• Deutsche Industrie befürchtet Belastungen durch US-Strafzölle
  • Coca-Cola mit Gewinnsprung
  • Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamt sich deutlich
  • Leistungsbilanz der Eurozone mit höherem Überschuss
  • US-Strafzölle für EU in Kraft
  • EU-Staaten billigen Brexit-Deal
  • Japan: Deflation lässt grüßen
  • Danone senkt Umsatzprognose für 2019
  • Osram: Spekulation über neue AMS-Offerte
  • Munich Re will Gewinnziele toppen
  • Gewinnwarnung bei Renault
  • Führungswechsel bei Ceconomy

DAX

  • Angesichts schwacher Wachstumsdaten aus China und wegen der Unsicherheit vor einer entscheidenden Brexit-Abstimmung im britischen Parlament hat sich der deutsche Aktienmarkt etwas schwächer ins Wochenende verabschiedet. Der DAX sank um 0,17 Prozent auf 12.633,60 Punkte. Auf Wochensicht verbleibt ein Plus von rund einem Prozent. Die Anleger warten auf die Abstimmung der britischen Parlamentarier im Unterhaus am morgigen Samstag über den von den EU-Staats- und Regierungschefs bereits gebilligten Brexit-Deal. Da der britische Premierminister Johnson über keine eigene Mehrheit im Parlament verfügt, ist er auf Stimmen der Opposition angewiesen. Eine Zustimmung des Parlaments ist alles andere als sicher. Sowohl die oppositionelle Labour, aber vor allem die mitregierende nordirische DUP lehnen den Vertrag ab. Die Gefahr eines Chaos-Brexits in zwei Wochen ist aus Sicht des luxemburgischen Ministerpräsidenten Bettel also noch nicht gebannt. “Wenn wir uns anhören, was von Politikern in Großbritannien gesagt wird, dann hoffe ich wirklich, dass wir nicht am Ende des Monats im Szenario eines ungeregelten Brexits sind“, sagte Bettel am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Kommissionspräsident Juncker hat klargestellt, dass es bei einer Ablehnung keine weitere Verlängerung gibt. Dann käme es Ende des Monats zu einem Austritt ohne Abkommen. Die erneute Unsicherheit lässt die Marktteilnehmer entsprechend vorsichtig agieren. Hinzu kamen schwache Wirtschaftsdaten aus China. Die Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahresquartal lag im dritten Quartal nur noch bei 6,0 Prozent, womit der niedrigste Stand seit fast drei Jahrzehnten erreicht wurde.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der österreichische Sensorspezialist ams hat ein neues Übernahmeangebot für Osram vorgelegt. ams bietet 41 Euro je Osram-Aktie. Weil ein früheres Übernahmeangebot an einer Annahmeschwelle von 62,5 Prozent gescheitert war, wird diese nun auf 55 Prozent festgesetzt. Die Finanzinvestoren Advent und Bain Capital planen unterdessen vorerst kein weiteres Übernahmeangebot für Osram und haben ihre Due Diligence-Prüfung beendet. Man sehe "derzeit keinen erfolgversprechenden Weg, ein Angebot zu unterbreiten", teilten Advent und Bain mit. Durch den bisherigen Übernahmekampf hält ams inzwischen 19,99 Prozent der Osram-Aktien und ist damit nur noch wenig von einer Sperrminorität (mehr als 25 Prozent der Aktien) entfernt.
  • Der Zahlungsdienstleister Wirecard startet ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 200 Millionen Euro. Das Aktienrückkaufprogramm soll in den kommenden Tagen beginnen und zwölf Monate dauern, heißt es.
  • Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat ihren für Sonntagmorgen geplanten Warnstreik bei der Lufthansa abgesagt. "Der Streikaufruf für die vier weiteren Flugbetriebe des Konzern bleibt hingegen bestehen", sagte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
  • Der Elektronikhändler Ceconomy und seine Tochterunternehmen Media Markt und Saturn kommt vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft nicht zur Ruhe. Nach nur sieben Monaten an der Spitze des Handelsriesen musste Vorstandschef Jörn Werner am Donnerstagabend abtreten. In einer außerordentlichen Sitzung berief der Ceconomy-Aufsichtsrat an seiner Stelle den Aufsichtsrat Bernhard Düttmann zum vorläufigen neuen Konzernchef für die nächsten zwölf Monate. Als Grund für die Trennung von Werner wurden unterschiedliche Auffassungen über die Führung des Unternehmens genannt.
  • Der US-Getränkekonzern Coca-Cola hat im dritten Quartal kräftige Geschäftszuwächse erzielt. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 9,5 Mrd. Dollar, der Nettogewinn legte gar um 38 Prozent auf 2,6 Mrd. Dollar zu. Coca-Cola profitiert weiter von der hohen Nachfrage zu weniger zuckerhaltigen Getränken.
  • American Express hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient. Der Überschuss erhöhte sich um 6 % auf 1,8 Mrd. Dollar. Die Erlöse stiegen um 8 % auf 11 Mrd. Dollar. Der Quartalsbericht fiel besser als erwartet aus.
  • Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson und seine Tochter Ethicon haben einen Streit um die mutmaßlich irreführende Vermarktung transvaginaler chirurgischer Netze (Meshes) gegen Zahlung von 117 Mio. Dollar beigelegt.
  • Der Ölfeldausrüster Schlumberger ist im dritten Quartal wegen milliardenschwerer Abschreibungen unter die Räder gerate. Bereinigt um Wertkorrekturen bei materiellen und immateriellen Vermögenswerten von 12,7 Mrd. Dollar vor Steuern übertraf Schlumberger die Gewinnerwartungen der Analysten.
  • Der US-Pharmakonzern Merck steht vor einer europäischen Zulassung weiterer Behandlungsmöglichkeiten mit seinem Krebsmedikament Keytruda. So hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung zwei weiterer Behandlungsschemata für das Medikament zur Erstlinientherapie bei metastasierendem oder inoperablem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich empfohlen.
  • Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat die Entscheidung des Unternehmens, Politikern Werbeanzeigen mit irreführenden Inhalten zu erlauben, gegen Kritik verteidigt. „Ich denke nicht, dass die meisten Menschen in einer Welt leben wollen, in der man nur Dinge veröffentlichen kann, von denen Tech-Unternehmen glauben, dass sie zu 100 Prozent stimmen", sagte Zuckerberg. „Wir denken, dass die Leute die Möglichkeit bekommen müssen, zu sehen, was Politiker sagen.“
  • Laut der Studie „Best Global Brands“ von Interbrand ist die Marke Apple 234 Mrd. Dollar wert. Google mit knapp 170, Amazon mit 125 und Microsoft mit knapp 110 Mrd. Dollar folgen mit einigem Abstand. Amazon und Microsoft holen dabei auf: Während der Wert von Apple und Google um weniger als 10 % wächst, legt Microsoft im Vergleich zum Vorjahr um ein Sechstel zu. Amazon gewinnt sogar ein Viertel.
  • Die Affäre um den Kurz- und Mittelstreckenjet 737 Max lähmt Boeing. Wann der Flieger wieder abheben darf, bleibt ungewiss. Die bisherigen Gesamtkosten der Krise werden auf 8 Mrd. Dollar geschätzt. Für das dritte Quartal erwarten Branchenexperten zusätzliche Belastungen.
  • Der staatliche saudische Ölkonzern Saudi Aramco will seinen Börsengang laut Insidern verschieben. Das Unternehmen wolle zunächst seine Quartalszahlen vorstellen, es gebe keinen neuen Termin für den Sprung auf das Handelsparkett. Die "Financial Times" hatte berichtet, dass sich die Neuemission um einige Wochen verzögern könnte.
  • Die Munich Re geht davon aus, im Gesamtjahr 2019 ihr avisiertes Konzernergebnis von 2,5 Mrd. Euro zu übertreffen. Grund dafür seien neben einer guten operativen Entwicklung auch hohe Währungsgewinne und ein sehr gutes Kapitalanlageergebnis, teilte das DAX-Unternehmen am Freitag mit. Trotz hoher Großschäden erzielte die Munich Re im dritten Quartal nach vorläufigen Berechnungen einen Gewinn von rund 850 Mio. Euro. Dies wären rund 75 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Volkswagen hat im September konzernweit wegen deutlich mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat verkauft. Das 12-Marken-Unternehmen lieferte 904.200 Pkw aus. Das sind 9,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im September 2018 hatte die Einführung des Abgas- und Verbrauchstest WLTP zu Verzögerungen geführt.
  • Die Deutsche Bank will ihr Zertifikatgeschäft verkaufen und kommt dabei laut einem Medienbericht voran. Gute Chancen für den Zuschlag habe der französische Wettbewerber BNP Paribas, schrieb die "Börsen-Zeitung" am Freitag. Die Pariser Großbank hat bereits vor ein paar Wochen das Geschäft mit Hedgefonds der Deutschen Bank geschluckt. Konkret geht es um das unter der Marke "X-Markets" laufende Geschäft mit Zertifikaten und Optionsscheinen, das sich vor allem an Privatanleger richtet.
  • Der französische Autobauer Renault hat seine Umsatz- und Gewinnziele gesenkt. 2019 dürften die Erlöse voraussichtlich um 3 bis 4 Prozent zurückgehen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Zuletzt war Renault noch von einem Wachstum auf dem Niveau des Vorjahres ausgegangen. Zudem sollen nur noch etwa 5 statt 6 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn herauskommen. Im dritten Quartal sank Renaults Umsatz den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 1,6 Prozent auf 11,3 Mrd. Euro.
  • Der Aufsichtsrat des österreichischen Sensorspezialisten AMS will nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg am heutigen Freitag ein mögliches neues Gebot für den Lichtkonzern Osram vorlegen. Bloomberg beruft sich auf mit der Sache vertraute Personen. Nachdem das erste Übernahmeagebot von 41 Euro je Aktie an der Mindestannahmeschwelle von 62,5 Prozent gescheitert war, wäre nun eine Senkung der Schwelle denkbar.
  • Der französische Nahrungsmittelkonzern Danone hat seine Umsatzprognose für dieses Jahr gesenkt. Danone rechnet nach eigenen Angaben nur noch mit einem Wachstum auf vergleichbarer Basis von 2,5 bis 3 Prozent. Bisher hatte der Konzern ein Wachstum von 3 Prozent erwartet. Die bereinigte operative Marge sieht Danone weiter über 15 Prozent. Lesen Sie bitte auch: DANONE - Ausblick wird gesenkt.

Konjunktur & Politik

  • Die deutsche Industrie befürchtet wirtschaftlichen Schaden durch die am Freitag in Kraft getretenen Strafzölle der USA auf Waren aus der Europäischen Union. „Die USA werden für die deutsche Wirtschaft zum Hochzollland", erklärte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). „Die heutige Zolleskalation in Milliardenhöhe stellt deutsche Unternehmen in ihrem wichtigsten Absatzmarkt vor große Herausforderungen." Es sei unverständlich, dass die USA seit Monaten nicht auf das Angebot der EU eingegangen seien, den jahrzehntelangen Streit um staatliche Flugzeugsubventionen für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing einvernehmlich zu lösen.
  • Der Handelsstreit schadet nach Einschätzung der Bundesbank der Weltwirtschaft immer mehr. Die dämpfenden Effekte hätten sich zuletzt noch verstärkt, sagte Notenbankchef Jens Weidmann am Freitag bei der IWF-Tagung in Washington laut Reuters. Die bereits in Kraft getretenen und angekündigten Sonderzölle zwischen den USA und China könnten das Wachstum der beiden größten Volkswirtschaften der Welt mittelfristig um jeweils einen dreiviertel Punkt drücken.
  • Mick Mulvaney, Stabschef des US-Präsidenten Donald Trump, gab auf einer Pressekonferenz zu, dass die US-Regierung eine vom Kongress beschlossene Auszahlung von Militärhilfen für die Ukraine zeitweise gezielt zurückgehalten habe, und zwar auch mit Blick auf angebliche Vorkommnisse im Umfeld der Präsidentschaftswahl 2016.
  • Die USA haben sich mit der Türkei auf eine fünftägige Waffenruhe verständigt. In dieser Zeit sollen kurdische Milizen das umkämpfte Gebiet verlassen. Allerdings gibt es unterschiedliche Auffassungen über den regionalen Geltungsbereich der Waffenruhe. In Nordsyrien wurde ungeachtet der Waffenruhe weiter gekämpft.
  • Im Kabinett von US-Präsident Donald Trump gibt es einen weiteren Abgang: Energieminister Rick Perry will zum Jahresende von seinem Posten zurücktreten. Das kündigte Präsident Trump am Donnerstag an. Er sagte, ein Nachfolger werde bald benannt.
  • Die Leistungsbilanz des Euroraums wies im August nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Überschuss von rund 27 Mrd. Euro auf. Im Vormonat hatte er noch bei 22 Mrd. Euro gelegen. Während der Überschuss der Handelsbilanz konstant blieb, stiegen die Überschüsse der Dienstleistungsbilanz und der Primären Einkommensbilanz an.
  • Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich ist im vergangenen Quartal auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen. Das Bruttoinlandsprodukt legte nur noch um 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, teilte das Statistikamt in Peking mit. Im ersten Quartal waren noch 6,4 und im zweiten 6,2 Prozent erreicht worden.
  • Die USA haben Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf zahlreiche Produkte aus der EU aufgelegt. Betroffen sind u. a. Wein aus Deutschland und Frankreich. Beim Import von Flugzeugen wird eine zusätzlich Abgabe von 10 Prozent fällig. Die USA hatten die Zölle als Reaktion auf rechtswidrige Subventionen gegen den Flugzeugbauer Airbus Anfang des Monats angekündigt. Die EU-Kommission will als Reaktion auf neue Strafzölle der USA Gegenmaßnahmen ergreifen. Konkrete Beschlüsse gab es dazu am Freitag noch nicht. „Wir bedauern, dass die Vereinigten Staaten sich dazu entschieden haben, mit Zöllen voranzuschreiten", sagte EU-Handelskommissarin Cecila Malmström in einer Stellungnahme am Freitag in Brüssel. „Dieser Schritt lässt uns keine andere Wahl, als zu gegebener Zeit unsere eigenen Zölle im Fall Boeing durchzusetzen, in dem ein Verstoß der USA gegen WTO-Regeln festgestellt wurde", fügte sie hinzu.
  • Die 27 bleibenden EU-Staaten haben das neue Brexit-Abkommen mit Großbritannien gebilligt und Unterstützung für ein pünktliches Inkrafttreten für den 1. November angekündigt. Unklar bleibt, ob der britische Premier Boris Johnson für den Deal im britischen Unterhaus eine Mehrheit bekommt. Die Einigung bei den Brexit-Verhandlungen ist aus Sicht von ifo-Präsident Clemens Fuest ein sehr positives und wichtiges Signal, aber noch kein Durchbruch. „Wenn es zu einem Abkommen kommt, wird sich der wirtschaftliche und politische Schaden des Brexit in Grenzen halten. Der jetzt vorliegende Plan, Grenzkontrollen in Nordirland zu vermeiden und mittelfristig ein tiefes Freihandelsabkommen ohne Zölle anzustreben, wäre für alle Beteiligten eine gute Perspektive“, erklärt Fuest. „Die Zustimmung des britischen Parlaments ist allerdings alles andere als sicher.“
  • Im September fiel die Inflation in Japan nach Regierungsdaten auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Die von der Bank of Japan besonders stark beobachtete Kernrate der Verbraucherpreise lag gegenüber dem Vorjahresmonat bei 0,3 Prozent. Im August war der Index noch um 0,5 Prozent gestiegen.
  • EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström misst der jüngsten Teileinigung im Handelskonflikt zwischen China und den USA keine große Bedeutung bei. „Es ist immer gut, die Wogen etwas zu glätten", sagte sie dem Handelsblatt. „Aber die Vereinbarung löst keine großen Probleme."

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