Mitten in der Panik des Corona-Crashs habe ich auf diese Strategie hingewiesen, die mir und auch Ihnen ermöglicht, in Zeiten von extremer Volatilität an den Märkten Kursrücksetzer entspannt zu verfolgen.

Der Crash

Bei Veröffentlichung des Artikels, war mein mittelfristiges Guidants-Depot innerhalb von einer Woche von +125 % auf +90 % gerutscht. Mein langfristiges Guidants-Depot fiel im selben Zeitraum von +35 % auf +18 %. Beide Depots setzten weiter bis zum Tiefpunkt am 16.März zurück: das mittelfristige auf +33 % (von +125 % kommend), das langfristige sogar auf -3 % (von +35 % kommend). Das langfristige PROmax-Depot, welches ich gemeinsam mit meinem Kollegen Oliver Baron führe, ist im selben Zeitraum von +9 % auf -15 % gefallen.

Um es mit meinen damaligen Worten zu fassen: Ich habe während dieser Woche „meinen Werten beim Sturzflug zu(ge)sehen. Und ich tue dies mit Freude“. Diese Ruhe, meinen Positionen in dieser Crash-Phase tatenlos beim freien Fall zuzusehen und hierbei auch noch Freude zu verspüren, traf bei vielen auf Unverständnis. Schien doch das Ende der Börsenwelt wieder einmal greifbar nahe und auch dieses Mal nährte kalte Panik den totalen Abverkauf. Die User-Kommentare auf diesen Artikel waren dementsprechend eindeutig und direkt. Das Schöne an der Börse ist jedoch, dass es um messbare objektive Performance, nicht um subjektives Verständnis oder gar Wertzuweisungen geht. Jeder kann seine eigene Strategie verfolgen und eine Strategie, die für einen Investor funktioniert, erfüllt für einen anderen nicht die Erwartungen. Um es vorweg zu nehmen: auch bei diesem Crash hat meine Strategie den Anforderungen an objektivem Erfolg Stand gehalten – ganz ohne schlaflose Nächte.

Meine Benchmark, die es zu schlagen gilt, war und ist die Performance des S&P 500, das heißt eine annualisierte Rendite von rund 9,8 % auf Dollarbasis zu erzielen. Wichtig ist mir, dies zur erreichen, ohne ständig meine Positionen im Blick halten zu müssen und durchaus auch in turbulenten Zeiten mein Privatleben börsenfrei zu halten. Dies sind grundlegende Anforderungen an meine Strategie, die mir bisher sehr gut gelungen sind.

Der Aufbau meiner Depotpositionen erfolgt durch kontinuierliche Investitionen. Vor dem Crash war der Markt im langjährigen Vergleich überhitzt, der Fear and Greed Index stand am Anschlag, sodass in viele meiner Positionen keine interessanten Einstiegschancen ersichtlich waren. Mit dem Crash kam die Chance, nach dem kontinuierlichen Kurswachstum der vergangenen Monate, nun wieder günstiger nachkaufen zu können. Daher rührte auch die für viele unverständliche Freude am evidenten Preisnachlass.

Meine Strategie sieht nicht vor, aufgrund von allgemeinen Markrücksetzern, Crashs oder Bärenmärkten zu verkaufen. Daher gibt es in solchen Situationen auch keinen Anlass zur Panik. Im Gegenteil, solche Phasen sind von Ruhe geprägt. Ich setze Investitionen aus, spare Cash an und verwende meine gesparte Energie, um mich darauf zu konzentrieren interessante Werte zu identifizieren. Dies ermöglicht mir, Chancen nutzen zu können, sobald die Märkte Zeichen der Erholung zeigen.

Market-Timing

Veräußerungen führen zu realen Verlusten – in solchen Marktphasen nicht zu veräußern führt zwischenzeitlich zu starken Draw Downs in Depots. Man könnte also versuchen diese Verluste durch Market-Timing einzugrenzen. Manchen gelingt das, vielen jedoch nicht. Meine Erfahrungen mit Market-Timing sind bescheiden. Wenn man ehrlich ist: Der Markt ist weit weniger vorhersehbar als erhofft und auch wenn man die Grundbewegung erkannt hat, ist es schwierig, die richtigen Ein- und Ausstiegsmomente gewinnbringend zu erwischen. Hier spielt durchaus auch die Psychologie der Menschen mit hinein, die dazu führt, dass Entscheidungen durch Gier und Angst negativ beeinflusst werden - optimale Momente werden verpasst. Wenn man den Markt timen will bzw. dies versucht, muss man sowohl die allgemeine Marktsituation als auch die getätigten Investitionen ständig beobachten. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meinen Artikel „Langfristig investieren rentiert sich“. Market-Timing kann daher nicht nur zeitintensiv, sondern auch kostspielig werden. Daher bevorzuge ich meine oben dargelegte Vorgehensweise.

Jeder Crash endet in kalter, angstgetriebener Panik – aber jedes Mal aus einem anderen Grund

Das Argument „dieses Mal ist der Crash ganz anders“ wird gerne bei starken Rücksetzern gegen „Buy-and-Hold“-Strategien vorgebracht. Im Corona-Crash nicht anders als im panikartigen Abverkauf im Herbst 2018. Dem will ich im Grunde auch nicht widersprechen – ja, jeder Crash ist anders. Jede Entwicklung zeigt uns, dass der Verlauf des Marktes im Vorhinein kaum vorhersehbar ist. Wer hätte im März 2020 auf eine V-Erholung gewettet, die sich nun etabliert hat? Bleibt es bei einer V-Erholung oder kommt eine weitere Welle von Rücksetzern oder gar ein längerer Bärenmarkt? Ich zumindest weiß es nicht. Am Ende gilt jedoch: Der Markt hat immer Recht. Daher werden im Rahmen meiner Strategie Rücksetzer, Crashs und Bärenmärkte als gegeben und auch wichtige Bestandteile (und Chancen) des Aktienmarktes gesehen. Auf diese Gegebenheiten wird natürlich reagiert – allerdings basierend auf Zeichen des Marktes und nicht auf Vermutungen zur zukünftigen Entwicklung des Marktes. Auch ich war dieses Mal lange skeptisch, ob nicht weitere Rücksetzer auf den initialen Corona-Crash folgen würden und habe bei meinen Nachkäufen in Guidants darauf hingewiesen. Die Lösung für mich lautete: kleine, aber kontinuierliche Nachkäufe in bewährte Qualitätswerte.

Die Zeichen des Marktes deuteten ab Anfang April objektiv auf eine Erholung. Das folgende Signal war entscheidend und musste sowohl vom S&P500 als auch Nasdaq100 erfüllt werden: steigende Kurse bei steigendem Handelsvolumen und höherem Handelsvolumen als beim letzten Kursrückgang. Dieses Signal lieferte der S&P500 Ende März und der Nasdaq100 Anfang April – der Startschuss für Nachkäufe.

Aus Vorsicht erfolgten zuerst Käufe in konservative Positionen, das heißt in Werte der Kategorie 1 & 2. Nachdem der Markt die Erholung kontinuierlich bestätigt hatte und sich eine V-Formation abgezeichnete, habe ich angefangen, spekulativere Werte aus meiner Kategorie 3 nachzukaufen.

Aktueller Stand der Portfolios

Am 7.Mai 2020 hatte sich mein mittelfristiges Depot wieder vollkommen erholt und steht heute, dem 03.Juli 2020, mit einem Plus von 193 % (seit Auflage April 2018) auf einem neuen Allzeithoch. Mein langfristiges Depot hat sein vorheriges Hoch noch nicht gänzlich erreicht, notiert aber auch bereits wieder bei rund 28 %. Das langfristige PROmax-Depot, welches ich gemeinsam mit meinem Kollegen Oliver Baron führe, hat heute sein Allzeithoch von vor dem Corona-Crash von Plus 9 % (seit November 2019) wieder erreicht.

Fazit

Nerven haben mich die letzten Monate keine gekostet und ich konnte ein paar günstige Nachkäufe tätigen. Einstiege erfolgten etwas zu vorsichtig, da ich der Erholung lange nicht getraut habe. Daraus kann für das nächste Mal gelernt werden. Dennoch hat der Crash ohne viel Aufwand einen schönen Performance Boost ermöglich, den ich gerne mitnehme.

Jeder Investor oder auch Trader sollte basierend auf einer Strategie handeln. Wie diese Strategie aussieht, muss jedem selbst überlassen sein und auch nicht jede Strategie ist für jeden geeignet. Persönlich halte ich mich auch nicht damit auf, die Strategie anderer zu kritisieren oder meine Strategie gegenüber negativen Reaktionen zu verteidigen. Ich konzentriere mich lieber auf fundiertes Feedback, lerne aus vergangenen Situationen, entwickle meine Strategie weiter und teile meine Erkenntnisse, um auch andere von meiner Strategie profitieren zu lassen. An dieser Stelle danke für die vielen interessanten Anregungen.

In den folgenden Grafiken kann die Performance meiner beiden Guidants-Depots seit Ihrer Auflegung abgelesen werden, einmal absolut und einmal im Vergleich zur Benchmark, dem S&P500:

Corona-Crash-Bilanz-meiner-Strategie-des-Vermögensaufbaus-Entspannt-Krisen-meistern-Kommentar-Lisa-Giering-GodmodeTrader.de-1
Mittelfristiges Guidants-Depot
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Vergleich: Mittelfristiges Guidants-Depot und S&P500
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Langfristiges Guidants-Depot
Corona-Crash-Bilanz-meiner-Strategie-des-Vermögensaufbaus-Entspannt-Krisen-meistern-Kommentar-Lisa-Giering-GodmodeTrader.de-4
Vergleich: Langfristiges Guidants-Depot und S&P500

Auch das langfristige PROmax-Depot schlägt die Benchmark:

Corona-Crash-Bilanz-meiner-Strategie-des-Vermögensaufbaus-Entspannt-Krisen-meistern-Kommentar-Lisa-Giering-GodmodeTrader.de-5
Langfristiges PROmax-Depot
Corona-Crash-Bilanz-meiner-Strategie-des-Vermögensaufbaus-Entspannt-Krisen-meistern-Kommentar-Lisa-Giering-GodmodeTrader.de-6
Vergleich: Langfristiges PROmax-Depot und S&P500

(Hinweis: Alle drei Depots sind über eine PROmax-Mitgliedschaft einsehbar)

Meine Strategie

Ich investiere in drei verschiedene Kategorien:

Kategorie 1, ETFs: ETFs weisen in der Regel vergleichsweise geringe Kosten, inhärente Diversifikation und kontinuierliche Performance auf. Der Einstiegskurs spielt bei dieser Kategorie eine vernachlässigbare Rolle. Es bietet sich an, ETFs im Rahmen eines Sparplans zu kaufen oder selbstständig in regelmäßigen Abständen immer denselben Betrag zu investieren. Bei höheren Kursen kaufe ich mit demselben Betrag weniger und bei niedrigeren Kursen mehr – ganz nach der Cost-Average-Methode. Langfristig erreicht man einen guten durchschnittlichen Kaufpreis, ohne großen Aufwand.

Kategorie 2, Konservative Aktien: Dies sollten Aktien sein, die durch konstanten Kurszuwachs über Jahrzehnte überzeugen und basierend auf der Entwicklung des Unternehmens sowie der Branche weiteres Wachstum in Aussicht stellen. Außerdem kann man bei diesen Aktien meistens von interessanten Dividendenzahlungen profitieren. Weltweit eignen sich meiner Meinung nach nur wenige ausgewählte Aktien für diese Kategorie, daher gehe ich bei der Auswahl sehr kritisch vor. Diese Aktien, kann man immer wieder kaufen, sollte man niemals verkaufen (außer man muss) und bei Kursschwäche nachkaufen. Auch wenn diese Aktien einmal stark einbrechen - Nachkaufen und sich später darüber freuen. Auch bei diesen Aktien verfahre ich nach der Cost-Average-Methode.

Kategorie 3, Spekulative Aktien: Dies sind oftmals Aktien von vergleichsweise unbekannten Unternehmen, die durch disruptive Technologien den Markt verändern könnten. Aufgrund der Aussicht auf starkes zukünftiges Wachstum, weisen sie oft ein hohes KGV auf, sind aber teilweise noch nicht profitabel. Spekulative Aktien im Rahmen dieses Ansatzes sollten jedoch keine reinen Momentumwerte sein, sondern sich potenziell zur Anlage über mehrere Jahre eignen. Auch hier gehe ich bei der Auswahl sehr kritisch vor. In dieser Kategorie spielt der Kaufpreis eine wichtigere Rolle und ich investiere daher ausschließlich basierend auf interessanten Einstiegsmomenten, die ich hauptsächlich mit Hilfe der CAN-SLIM-Technik identifiziere.

Ich investiere in allen drei Kategorien nur in Werte, die ich ausführlich analysiert habe und lege meine Überlegungen in ausführlichen Einführungsartikeln, die ich auf dem GodmodeTrader veröffentliche, dar. Basierend auf dieser Analyse und Folgeanalysen werte ich meine Positionen auch bei Kursrückgängen, wie wir sie aktuell sehen. Wenn sich in meinen Annahmen nichts geändert hat und somit der Kursrückgang ausschließlich auf die aktuelle Marktlage oder andere externe Faktoren zurückzuführen ist, sehe ich dem ganzen entspannt entgegen und freue mich auf „günstige“ Nachkaufchancen.

Eine detailliertere Darlegung meiner Strategie kann bei Interesse in meinem Artikel „Erfolgreich Vermögen aufbauen!“ nachgelesen werden.


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