Peking (Godmode-Trader.de) - Das chinesische Statistikamt veröffentlichte heute kombinierte Aktivitäts- und Ausgabedaten für die ersten beiden Monate des Jahres. Damit sollen Verzerrungen durch den weitgehenden Stillstand der Wirtschaft zum Neujahresfest, das meist im Februar stattfindet, gemindert werden. Die Zahlen fielen insgesamt enttäuschend aus.

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Nach einer Beschleunigung auf 5,7 Prozent im Dezember fiel das Wachstum der industriellen Wertschöpfung im Januar und Februar auf ein Neun-Jahres-Tief von 5,3 Prozent. Von Bloomberg befragte Analysten hatten ein Wachstum von 5,6 Prozent erwartet.

Die Einzelhandelsumsätze legten um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Das Wachstum lag damit nahe eines 15-Jahres-Tiefs. Im Dezember waren die Erlöse noch um 9,0 Prozent gestiegen. Insbesondere schien das Wachstum der Automobilverkäufe trotz einer teilweisen Erholung nach wie vor besonders schwach zu sein. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich deutlich von 4,9 auf 5,3 Prozent. Das ist der höchste Stand seit zwei Jahren.

Auf den ersten Blick waren die Daten zu den Anlageinvestitionen, die in den ersten beiden Monaten des Jahres um 6,1 Prozent expandierten (nach 5,9 % im Dezember ein Lichtblick. Die höheren Ausgaben der Unternehmen wurden durch verstärkte Immobilieninvestitionen getrieben, die eine Verlangsamung der Produktions- und Infrastrukturinvestitionen ausgleichen konnten. Die Daten zu den Immobilieninvestitionen werden jedoch oft durch die Grunderwerbskosten verzerrt. Und die zuverlässigeren Daten zur Immobilientätigkeit waren eher verhalten: die Immobilienverkäufe gingen zurück, und auch das Flächenwachstum verlangsamte sich.

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft schwächt sich schon seit längerem ab. Die jüngsten Daten werden bestenfalls die Befürchtungen über eine ausgeprägt kräftige Verlangsamung zerstreuen. Der kurzfristige Ausblick ist jedoch nach wie vor düster. Insbesondere der Rückzug der Wohnungsbaubeginne bestätigt frühere Anzeichen dafür, dass eine Verlangsamung des Immobilienbaus das Wachstum in den kommenden Monaten belasten dürfte. Der Rückgang der Infrastrukturinvestitionen deutet darauf hin, dass die Lockerung der Fiskalpolitik noch keine Früchte trägt.