Google hat erstmals die Umsatzzahlen seiner Cloud-Sparte veröffentlicht und dabei deutliches Wachstum zutage befördert. Der Umsatz des Geschäftsbereichs betrug im vergangenen Jahr insgesamt 8,9 Mrd. Dollar, wobei allein 2,6 Mrd. Dollar im vierten Quartal 2019 angefallen sind. Im Vorjahres-Schlussquartal waren es noch 1,7 Mrd. Dollar, woraus sich ein Umsatzanstieg von 53 Prozent errechnet. Stark, aber mit der Konkurrenz kann Google damit nicht mithalten. Der unbestrittene Marktführer ist und bleibt Amazon mit seinen Amazon Web Services. Die Cloud-Sparte des Online-Giganten setzte allein im vierten Quartal 2019 satte 9,9 Mrd. Dollar um – 40 Prozent mehr um als im Vorjahr. Auch der Softwarespezialist Microsoft und der chinesische Internetkonzern Alibaba sind wichtige Player in dem Markt.

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Zusammen erwirtschafteten die drei größten Unternehmen der Branche 2019 im Cloud-Geschäft 60 Mrd. Dollar. „Selbst optimistische Analysten wurden von diesem Ergebnis überrascht“, meint Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. „Insgesamt bleiben die Treiber der Branche stark“. Der Anteil an großen Unternehmen, die ihre IT bereits auf Cloud-Anwendungen umgestellt haben, wird auf unter zehn Prozent geschätzt. „Dass das Thema auf der Agenda vieler Unternehmenslenker oben steht, bestätigen zudem die großen Chiphersteller, die während der Berichtssaison hohe Auftragseingänge für Cloud-Server-Chips vermeldet haben“, so Stephan.

Cloud Computing hat große Vorteile. Zum Beispiel können kleine Unternehmen, die nur über begrenzte Kapazitäten verfügen, sich über die „Wolke“ Rechenleistung für bestimmte Projekte oder Zeiträume beschaffen. Somit ist außer den Endgeräten und der Netzwerkanbindung keine eigene Infrastruktur notwendig. Dadurch ergeben sich auch auf der Personalseite Einsparungen. Entsprechend räumen Experten Cloud-Computing-Anwendungen auch weiterhin riesiges Potenzial ein. In einer zunehmend digital und vernetzt agierenden Welt wächst der globale Cloud Computing-Markt beinahe exponentiell. Prognosen der Experten von Adroit Market Research zufolge wird er bis 2025 rund 697 Mrd. Dollar umfassen.

Mit Leonteq (früher: EFG Financial Products) hat bereits im Jahr 2011 ein Emittent ein Index-Zertifikat (ISIN CH0127998315) auf den Markt gebracht, mit dem Anleger das Einzelaktienrisiko umgehen und gebündelt in Papiere von Unternehmen investieren können, die sich dem Thema Cloud Computing verschrieben haben. Seit Auflage hat sich der Wert des Zertifikats beinahe vervierfacht (siehe rechts).

Das X-markets-Team der Deutschen Bank hat seit 2019 ebenfalls eine Zertifikate-Lösung parat: den Tracker auf den Solactive Cloud and Big Data 20 Index (ISIN DE000DC8CLD2). Das Auswahlbarometer bildet die Kursentwicklung von 20 Unternehmen ab, die einen signifikanten Anteil ihrer Umsätze im Bereich Cloud und Big Data erzielen – unter anderen SAP, Citrix Systems und Salesforce. Während die Managementgebühren bei 1,2 Prozent p.a. liegen, werden Dividenden abzüglich einer Steuerquote reinvestiert. Aktuell werden zwar noch Briefkurse gestellt. Da die Deutsche Bank ihr Zertifikate­geschäft aber vermutlich einstellen wird, und der Tracker dann gekündigt würde, sollten Anleger das Papier von Leonteq bevorzugen.

CHRISTIAN SCHEID

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