Peking (BoerseGo.de) - Die Industrie Chinas stabilisiert sich zusehends. Darauf deuten die zwei wichtigsten Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes im Reich der Mitte hin. So kletterte der offizielle, von der Handelsvereinigung CFLP ermittelte Einkaufsmanagerindex im Juni auf 51,0 von 50,8 Punkten im Mai. Der von der Großbank HSBC und dem Datendienstleister Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für die Privatunternehmen des Landes stieg in der zweiten Veröffentlichung im Juni auf revidiert 50,7 Punkte - zunächst wurden 50,7 Punkte ausgewiesen. Im Mai lag der Wert noch unter der wichtigen Schwelle von 50 Punkten (bei 49,4 Zählern). Indexstände über 50 auf eine Expansion der Wirtschaft hin, unter 50 Punkte weisen hingegen auf ein Schrumpfen hin.

Laut der britischen Großbank HSBC hat der Auftragseingang im Juni den höchsten Wert seit 15 Monaten erreicht. Zudem habe die Industrieproduktion erstmals seit Januar wieder zugelegt. Zugleich würden die Lagerbestände fertiger Güter so schnell abgebaut wie zuletzt im September 2011.

Eine weitere Nachricht dürfte den chinesischen Unternehmen Unterstützung liefern und wohl Signalwirkung entfalten. Denn am heutigen Dienstag tritt das Freihandelsabkommen der Schweiz mit China offiziell in Kraft. Ab den 1. Juli fallen in der Alpenrepublik Zölle für Industrie-Exporte aus dem Reich der Mitte weg. Zugleich beginnt dort der Abbau von Handelsschranken für Schweizer Produkte. „Die Schweiz sei „das erste kontinentaleuropäische Land sowie die erste aus der Reihe der 20 größten Volkswirtschaften der Welt, die ein Freihandelsabkommen von außergewöhnlicher Bedeutung mit China abgeschlossen hat", erklärte Ministerpräsident Li Keqianq bei einem Besuch in Bern. Chinas größeres Ziel ist ein Freihandelsabkommen mit seinem wichtigsten Handelspartner - der Europäischen Union. Verhandlungen darüber liegen aber noch in weiter Ferne.