Peking (Godmode-Trader.de) - Am vergangenen Freitag wurden vom National Bureau of Statistics in Peking aktuelle Zahlen zur Preisentwicklung in China für September vorgelegt. Die größte Überraschung bildeten dabei die Produzentenpreise, die erstmals seit fast fünf Jahren wieder einen Anstieg verzeichneten. So kletterten die Preise auf Herstellerebene im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozent. Seit Anfang 2012 waren die Produzentenpreise rückläufig. Analysten hatten die Preisrückgänge vor allem als Folge hoher Überkapazitäten in der chinesischen Industrie gewertet. Die Angebots- und Nachfragesituation der Industrie bessere sich, kommentierte ein ranghoher Mitarbeiter des chinesischen Statistikamts die neuen Daten.

Bei den Verbraucherpreisen wurde aus Peking ein Anstieg um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gemeldet. Das lag deutlich über den Erwartungen von Analysten, die eine Rate von 1,6 Prozent erwartet hatten. Im August hatte die Inflation mit 1,3 Prozent deutlich niedriger gelegen. Das unerwartete Anziehen der Inflation im September ist vor allem auf die stark angezogenen Nahrungsmittelpreise zurückzuführen. Diese legten im Berichtsmonat um 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat zu.

Mit Blick auf die Produzentenpreise fällt die Subkomponente „Mining“ positiv auf, die mit 2,1 Prozent, nach einem Rückgang um 3,2 Prozent im Vormonat, deutlich anzog. Laut den Statistikern ist die Teuerung aber auf die gestiegenen Rohstoffpreise zurückzuführen. Insofern dürfte das Theme „Überkapzitäten“ in der Industrie noch nicht vom Tisch sein. „Die Old Economy im Reich der Mitte habe noch einen langen und steinigen Weg vor sich, kommentierte die NordLB. Immerhin könnten die Preisanstiege hoch verschuldeten chinesischen Unternehmen über steigende Erträge eine willkommene Entlastung geben.