• Habeck: Konflikt mit Russland spitzt sich zu
  • Kreml: Finnische NATO-Mitgliedschaft wäre Bedrohung
  • RWE dank Erneuerbaren mit Gewinnsprung
  • Varta: Rückgang bei Umsatz und operativem Gewinn
  • Siemens wächst deutlich
  • Allianz bestätigt Ausblick
  • Commerzbank erzielt Gewinnsprung

Markt

  • In den USA lässt der hohe Preisdruck so langsam nach, dennoch bleiben die Inflationsraten - sowohl auf der Verbraucher, als auch auf der Erzeugerebene, auf außerordentlich hohen Niveaus. Die anhaltenden Inflations- und Zinssorgen belasten die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks am Donnerstag weiter. Unter den Anlegern geht weiter die Angst um, dass die Notenbanken mit einer Anhebung der Leitzinsen zur Bekämpfung der hohen Inflation weltweit die Wirtschaft abwürgen könnten. „Mittlerweile sieht auch die Inflationsentwicklung nachhaltig aus", sagte Portfoliomanager Lutz Wockel von Warburg Invest. Damit bleibt auch der Druck auf die Notenbanken hoch, mit einer strafferen Geldpolitik gegenzusteuern. „Zu starke monetäre Gegenmaßnahmen gefährden die Konjunktur", ergänzte der Experte. Die Aktienmärkte präsentierten sich am Donnerstag sehr volatil. Der DAX stürzte zeitweise um mehr als zwei Prozent ab, konnte sich aber mit einem Erholungsversuch an der Wall Street wieder etwas berappeln und beendete den Xetra-Handel mit einem Minus von 0,64 Prozent bei 13.739,64 Punkten.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmen & Branchen

  • Der Dünger- und Salzkonzern K+S ist mit sich wieder im Reinen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir nach herausfordernden Jahren nun die Trendwende hin zu einer erfolgreichen Zukunft geschafft haben", sagte Konzernchef Burkhard Lohr am Donnerstag auf der Online-Hauptversammlung in Kassel. „Wir erwarten erneut eine sehr hohe Kalinachfrage im laufenden Jahr, die auch ohne Sanktionen auf ein limitiertes Angebot treffen würde", erklärte er mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland und Belarus. 2021 sei ein sehr erfolgreiches Jahr für K+S gewesen, betonte Lohr. Mit dem Verkauf ihres amerikanischen Salzgeschäftes habe sich die Aktiengesellschaft wie geplant deutlich entschuldet.
  • Der Autokonzern Mercedes-Benz muss gut 292.000 ältere Fahrzeuge in den USA zurück in die Werkstätten beordern. Betroffen sind nach Unternehmensangaben ML-, GL- und R-Klasse-Autos der Modelljahrgänge von 2006 bis 2012, bei denen Rost am Gehäuse der Bremskraftverstärker zu erhöhten Unfallrisiken führen könnte. Das geht aus Unterlagen hervor, die am Donnerstag von der US-Verkehrsbehörde NHTSA veröffentlicht wurden.
  • Dem Anbieter von Fleischersatzprodukten Beyond Meat setzte im abgelaufenen Quartal in den USA der harte Wettbewerb zu. Der Umsatz stieg noch leicht auf 109,5 Mio. Dollar, teilte Beyond Meat nach US-Börsenschluss mit. Allerdings hatten Experten mit 112 Mio. Dollar mehr erwartet. Der Markt für pflanzenbasierte Burger wird zunehmend von etablierten Marken wie Kellogg bedient.
  • Der taiwanesische Auftragselektronikhersteller und Apple-Zulieferer Foxconn rechnet angesichts einer stagnierenden Nachfrage mit einer Wachstumsdelle. Im zweiten Quartal werde der Umsatz auf Vorjahresniveau verharren, so der Konzern. Im ersten Quartal waren die Erlöse trotz Chipengpässen und Lieferschwierigkeiten um vier Prozent gewachsen. Der iPhone-Zulieferer musste auch seine Produktion im chinesischen Shenzen aussetzen, da die Regierung weitgehende Lockdown-Maßnahmen angeordnet hat.
  • Saudi Aramco ist an Apple vorbeigezogen und aktuell an der Börse das wertvollste Unternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung der saudischen Ölgesellschaft liegt bei 2,43 Bio. Dollar, der iPhone-Hersteller kommt auf 2,37 Bio. Dollar.
  • Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat im ersten Quartal aufgrund höherer Kosten einen Gewinneinbruch verzeichnet. Das wichtige Streaming-Geschäft lief besser als erwartet. Verglichen mit dem Vorjahreswert brach der Quartalsgewinn um die Hälfte auf 470 Mio. Dollar ein. Der Streaming-Service Disney+ gewann zum Vorquartal 7,9 Mio. Abonnenten und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Der Umsatz stieg insgesamt um 23 Prozent auf 19,2 Mrd. Dollar.
  • Die starke Nachfrage nach Stahl hat Salzgitter im ersten Quartal einen Geldsegen beschert. Der Konzerngewinn legte von 76,6 Mio. vor Jahresfrist auf 368,8 Mio. Euro zu - fast eine Verfünffachung. Ein Grund sind die hohen Preise, die derzeit aufgerufen werden. Salzgitter bleibt aber vorsichtig, wie der Zwischenbericht vom Donnerstag zeigt. So müsse man „in erster Linie Preis- und Versorgungsrisiken für Energien" weiter beobachten, betonte Finanzchef Burkhard Becker.
  • Der Bahntechnikkonzern Vossloh hat die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 angepasst und geht nun von höheren Umsätzen aus als bisher angenommen aus. Aus heutiger Sicht rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 0,95 und 1,05 Mrd. Euro, während die bisherige Erwartung in einem Korridor zwischen 0,925 und 1,0 Mrd. Euro lag. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist laut Unternehmen neben der guten Auftragslage und positiven Wechselkurseffekten die Weitergabe höherer Beschaffungspreise für Material und Energie an die Kunden.
  • Der Versicherungsriese Allianz hat seinen Ausblick für den operativen Gewinn im Gesamtjahr bekräftigt, obwohl dieser im ersten Quartal zurückging, wie die Allianz bereits am Vortag bekanntgegeben hatte. Gleichzeitig hatte sie angekündigt, weitere 1,9 Mrd. Euro für Vergleiche mit Klägern und Behörden wegen der Verluste von US-Fonds von Allianz Global Investors zurückzustellen. Die Rückstellung drückte den Nettogewinn um 1,6 Mrd. Euro, dieser fiel auf 669 Mio. Euro von 2,6 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum zurück. Das operative Ergebnis sank nur leicht auf 3,24 von 3,34 Mrd. Euro.
  • Der Industriekonzern Siemens ist im zweiten Quartal deutlich gewachsen. Der Umsatz legte um 16 Prozent auf 17 Mrd. Euro zu. Wegen des Rückzugs aus Russland fielen allerdings Wertminderungen und anderen Belastungen in Höhe von insgesamt 0,6 Mrd. Euro an. Das Ergebnis der industriellen Geschäfte ging deshalb im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro zurück, die Marge sank von 14,7 auf 11,0 Prozent. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokationen belief sich vor den russlandbezogenen Belastungen auf 2,21 Euro und auf 1,50 Euro inklusive der Auswirkungen. „In einem extrem schwierigen Umfeld ist unser Geschäft weiterhin stark", sagte Vorstandschef Roland Busch. Siemens bestätigte die Jahresprognose, wonach der Gewinn je Aktie von zuletzt 8,32 Euro auf 8,70 bis 9,10 Euro zulegen soll.
  • Der Energiekonzern RWE hat im ersten Quartal vor allem dank des Ausbaus der Kapazitäten im Geschäft mit Erneuerbaren Energien und günstigerem Wetter gut verdient. Im Auftaktquartal stieg das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) um 65 Prozent auf 1,46 Mrd. Euro. Unterm Strich blieb mit einem bereinigten Nettoergebnis von 735 Mio. Euro mehr als doppelt so viel hängen wie ein Jahr zuvor. Wegen des im März von Großbritannien verhängten Kohleembargos gegen Russland musste RWE im ersten Quartal nun allerdings 850 Mio. Euro abschreiben. Der Vorstand sieht den Konzern jedoch weiterhin auf Kurs und bestätigte die Mitte Februar angehobene Jahresprognose.
  • Die Darmstädter Merck KGaA hat ihren Wachstumskurs im ersten Quartal fortgesetzt. Dazu hätten alle drei Unternehmensbereiche beigetragen, die wichtigsten Wachstumstreiber waren das Processsolutions-Geschäft von Life Science, neue Healthcare-Produkte und das Semiconductor-Solutions-Geschäft von Electronics. Merck sei vielversprechend in das Jahr gestartet, sagte Konzernchefin Belen Garijo laut Mitteilung. Der Konzernumsatz stieg um rund zwölf Prozent auf knapp 5,2 Mrd. Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) kletterte um knapp acht Prozent auf gut 1,6 Mrd. Euro. Unter dem Strich verdiente Merck nach Steuern mit 884 Mio. Euro rund 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jahresziele sieht Merck angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Lage mit Unsicherheit behaftet. Laut konkretisierter Prognose soll der Umsatz auf 21,6 bis 22,8 Mrd. Euro steigen, nach 19,7 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Für das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis rechnet der Vorstand mit einem Anstieg auf 6,6 bis 7,1 (Vorjahr: 6,1) Mrd. Euro, organisch soll das Plus bei fünf bis neun Prozent liegen.
  • HeidelbergCement ist im ersten Quartal mit Hilfe von Preiserhöhungen deutlich gewachsen, der starke Anstieg der Kosten für Energie und Transport sorgte jedoch für rückläufige Gewinne. Der Konzern bestätigte dennoch seine Prognose für 2022 und rechnet auf vergleichbarer Basis weiter mit deutlichem Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr (18,7 Mrd. Euro) sowie einem leichten Plus beim Ergebnis des laufenden Geschäfts. „Auch wenn die Unsicherheiten in Bezug auf Energie- und Rohstoffverfügbarkeit sowie -kosten weiter hoch bleiben, sehen wir nach wie vor eine gute Nachfrage nach unseren Produkten in allen Regionen", sagte Vorstandschef Dominik von Achten.
  • Die Commerzbank hat im ersten Quartal noch etwas mehr verdient als zunächst gemeldet. Der Konzern konnte den Nettogewinn mit 298 Mio. Euro zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Vor gut zwei Wochen hatte der Konzern anhand vorläufiger Zahlen einen Quartalsgewinn von 284 Mio. Euro nach Steuern und Minderheiten ausgewiesen. Die Erträge stiegen zugleich um zwölf Prozent auf fast 2,8 Mrd. Euro. Auch beim Zins- und beim Provisionsüberschuss übertraf die Commerzbank die Vorjahreswerte. „Wir haben die bisher absehbaren Belastungen infolge des Russland-Ukraine-Kriegs mehr als auffangen können", sagte Finanzvorständin Bettina Orlopp. Konzernchef Manfred Knof betonte: „Der gute Jahresstart bestätigt unsere Erwartung, dass wir 2022 ein Konzernergebnis von mehr als einer Milliarde Euro schaffen werden."
  • Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner zeigt sich zum Ende seiner Amtszeit nach zehn Jahren selbstkritisch. „Auch ich habe die Startvoraussetzungen 2012 anders eingeschätzt, als sie sich heute in der Rückschau darstellen", sagt der Chefkontrolleur laut dem Redetext auf der Hauptversammlung des Kreditinstituts, die am Donnerstag kommender Woche online stattfindet. Das „überhöhte Selbstbild" der Bank habe dem erforderlichen Wandel im Weg gestanden. Inzwischen befinde sich die Bank jedoch wieder auf dem richtigen Gleis und habe die allerbesten Voraussetzungen, dass dies so bleibe.
  • Der Batteriehersteller Varta bekommt die steigenden Rohstoff- und Energiekosten zu spüren. Der Umsatz sank im ersten Quartal um rund neun Prozent auf 185,3 Mio. Euro, das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) brach um 36 Prozent auf 38,1 Mio. Euro ein. Der Vorstand hält dennoch an seinen Jahreszielen fest und erwartet ein Umsatzwachstum von 10 Prozent auf 950 Mio. bis eine Mrd. Euro. Das bereinigte Ebitda soll zwischen 260 und 280 Mio. Euro liegen. Im zweiten Quartal sollen ein Umsatz zwischen 195 und 205 Mio. und ein bereinigtes Ebitda zwischen 34 und 38 Mio. Euro herauskommen.
  • Der finnische Energiekonzern Fortum beendet seine Russland-Aktivitäten. „Wir haben entschieden, einen kontrollierten Ausstieg aus dem russischen Markt zu verfolgen", sagte Fortum-Chef Markus Rauramo laut einer Konzernmitteilung am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte die Uniper-Mutter laut den Sanktionen des Westens gegen Russland einen Investitions- und Finanierungsstopp in seine dortigen Tochtergesellschaften angekündigt.
  • Der IT-Dienstleister Bechtle hat im ersten Quartal dank starker Nachfrage seinen Gewinn im Jahresvergleich um 21,4 Prozent auf 52,9 Mio. Euro gesteigert. Bechtle-Chef Thomas Olemotz bestätigte die Jahresprognose. Das Unternehmen hoffe, dass sich die Liefersituation ab dem zweiten Halbjahr nach und nach entspannen werde. „Die Unsicherheiten sind allerdings sehr hoch", fügte er an.
  • Der Umsatz des Zulieferer Jost Werke stieg in den drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich um mehr als ein Fünftel auf knapp 312 Mio. Euro. Als bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben davon elf Prozent hängen, was einen Anstieg des operativen Gewinns um 15,5 Prozent auf 34,4 Mio. Euro bedeutet. Unter dem Strich verdiente Jost 21,5 Mio. Euro nach 18,9 Mio. vor einem Jahr. Die Jahresziele wurden bestätigt.
  • Die Leasing-Firma Grenke profitiert von einem wachsenden Neugeschäft. Der Gewinn sei im ersten Quartal um 46,8 Prozent auf 20,5 Mio. Euro gestiegen, teilte Grenke mit. Damit sei man zurück auf Wachstumskurs. Für 2022 erwarte Grenke unverändert ein Leasingneugeschäft zwischen 2,0 und 2,2 Mrd. Euro nach 1,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Zudem gehe der Vorstand davon aus, dass sich das Leasingneugeschäft im Jahre 2024 im Vergleich zu den 1,7 Mrd. im Jahr 2021 verdoppeln wird.
  • Der Biokraftstoff-Hersteller Verbio hat in den ersten neun Monaten von einer hohen Nachfrage und gestiegenen Verkaufspreisen profitiert. Der Umsatz stieg um 73 Prozent auf 1,24 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Leipzig mitteilte. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verzeichnete der Konzern einen Anstieg um 179 Prozent auf 315 Mio. Euro.
  • Der Werbeflächenvermarkter Ströer hat im ersten Quartal einem Umsatzplus von 23 Prozent auf 385 Mio. Euro erzielt. Damit konnte das Unternehmen „trotz des herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfelds aufgrund der Coronapandemie und des Ukrainekriegs“ einen neuen Höchstwert beim Q1-Konzernumsatz markieren. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 29 Prozent auf 73 Mio. Euro.

Konjunktur & Politik

  • Laut der EU-Verkehrskommissarin Adina Valean müssen 20 Mio. Tonnen Getreide die Ukraine in weniger als drei Monaten verlassen. Das Getreide drohe, die Lagerstätten belegt zu halten, die für die nächsten Ernten benötigt würden. Valean ruft private und staatliche Stellen auf, mehr Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen, um den Abtransport zu ermöglichen, da in Sachen Schienenverkehr das Problem bestehe, dass ukrainischen Waggons nicht mit dem EU-Schienennetzes kompatibel seien.
    Vor Beginn des Krieges war die Ukraine einer der weltweit wichtigsten Getreideproduzenten.
  • Bund, Länder und Kommunen können in diesem Jahr mit 40,4 Mrd. Euro mehr Steuereinnahmen rechnen als noch im November erwartet. Wie das Finanzministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte, gehen die Steuerschätzer zudem davon aus, dass der Staat bis zum Jahr 2026 rund 220 Mrd. Euro mehr einnimmt als zuletzt erwartet. Dass die Prognose der Steuereinnahmen so üppig ausfällt, liegt unter anderen an der hohen Inflation. Diese führt in der Regel auch zu höheren Steuereinnahmen, es sei denn, die Bürger schränken ihren Konsum drastisch ein. Dazu kommt es derzeit offenbar noch nicht, wohl auch, weil viele Ausgaben aus der Corona-Zeit nachholen.
  • In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche um 1.000 auf 203.000 gestiegen, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang auf 193.000 Anträge gerechnet. Die wöchentlichen Erstanträge gelten als kurzfristiger Indikator für die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts.
  • Die Finanzexpertin Lorie Logan rückt an die Spitze der US-Notenbank Fed in Dallas. Seit dem Rücktritt von Robert Kaplan im Oktober wegen umstrittener Aktiengeschäfte während der Pandemie war die Stelle vakant. „Lorie ist eine vertrauenswürdige Kollegin und engagierte Mitarbeiterin des öffentlichen Dienstes, deren bemerkenswerte Fähigkeiten und Erfahrungen mit komplexen Finanzmärkten unsere Entscheidungen beeinflusst und dazu beigetragen haben, die Geldpolitik zur Unterstützung der US-Wirtschaft umzusetzen", sagte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell.
  • Das US-Repräsentantenhaus bewilligte am Mittwoch einen Nachtragshaushalt im Umfang von 40 Mrd. Dollar. In dieser Summe ist sowohl humanitäre als auch militärische Hilfe für die Ukraine enthalten, zusätzlich zu den 13 Mrd. Dollart, die der Kongress bereits im März bewilligt hatte.
  • Der Bitcoin ist am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren gerutscht. Die Kryptowährung fällt um bis zu 6,4 Prozent auf 26.600 Dollar. Im Vergleich zum Vorwochenschluss hat sie rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Analyst Timo Emden von Emden Research sagte: „Es herrscht die absolute Ausverkaufsstimmung am Markt.“
  • Die Erzeugerpreise in den USA steigen zwar nicht mehr ganz so rasant wie bisher, bleiben aber im zweistelligen Bereich. Sie legten im April um 11,0 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Im März hatte es noch einen Rekordzuwachs von aufwärts revidiert 11,5 Prozent gegeben. In einer ersten Schätzung waren ein Anstieg von 11,2 Prozent ausgewiesen worden. Die Produzentenpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise. Diese sind in den USA im April ebenfalls nicht mehr ganz so stark gestiegen wie noch im Vormonat.
  • Ex-US-Präsident Donald Trump kann sich Hoffnungen machen, zu Twitter zurückkehren zu können. Tech-Milliardär Elon Musk, der dabei ist, Twitter zu übernehmen, würde Trump wieder auf die Plattform lassen. Die Entscheidung, Trump zu verbannen, sei „moralisch falsch und einfach nur dumm" gewesen, kritisierte Musk in einem Videointerview bei einer Veranstaltung der "Financial Times".
  • Russland hat gegen die Firma Gazprom Germania und andere ehemalige Tochterunternehmen seines staatlichen Gaskonzerns Sanktionen verhängt. Mit 31 Firmen dürften von russischer Seite keine Geschäfte mehr gemacht werden, hieß es. Wirtschaftsminister Robert Habeck bestätigte am Donnerstag die Maßnahmen des Kremls. Er sagte im Bundestag, einige Töchter der von Deutschland unter Treuhandschaft genommenen Gazprom Germania erhielten kein Gas mehr. Jetzt realisierten sich Ankündigungen, Öl und Gas als Waffe einzusetzen, so der Grünen-Politiker. „Wir haben eine Lieferung, die nicht mehr erfolgt, in einer Menge von zehn Millionen Kubikmeter Gas täglich aus Russland.“ Diese Menge sei aber ersetzbar, wenn auch vermutlich zu höheren Preisen. Das Volumen entspreche über den Rest des Jahres etwa drei Prozent des deutschen Bedarfs. Gazprom Germania gehört zu den größten Gas-Firmen in Deutschland und betreibt den Transport, Vertrieb und die Speicherung von Erdgas. Die Folgen der Sanktion blieben zunächst unklar. Theoretisch könnte es sein, dass die vergleichsweise günstigen Lieferverträge mit Gazprom nun mit Hilfe anderer Firmen ersetzt werden müssen. Das würde höhere Preise bedeuten.
  • Finnland ist seit Jahrzehnten militärisch neutral. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat sich jedoch die öffentliche Meinung gewandelt. „Eine Mitgliedschaft in der NATO würde die Sicherheit Finnlands stärken“, erklärten Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin. Sie sprachen sich am Donnerstag klar für eine Mitgliedschaft in der westlichen Militärallianz aus. Man hoffe, dass die für einen Antrag noch notwendigen formellen Beschlüsse in den nächsten Tagen fallen. Auch im benachbarten Schweden steht die Entscheidung über einen NATO-Betritt kurz bevor. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte in einer ersten Reaktion: „Sollte Finnland entscheiden, einen Antrag zu stellen, würden sie warm in der NATO willkommen geheißen werden“, so Stoltenberg. Das Beitrittsverfahren werde „reibungslos und zügig“ sein. Finnland sei einer der engsten Partner der Allianz, eine reife Demokratie und leiste einen wichtigen Beitrag zur euroatlantischen Sicherheit. Eine Mitgliedschaft würde sowohl die Sicherheit Finnlands als auch der NATO stärken und zeigen, „dass die Tür der NATO offen ist und Finnland über seine eigene Zukunft entscheidet“. Dieser letzte Satz war an die Adresse Moskaus gerichtet.
  • Die russische Führung wertet die von Finnland angestrebte Mitgliedschaft in der Nato „definitiv“ als Bedrohung für Russland. Eine Ausweitung des westlichen Militärbündnisses werde Europa und die Welt nicht stabiler machen, sagt der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, vor der Presse. Der von Finnland unternommene Schritt sei bedauerlich und ein Grund für eine entsprechende Reaktion. Russland sei bereit, jeder Partei, die versuche, sich in der Ukraine zu beteiligen und den militärischen Sondereinsatz zu behindern, die entschiedenste Antwort zu geben.
  • Der Scharfmacher Dmitri Medwedew, Putins Stellvertreter an der Spitze des russischen Sicherheitsrates, warnte den Westen wegen dessen militärischer Hilfe für die Ukraine vor einem Konflikt zwischen Russland und NATO. „Ein solcher Konflikt birgt stets das Risiko, in einen vollständigen Atomkrieg zu münden“, erklärte Medwedew auf Telegram. „NATO-Länder, die Waffen in die Ukraine pumpen, Truppen für den Einsatz westlicher Ausrüstung ausbilden, Söldner entsenden und die Übungen von Bündnisstaaten in der Nähe unserer Grenzen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines direkten und offenen Konflikts zwischen der NATO und Russland.“
  • Die gewünschte energetische Unabhängigkeit von Russland wird für die Europäischen Union teuer und sie verlangt viel Disziplin ab: Nach einer Analyse der EU-Kommission müssen die Mitgliedstaaten in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 195 Mrd. Euro investieren, um sich langfristig ohne fossile Brennstoffe aus Russland mit Energie zu versorgen. Dafür will die Kommission ehrgeizigere Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien und beim Energiesparen vorschlagen. Das geht aus einem Entwurf hervor, der der dpa vorliegt. Der Text könnte sich noch ändern, hieß es. Bis 2030 sollen demnach 45 Prozent der Energie in der EU aus erneuerbaren Quellen kommen, statt wie bisher geplant 40 Prozent. Das würde die Kapazität für saubere Energie auf 1236 Gigawatt steigern, im Vergleich zu 511 Gigawatt heute. Die Anzahl der Solarstromanlagen soll sich dem Entwurf zufolge bis 2028 mehr als verdoppeln, auf 300 Gigawatt. Die Kommission setzt auch auf klimafreundlichen Wasserstoff. Bis 2030 sollen zehn Mio. Tonnen davon in der EU produziert und weitere zehn Mio. Tonnen importiert werden. Gleichzeitig wird vorgeschlagen, den Energieverbrauch bis Ende des Jahrzehnts um mindestens 13 Prozent zu senken, statt wie bisher vorgesehen um 9 Prozent.
  • Eine der Forderungen Russlands im Ukraine-Krieg zur Beendigung der Kampfhandlungen ist ein Bekenntnis Kiews zur politischen Neutralität. Für diese sucht das Land jedoch ausreichende internationale Sicherheitsgarantien. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erzielt man an dieser Front Fortschritte. „Wir verhandeln mit den führenden Nationen der Welt, um der Ukraine Vertrauen in die Sicherheit für die kommenden Jahrzehnte zu geben“, sagte Selenskyj am Mittwochabend in seiner täglichen Videoansprache. Unter anderem sei am 8. Mai beim Treffen der G7, an dem die Ukraine erstmals teilnahm, über dieses Thema gesprochen worden. „Dies ist nun das erste Mal in der Geschichte unseres Staates, dass solche Garantien erfasst werden können“, sagte Selenskyj. Und zwar nicht in irgendwelchen Memoranden oder unklaren Formulierungen, „sondern konkrete Garantien“. Diese seien damit auch „nicht nur rechtsgültig, sondern auch so formuliert, dass klar ist: Was genau, wer konkret und wie konkret (der Ukraine) garantiert wird“.
  • Die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte haben ihre Preise im März, dem ersten Monat nach Kriegsbeginn in der Ukraine im Rekordtempo angehoben. Sie stiegen um durchschnittlich 34,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. „Dies ist der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1961", hieß es. Gegenüber Februar stiegen die Preise um 15,1 Prozent. Pflanzliche Produkte verteuerten sich mit 42,1 Prozent besonders stark, tierische Erzeugnisse mit 29,5 Prozent etwas weniger heftig.
  • Das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen und Soloselbständige hat sich geringfügig erholt. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Indexes für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“). Er stieg im April auf minus 7,2 Punkte nach minus 10,0 im März. „Der Ausblick auf die kommenden Monate ist jedoch weiterhin von Pessimismus geprägt“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Viele kleine Unternehmen machen sich weiterhin Sorgen um ihre Existenz.“
  • Die deutschen Exporte in die Russische Föderation sind im März im Zuge des Kriegs in der Ukraine und der gegen Russland verhängten Sanktionen eingebrochen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden Waren im Wert von 1,0 Mrd. Euro nach Russland exportiert, das waren 58,7 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im Februar waren die Exporte nach Russland noch um 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Große Rückgänge verzeichneten im März die Exporte von Maschinen, die im Jahresvergleich um 73,6 Prozent auf 165,8 Mio. Euro sanken, und die Exporte chemischer Erzeugnisse, die um 40,9 Prozent auf 158,7 Mio. Euro zurückgingen. Die Einfuhren aus Russland wuchsen im März trotz westlicher Sanktionen um 77,7 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Grund dafür sind gestiegene Rohstoffpreise. Wichtigste Importgüter waren dabei Erdöl und Erdgas mit einem wertmäßigen Anstieg um 56,5 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro – und das, obwohl die eingeführte Menge um 27,8 Prozent zurückging.
  • Die russische Armee hat in der Ostukraine beim Versuch einen Fluss zu überqueren schwere Verluste erlitten. Wie US-Medien übereinstimmend berichten, gerieten die russischen Streitkräfte unter Feuer, als sie eine Pontonbrücke über den Fluss Donez errichten wollten. Laut „Forbes“ versuchte der Großteil eines russischen Bataillons, das sind rund 50 gepanzerte Fahrzeuge und bis zu 1.000 Soldaten den Fluss zu queren. Ukrainische Artillerie habe die Verbände entdeckten, unter Beschuss genommen und die Fahrzeuge sowie die Brücke selbst zerstört, berichten die Medien unter Berufung auf Luftaufnahmen. Die russischen Attacken im Donbass zielen derzeit auf die Städte Sjewjerodonezk, Liman, Bachmut, Awdijiwka und Kurachowe sowie das großteils schon von russischen Kräften besetzte Rubischne. „In Richtung Sjewjerodonezk führt der Feind Angriffe auf Kudrjaschiwka und Sjewjerodonezk und hat dabei teilweise Erfolg", so die ukrainische Militärführung ein.

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