• WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 67,635 $/Barrel

Zürich (GodmodeTrader.de) - Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt (die sich laut einiger Kennzahlen bald zur größten Volkswirtschaft entwickeln dürfte) hat der Aufschwung Chinas Auswirkungen auf viele Sektoren, vor allem jedoch auf die Rohstoffpreise. Das rasante Wachstum, der hohe Energieverbrauch je Einheit des BIP und die rapide Urbanisierung haben die Energie- und Industriemetallpreise gut unterstützt, wie Larry Hatheway, Group Head of GAM Investment Solutions und Chefökonom, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Deshalb habe die veränderte Einschätzung des chinesischen Wachstums eine erhöhte Volatilität dieser Rohstoffe zur Folge gehabt. Die chinesische Nachfrage nach Rohstoffen habe wiederum die sogenannten Rohstoffwährungen wie den australischen Dollar, den Neuseeland-Dollar oder den chilenischen Peso gestärkt, heißt es weiter.

„In den Jahren unmittelbar nach der globalen Finanzkrise nahm der Beitrag Chinas zum globalen BIP-Wachstum erheblich zu. Damit wurde China zu einem wichtigen Barometer für Risikobereitschaft oder Risikoaversion, beispielsweise im Sommer 2015 oder im ersten Quartal 2016“, so Hatheway.

Anfang der 2000er Jahre sei China aufgrund seines hohen Leistungsbilanzüberschusses gezwungen gewesen, dem Rest der Welt massiv Geld zu leihen – damals hauptsächlich in Form der Ansammlung von Devisenreserven mit einem überproportionalen Anteil an US-Treasuries. Die daraus resultierende „globale Sparflut“ habe zur Folge gehabt, dass die Zinssätze in den USA und anderen Ländern über den Niveaus verharrt hätten, die für eine Marktbereinigung nötig gewesen wären, heißt es weiter.

„Dies trug wiederum zu den Exzessen an den Immobilienmärkten in den USA und Europa bei, die in der globalen Finanzkrise gipfelten. Heute ist der chinesische Außenhandelsüberschuss zwar erheblich geringer, doch die Anleger verfolgen angespannt alle Meldungen über eine mögliche Verlagerung der chinesischen Rücklagen. In der letzten Zeit lag der Schwerpunkt auf ausländischen Direktinvestitionen einschließlich Private-Equity-Investitionen in Industrieländern“, so Hatheway.

Während China die Beschränkungen für seine Kapitalbilanz reduziert habe, hätten sich Anlagechancen für ausländische Anleger eröffnet. Im Vergleich zur Größe der Wirtschaft sei das Chancenspektrum aber immer noch relativ klein. Viele Anleger zögen es außerdem vor, über Rohstoffe oder Zweitnotierungen wie ADRs (American Depositary Receipts) auf China zu setzen, heißt es abschließend.