• Commerzbank AG - Kürzel: CBK - ISIN: DE000CBK1001
    Börse: XETRA / Kursstand: 5,068 €

Hannover (Godmode-Trader.de)- Die Commerzbank generierte im zweiten Quartal 2019 einen annähernd stabilen Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter von 271 Mio. Euro. Hierbei profitierte das Unternehmen insbesondere von den stark rückläufigen Steueraufwendungen. Das um Sonder- und Einmaleffekte bereinigte Vorsteuerergebnis (operatives Ergebnis) verringerte sich dagegen im Jahresvergleich klar um 25,5 Prozent auf 298 Mio. Euro. Damit konnte das Ergebnis die Konsensschätzung der Analysten nicht erreichen, wobei das operative Ergebnis des Geschäftsfelds Privat- und Unternehmerkunden über den Markterwartungen und das Segment Firmenkunden erheblich unter den Schätzungen lag.

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Nach sechs Monaten 2019 erreichte die Eigenkapitalrendite (RoE) auf Basis des Nettogewinns 2,8 Prozent (Vorjahr: 3,8 %) bzw. die Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) auf Basis des operativen Ergebnisses 4,1 Prozent (Vorjahr: 5,1 %). Die Commerzbank plant für das Geschäftsjahr 2019 „mit einer Ausschüttungsquote auf vergleichbarem Niveau wie 2018“. Die Bank gab bekannt, an ihrer Wachstumsstrategie für 2019 festhalten zu wollen. Konzernweit will das Institut die Erträge in diesem Jahr auf vergleichbarer Basis weiterhin steigern. Auch der Gewinn soll etwas höher ausfallen als im Vorjahr.

Die Commerzbank habe nach durchwachsenen Zahlen für das zweite Quartal 2019 die Managementprognose für das Gesamtjahr bestätigt, auch wenn das Ziel einer „leichten“ Gewinnverbesserung „deutlich ambitionierter“ geworden sei, konstatiert NordLB-Analyst Michael Seufert. Angesichts des ausgeglichenen Chance-/Risiko-Verhältnisses rate er zum „Halten“ der Commerzbank-Aktie.

JPMorgan-Experte Kian Abouhossein schrieb der Aktie nach Zahlenvorlage zum zweiten Quartal vergangenen Donnerstag ein Kursziel von 6,75 Euro zu - 75 Cent weniger als zuvor. Die Einstufung lautet „Neutral“. Die Zielerreichung dürfte sich auch wegen der Aussicht auf noch niedrigere Zinsen als schwierig erweisen. Abouhossein geht für 2019 von einem Ertragsrückgang um zwei Prozent aus. Nachdem die Commerzbank im ersten Halbjahr eine höhere Risikovorsorge treffen musste, rechnet er auch für die zweite Jahreshälfte damit, dass die Summe im zweiten Halbjahr noch höher ausfallen könne.

Nach dem zweiten Quartal kürzte der Analyst seine Gewinnschätzungen je Aktie für 2019 bis 2021 um bis zu 10 Prozent. Er sieht derzeit keine internen Impulse, die den Aktienkurs nach oben treiben könnten. Daher wolle er abwarten, wie der für Herbst erwartete neue Strategieplan des Vorstands aussieht.

Die Aktien der Commerzbank sind am Montag auf ein Allzeittief bei 5,08 Euro gefallen. Der gesamte europäische Bankensektor neigt zu Wochenbeginn zur Schwäche: Der Stoxx Europe 600 rutschte auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren. Konjunkturelle Risiken belasten den Bankensektor weiterhin. Nicht zuletzt wegen der globalen Handelsstreitigkeiten dürften die großen Notenbanken die Leitzinsen niedrig halten. Niedrige Kapitalmarktzinsen erschweren den Finanzinstituten die Geschäfte im Handel mit festverzinsten Wertpapieren, auch die Kreditnachfrage schwächelt in Krisenzeiten.

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