Was musste man sich in den vergangenen Jahren nicht alles anhören, wenn man beharrlich darauf bestanden hatte, dass Gold und die Edelmetalle für viele Jahre zu den besten Anlagen überhaupt zählen würden. Mit dem Ausbruch des Goldpreises über den Betonwiderstand bei 1.380 US-Dollar je Feinunze wurde jüngst ein wichtiger Baustein dieser Prognose erfüllt. Der Weg nach oben ist für das Gold jetzt frei.

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Doch auch auf fundamentaler Ebene wird der Schleier weiter gelüftet: Ein wichtiger Meilenstein ist der in dieser Woche bekannt gewordene Plan der EU-Staats- und Regierungschefs, Christine Lagarde als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) zu installieren. Denn damit wird die nächste Geldflut sozusagen amtlich besiegelt…

Die "ultralockere" Lagarde beerbt Mario Draghi…

Mit der vor wenigen Tagen bekannt gewordenen Ernennung der "ultralockeren" Christine Lagarde zur Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) wird ein weiterer Mosaikstein unserer langfristigen Prognosen bestätigt: Unser ungedecktes Schuldgeldsystem nähert sich dem großen Finale. An dessen Ende steht die Zerrüttung der Finanzordnung. Welt-Online stellt dazu schon in der Überschrift sehr treffend fest: "Die Party geht weiter – bis es knallt"

Im folgenden Beitrag erläutert Focus-Online, warum die Personalie für Sparer keine gute Nachricht ist. Kurz zusammengefasst: Christine Lagarde, bislang Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), wird die Geldschleusen im Bedarfsfall noch sehr viel weiter aufreißen als bislang gesehen - und die Menschen auf diese Weise über die Inflation enteignen.

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Christine Lagarde übernimmt die Führung der Europäischen Zentralbank... (Foto: Wikipedia)

„Gut“ ist das auch weiterhin für die Aktienmärkte, „sehr gut“ für Gold und die Edelmetalle. Denn beide Anlagesegmente dürften von einer Fortsetzung der Politik des billigen Geldes überproportional profitieren…

Doch auch auf einigen „Nebenkriegsschauplätzen“ wird sich im Zuge der Ernennung von Christine Lagarde zur EZB-Präsidentin Entscheidendes tun: Eurobonds und die Vergemeinschaftung der Schulden der europäischen Staaten werden unter Lagardes Führung nur noch eine Formsache sein. Auf Kosten der Steuerzahler versteht sich.

Doch das ist noch längst nicht das Ende der Geschichte:

Welche Taschenspielertricks im Zusammenhang mit dem Bargeld und Negativzinsen künftig zu erwarten sind, das hat mein Kollege Oliver Baron schon zu Jahresbeginn im folgenden lesenswerten Beitrag zusammengefasst. Zitat:

„Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben sich deshalb nun in einer Studie Gedanken gemacht, wie eine "Flucht ins Bargeld" wirkungsvoll unterbunden werden kann, wenn die Zinsen tief in den negativen Bereich gesenkt werden. Ein eher einfacher Weg, über den auch bisher schon debattiert wurde, wäre die Abschaffung von Bargeld. Gibt es kein Bargeld mehr, können die Sparer ihr Geld auch nicht mehr abheben und somit auch nicht den Negativzinsen entziehen. Da allerdings in vielen Ländern noch immer ein hoher Anteil aller Transaktionen bar abgewickelt wird, wäre das aktuell kaum praktikabel. Auch in hochentwickelten Volkswirtschaften gibt es zudem Menschen, die über gar kein Bankkonto verfügen. Diese Menschen könnten in einem System ohne Bargeld weder Geld in Empfang nehmen noch ausgeben.

Die IWF-Ökonomen schlagen deshalb einen anderen Weg vor, um die "Flucht ins Bargeld" zu verhindern und stark negative Zinsen möglich zu machen: Wenn Geld auf dem Bankkonto mit negativen Zinsen belegt wird, dann muss eben auch das Bargeld mit einem negativen Zins belegt werden! Denn dann macht es keinen Unterschied mehr, ob der Sparer sein Geld auf dem Konto lässt oder Bargeld hortet: Beraubt wird er so oder so!

Bargeld mit einem negativen Zins zu belegen funktioniert nur durch einen Trick: Die IWF-Ökonomen schlagen vor, aus Bargeld und elektronischen Geld zwei separate Währungen zu machen, die einen variablen Wechselkurs zueinander haben. In Zeiten negativer Zinsen würde das Bargeld kontinuierlich gegenüber dem E-Geld abwerten, um so auf indirektem Weg auch das Bargeld mit einem negativen Zins zu belegen!

Zusammengefasst kann man festalten, dass nach den Vorstellungen des IWF, dessen Chefin bislang noch Christine Lagarde heißt, negative Zinsen künftig auch Bargeld entwerten werden.

Und was passiert anschließend? Auch zu dieser Frage finden sich interessante Lösungsvorschläge der künftigen EZB-Präsidentin.

Unter dem Titel „Winds of Change“ hatte Christine Lagarde am 14. November 2018 auf dem Singapore Fintech Festival ausgeführt, wohin die Reise langfristig führen soll:

Nach Lagardes Vorstellungen werden die Zentralbanken mit der Ausgabe von eigenem Kryptogeld alle „Unannehmlichkeiten“ der heutigen Geldordnung kurzerhand beseitigen. Da ein solcher Schritt nach Ansicht einer der einflussreichsten Zentralbankbürokratinnen der Zukunft nur Vorteile hat, kann man sich schon heute an fünf Fingern abzählen, dass diese Pläne haarklein umgesetzt werden.

Der gläserne Bürger ist damit ebenso garantiert, wie die Abschaffung des Bargeldes und der Abbau von Freiheitsrechten…

Unnötig zu erwähnen, dass privat organisierte Kryptowährungen, wie Bitcoin und Co. in einem solchen Umfeld in sehr schweres Fahrwasser geraten werden. Völlig anders verhält es sich dagegen mit physischem Gold und Silber, das sorgsam in der Privatschatulle aufbewahrt wird:

Mit der Zeit dürfte immer mehr Menschen klar werden, dass die Edelmetalle auch künftig den ultimativen Schutz gegen die Hirngespinste durchgeknallter Geldakrobaten bilden werden…

Denken Sie daher auch an unsere Empfehlung der Vorwoche, und sitzen Sie die zu erwartenden Jahrhundert-Gewinne bei den Minenaktien einfach aus.

In der kommenden Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs werden wir den Sektor vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse noch einmal eingehend unter die Lupe nehmen…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.