Trotz steigender Börsenkurse hat Berkshire Hathaway im Geschäftsjahr 2020 einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Der Nettogewinn sank von 81,4 Milliarden Dollar im Jahr zuvor auf 42,5 Milliarden Dollar, wie aus dem am Samstag veröffentlichten Jahresbericht von Berkshire Hathaway hervorgeht.

Dass das Corona-Jahr 2020 für Börsen-Altmeister Warren Buffett kein besonders erfolgreiches Anlagejahr war, ist schon länger klar. So hatte Buffett etwa auf dem Höhepunkt der Pandemie die Beteiligung an vier US-Airlines mit deutlichem Verlust verkauft.

Die Kapitalerträge aus Investments und Derivaten summierten sich 2020 bei Berkshire Hathaway auf 31,6 Milliarden Dollar, nach 57,4 Milliarden Dollar im Vorjahr. Seit dem Jahr 2018 müssen auch unrealisierte Kursveränderungen im Nettogewinn berücksichtigt werden, was Buffett kritisiert hatte.

Auch der Aktienkurs von Berkshire Hathaway hat den S&P 500 seit Anfang 2020 deutlich unterperformt. Dies zeigt der folgende Chart.

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Vergleichschart Berkshire-B-Aktien und S&P 500

Der Gewinn aus dem operativen Geschäft von Berkshire Hathaway, zu dem rund 80 Unternehmen aus den Bereichen Versicherung, Eisenbahn, Energie und vielen weiteren Sektoren gehören, sank von 24,0 auf 21,9 Milliarden Dollar. Zudem belasteten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 11,0 Milliarden Dollar den Gewinn im Jahr 2020. Eine Regel in den US-Rechnungslegungsstandards GAAP erfordert seit dem Jahr 2018, dass auch unrealisierte Kursgewinne im Nettogewinn berücksichtigt werden müssen. Buffett selbst hat dies wiederholt kritisiert, weil dadurch der Nettogewinn seine Aussagekraft verliere.

Zum Ende des Jahres verfügte Berkshire Hathaway über gigantische Cash-Reserven von 138,3 Milliarden Dollar, was rund fünf Prozent unter dem Vorquartal lag. Im Gesamtjahr 2020 kaufte Berkshire Hathaway eigene Aktien im Volumen von 24,7 Milliarden Dollar zurück, so viel wie nie zuvor. Buffett würde das Geld lieber für weitere Unternehmenszukäufe verwenden, findet nach eigenen Angaben aber kaum geeignete Ziele. Allein im vierten Quartal erwarb Berkshire Hathaway eigene Aktien im Volumen von 9,0 Milliarden Dollar. In seinem Brief an die Aktionäre lobte Buffett auch die Aktienrückkäufe durch Apple, wodurch die Beteiligung der nicht verkaufenden Aktionäre am Unternehmen mit der Zeit zunimmt.

In seinem Brief an die Aktionäre riet Buffett erneut dazu, nie gegen den Erfolg der USA zu wetten. Heutzutage würden überall auf der Welt Unternehmer Wohlstand schaffen, der der ganzen Menschheit nütze. "In den kurzen 232 Jahren seines Bestehens gab es jedoch keinen besseren Inkubator, um menschliches Potenzial freizusetzen, als Amerika. Trotz einiger schwerwiegender Störungen war der wirtschaftliche Fortschritt unseres Landes atemberaubend. Darüber hinaus behalten wir unser verfassungsrechtliches Bestreben bei, 'eine perfektere Union' zu werden. Fortschritte an dieser Front waren langsam, ungleichmäßig und oft entmutigend. Wir sind jedoch vorangekommen und werden dies auch weiterhin tun. Unser unerschütterliches Fazit: Wetten Sie niemals gegen Amerika."

Die folgende Tabelle aus dem Jahresbericht von Berkshire Hathaway zeigt die größten Aktienpositionen von Berkshire Hathaway per Ende 2020. Die vorletzte Spalte zeigt, was Berkshire Hathaway ursprünglich für die Aktien gezahlt hat. Die letzte Spalte zeigt den Marktwert der gehaltenen Aktien per Ende 2020. Die Aktien von Kraft-Heinz sind in der Tabelle nicht enthalten, weil Berkshire Hathaway diese Aktien zusammen mit anderen Investoren in einer sogenannten Kontrollgruppe hält.

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Warren Buffett gilt als einer der erfolgreichsten Anleger aller Zeiten. Im Rahmen des sogenannten Giving Pledge hat sich Warren Buffett dazu verpflichtet, 99 Prozent seines Vermögens an wohltätige Stiftungen zu spenden. Ein Großteil seiner Aktien hat Buffett bereits an Organisationen wie die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung gespendet.

Der komplette Jahresbericht von Berkshire Hathaway mit dem Brief von Warren Buffett an die Aktionäre der Gesellschaft kann hier heruntergeladen werden. Wie jedes Jahr ist der Brief an die Aktionäre des inzwischen 89 Jahre alten "Orakels von Omaha" wieder eine unterhaltsame Pflichtlektüre für Value-Anleger und solche, die es werden wollen.

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