. Während sich das heute demokratische Taiwan längst als unabhängig ansieht, spricht Peking von Separatismus. Mit der Ein-China-Doktrin soll die Insel diplomatisch isoliert werden.

Die USA und China müssten mit ihren Differenzen vorsichtig umgehen, so Wang Yi weiter. Ihre Beziehungen sollten als „gesunder Wettbewerb gestaltet werden - nicht mit Schuldzuweisungen“. China sei offen, eine neue Kooperation zu erkunden, Washington müsse aber „unvernünftige Beschränkungen“ beseitigen.

Die Beziehungen zwischen China und den USA haben sich unter US-Präsident Trumps Amtszeit massiv verschlechtert. Der neue Präsident Biden hat angedeutet, auch weiterhin einen stringenten Kurs gegenüber China verfolgen zu wollen, allerdings weniger im Alleingang wie sein Vorgänger, sondern eher in Zusammenarbeit mit Verbündeten.