Peking (BoerseGo.de) - Die für den Einkauf verantwortlichen Manager der chinesischen Industriefirmen zeichnen im August ein nicht mehr ganz so glattes Bild der Lage. Laut den finalen August-Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe im Reich der Mitte hat sich die Geschäftsstimmung erkennbar verdüstert. Der finale Stand des HSBC PMI Manufacturing bestätigte mit 50,2 Punkten nicht einmal das Ergebnis der Erstschätzung vom 21. August. Der offizielle Einkaufsmanagerindex, welcher gemeinsam von der China Federation of Logistics of Purchasing (CFLP) und den amtlichen Statistikbehörden in Peking veröffentlicht wird, sackte für den Berichtsmonat August zugleich auf 51,1 Zähler ab.

    Vor allem die wichtigen Subkomponenten zur Produktion sowie zu den Neuen Aufträgen schwächeln. Laut der HSBC verzeichneten chinesische Unternehmen im August neben einer geringeren Produktionstätigkeit auch weniger Auftragseingänge. Der von HSBC ermittelte Index untersucht eher die Lage der kleineren und mittleren Betrieben, während der offizielle Indikator sich auf die größeren Staatskonzerne konzentriert.

    Die rückläufige Binnendynamik ist zu einem großen Anteil auf die Entwicklung am Immobilienmarkt zurückzuführen. Der vor allem in Großstädten einsetzende Preisrückgang insbesondere für Wohnimmobilien sorgt für ein schrumpfenden Geschäft. Der bedeutende Anteil des Immobilienmarktes an der Wirtschaftsaktivität zeichnet sich deshalb für den Stimmungsrückgang bei den Einkaufsmanagern verantwortlich.

    Marktbeobachter sehen im aktuellen Umfeld bereits die Notwendigkeit von großen staatlichen Konjunkturhilfen. Für HSBC-Chefvolkswirt Qu Hongbin sind weitere Stimulierungsmaßnahmen dringend geboten. Hongbin sieht für Chinas Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr ansonsten erhebliche Abwärtsrisiken.