Zum einen sind die Zahlen immer mit Vorsicht zu genießen. In einigen Kommentaren wurde daraufhin gewiesen, dass der Anstieg der täglich neuen Fälle stark mit der Anzahl an Tests korreliert. Das ist intuitiv nachvollziehbar. Werden an einem Tag 10.000 Menschen getestet findet man vermutlich mehr Fälle als bei Tests von lediglich 1.000 Personen.

Vor allem am Anfang der Krise waren Tests Mangelware. Das hat sich inzwischen in den meisten Ländern geändert. Dennoch wissen wir nicht, wie viele Tests jeden Tag durchgeführt werden. Ein plötzlicher Anstieg der Fallzahlen von einem Tag auf den nächsten kann immer noch mit der Anzahl an durchgeführten Tests zusammenhängen.

Zum anderen - auch jenseits der Belastbarkeit der Zahlen - kann sich ein positiver Trend auch wieder umkehren. Singapur und Japan erleben einen neuerlichen Anstieg der Fallzahlen. Singapur ist wegen seiner Größe weniger aussagekräftig. Viele der neuen Fälle sind "importiert", also von Menschen, die nach Singapur zurückkehren und sich im Ausland angesteckt haben.


Eine Ländergruppe, die früh betroffen war und früh reagiert hat (Italien, Schweiz, Österreich) sollte zum Monatswechsel einen ähnlichen Trend sehen wie ihn China erlebt hat. Aktuell suggerieren die Daten genau das. Und das ist eine sehr gute Neuigkeit.


Die meisten anderen europäischen Länder haben etwas später reagiert. Dazu gehören auch Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien, das relativ spät reagiert hat. Eine nachhaltige Trendumkehr ist erst später, wahrscheinlich erst in einer Woche, zu erwarten.


Jedes Land befindet sich auf der Zeitschiene im Vergleich zu China an etwas anderer Stelle. Überraschend ist daher, dass sich auch der globale Verlauf weitgehend an die Entwicklung in China hält (Grafik 4). Hoffen wir, dass das so bleibt.