Auch wenn Teslas mit Spannung erwarteter „Battery Day“ von Experten eher verhalten kommentiert wurde: Die meisten Branchenkenner sind sich einig, dass Elektrofahrzeugen die Zukunft gehört. Eine Erkenntnis, die sich auch außerhalb der Branche durchsetzt: „Die Welt sucht aktuell nachhaltige Lösungen, die sowohl die weitreichenden Auswirkungen der Pandemie berücksichtigen, als auch Antworten auf die dringenden Herausforderung des Klimawandels geben. Elektrofahrzeuge sind hier eine Möglichkeit.“, sagt Amanda O’Toole, Portfolio Manager, Clean Economy Strategy, bei AXA Investment Managers. Und dies dürfte langfristig Auswirkungen haben - für die Branche und auch für Investoren.

Die Zeit fossiler Brennstoffe geht zu Ende

Der Verkehr ist nach der Industrie der zweitgrößte Verursacher der Luftverschmutzung und steht für ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen. Der dramatische Rückgang der Luftverschmutzung während des Coronavirus-Lockdowns hat der Welt deutlich vor Augen geführt, welchen Schaden das regelmäßige Verkehrsaufkommen der Luftqualität zufügt. Mit schätzungsweise einem Drittel der Weltbevölkerung im Lockdown konnte sowohl bei der Luftverschmutzung sowie bei den CO2-Emissionen ein Rückgang um den höchsten jemals verzeichneten Wert beobachtet werden.

Auch nach dem ersten Lockdown dürften nicht so schnell wieder alte Höchststände erreicht werden, was auch mit der wirtschaftlichen Lage zu tun hat. „Ich denke, kurzfristig sehen wir einen relativ zyklischen Rückgang der Nachfrage nach Automobilen“, äußert sich O'Toole. „Die Verbraucher machen sich verstärkt Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft und verschieben große Neuanschaffungen, wie den Erwerb eines PKWs“. Im Jahr 2020 wird ein Rückgang der Fahrzeugverkäufe mit Verbrennungsmotoren um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Bei Elektroautos wird ein Rückgang von 18 Prozent auf etwa 1,7 Millionen Fahrzeuge erwartet. Mittel- und langfristig geht O'Toole jedoch von einer Normalisierung der Nachfrage aus.

Für Elektromobile wird bereits in den nächsten vier Jahren eine Absatzerholung und ein Verkauf von 6,9 Millionen Einheiten erwartet. Das hänge mit Innovationen aber auch mit staatlichen Programmen wie dem Green Recovery-Plan der Europäischen Union (EU) zusammen.

Die Zeichen stehen bereits auf Veränderung

Durch Subventionen, Anreize und Regulierung wollen die Regierungen ein Ende der verbrennungsgetriebenen Fahrzeuge ihre vereinbarten Klimaziele erreichen. In China ist beispielsweise das Thema Elektromobilität offiziell von der politischen Führung zur Priorität erklärt worden. Die Automobilhersteller reagieren bereits mit ehrgeizigen Plänen für den Übergang zu Elektrofahrzeugen. Dabei ziehen vor allem die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Verbesserung der Batterieleistung große Investitionen nach sich.

Doch klar ist: Nicht nur die Fahrzeuge selbst werden sich verändern. Das gesamte wirtschaftliche Umfeld ist im Wandel begriffen. Dazu zählen etwa neben Unternehmen der Lieferkette auch in besonderem Maße Energieversorgungsunternehmen. Denn was bringt ein abgasfreies Elektrofahrzeug, wenn seine Antriebsenergie aus der Verstromung von fossilen Energieträgern gewonnen wird?

Die Ära der Elektromobilität wird kommen

Aus Sicht von AXA IM ist die Ära der Elektromobilität noch nicht auf ihrem Höhepunkt angekommen. Aber wenn das letzte Jahrhundert vom Verbrennungsmotor angetrieben wurde, wird dieses Jahrhundert batteriebetrieben sein. Die Welt sucht nach nachhaltigen Lösungen, die ihr helfen, mit den weitreichenden Auswirkungen der Pandemie und den dringenden Herausforderungen des Klimawandels umzugehen. Hersteller von Elektrofahrzeugen und angrenzende Innovationsbranchen bieten die Möglichkeit, in beides zu investieren.