Peking (Godmode-Trader.de) - Chinas Industrie sendete einen Hoffnungsschimmer. So ist die industrielle Erzeugung im Mai den zweiten Monat in Folge gestiegen. Die Fertigung habe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,1 Prozent zugelegt, teilte das nationale Statistikbüro am Donnerstag in Peking mit. Etwas mehr als von Volkswirten erwartet. Im Vormonat April hatte die Produktion auf Jahressicht um 5,9 Prozent zugenommen, im März waren es noch lediglich 5,6 Prozent.

Auch die heute Morgen aus dem Reich der Mitte veröffentlichten Daten zu den Einzelhandelsumsätzen, die ein Plus von 10,1 Prozent zum Vorjahr beinhaltete, lagen leicht über den Erwartungen. Damit ist zumindest eine weitere Eintrübung der wirtschaftlichen Entwicklung in der Volksrepublik ausgeblieben. „Die gesamtwirtschaftliche Lage könnte sich im dritten Quartal verbessern", sagte der China-Experte der Standard-Chartered-Bank, Ding Shuang. Er verwies auch darauf, dass einige Frühindikatoren auf eine Stabilisierung der konjunkturellen Lage hindeuteten.

In China hat die Wirtschaftsentwicklung zuletzt deutlich an Dynamik eingebüßt. Die Regierung in Peking und die Notenbank des Landes versuchen, den Wirtschaftskreislauf mit gezielten Stimuli in Gang zu bringen, darunter auch einer Lockerung der Geldpolitik. Schon aber bereitet das langsamere Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft einigen EU-Firmen, die in China engagiert sind, Sorgen. Dies ergab die jährliche Umfrage der EU-Handelskammer über das Geschäftsklima in China, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Ihre pessimistischen Erwartungen für Wachstum und Profitabilität veranlassten die Unternehmen, neue Investitionen zurückzustellen und Einsparungen besonders bei der Zahl ihrer Beschäftigten zu planen.