Als ich diese Zeilen schreibe, zeigt der Kalender Freitag, 13. September 2013. Ein hübsches Datum, um die Daueroptimisten in den Börsensälen auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Wie wir aus zahlreichen Leserzuschriften wissen, hat das Bullenlager gerade in jüngster Zeit enormen Zulauf bekommen. Klar, denn nach mehr als vier Jahren Dauerhausse will man schließlich endlich dabei sein bei dieser grandiosen Party. Herzlichen Glückwunsch zu dieser weitsichtigen Entscheidung! Diese Kandidaten sollten jetzt besonders aufmerksam weiterlesen. Also gehen wir es an:

In der vergangenen Woche hatten wir an dieser Stelle auf die Bedeutung der Volumenanalyse hingewiesen. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass man gut beraten ist, die Umsätze nicht aus den Augen zu verlieren, wenn man Kursverläufe von Aktien und Indizes analysiert.

Unser Kommentar der Vorwoche hat das erneut bestätigt. Wir hatten auf eine merkwürdige Beobachtung beim inversen Goldminen–ETF mit dem US-Kürzel DUST hingewiesen. Unsere Frage, ob die Minenaktien jetzt vor einem Crash stehen könnten, wurde in dieser Woche bereits ansatzweise beantwortet:

http://www.godmode-trader.de/nachricht/goldminenaktien-vor-mega-crash,a3206844.html

Innerhalb nur einer Woche hat der Goldminen–ETF DUST 33 Prozent zugelegt. Folgerichtig befinden sich die Minenaktien wieder auf Tauchstation. Der Goldaktienindex HUI hat in nur vier Handelstagen mehr als zehn Prozent eingebüßt. Die folgende Grafik zeigt die jüngste Entwicklung, die man nur als einigermaßen heftig beschreiben kann:

Crashsignal-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-1

Der Frage, ob dies nun der Beginn einer längeren Talfahrt bei den Goldminenwerten ist, sind wir in der September-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs nachgegangen.

Damit zu einem ganz anderen Thema und der Frage, wie man in diesen Tagen denn bloß zu einer so dämlichen Überschrift kommen kann. Crashsignal! So ein Unsinn, wo doch der Syrien-Konflikt für jeden sichtbar elegant beseitigt wurde und auch sonst überall nur blauer Himmel zu sehen ist.

Dabei ist genau dies das Problem: Bei anhaltenden Schönwetterlagen an der Börse verlieren die Anleger die Risiken gerne völlig aus den Augen. Beispiel Syrien-Frage: Dass hier noch überhaupt nichts gelöst ist, das werden die kommenden Monate zeigen.

Unsere Medien betätigen sich derzeit ja auch schon sehr eifrig als „Kriegshelfer“: Wer die Berichterstattung bei ARD und ZDF aufmerksam verfolgt, dem wird nicht entgehen, dass beide Sender derzeit sehr subtil die (rein rhetorische) Frage stellen, ob man den vielen Menschen in Syrien, die derzeit unter dem Assad-Regime zu leiden haben, denn nicht umgehend zu Hilfe eilen muss. Mit Bomben natürlich. Das Manöver ist so beschämend wie durchschaubar...

Achtung Transportindex...

Doch kommen wir zum eigentlichen Punkt. Ähnlich wie beim inversen Minen-ETF DUST hat auch der US-amerikanische Dow Jones Transportindex kürzlich ein handfestes Volumenwarnsignal geliefert. Eine Bemerkung noch vorweg: Beobachten Sie den Dow Jones Transportindex grundsätzlich sehr aufmerksam. Denn wenn es an den Börsen knallt, dann zeigt sich das hier oftmals schon etwas früher als andernorts, etwa beim NASDAQ oder beim S&P 500.

Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass die Geschäftsentwicklung der Transportfirmen wesentlich transparenter ist als in den meisten anderen Sektoren. Geschäftszahlen etwa werden hier im Abstand weniger Wochen bekannt gegeben und nicht nur einmal im Quartal. In der Praxis führt das dazu, dass der Transportindex dem breiten Markt oftmals etwas vorausläuft.

Am Dienstag, 10. September 2013, kam es hier nun zu einer regelrechten Umsatzexplosion. Der Transportindex verzeichnete an diesem Tag die höchsten Umsätze seit mehr als vier Jahren – also seit Beginn der Hausse im März 2009. Die folgende Abbildung zeigt das. Achten Sie auf die Rote Markierung.

Crashsignal-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-2

Solche Umsatzspitzen treten mit Vorliebe an wichtigen Hochpunkten, wie auch an bedeutenden Tiefs auf. Bestätigt wird das Warnsignal übrigens von einigen anderen technischen Indikatoren, wie MACD oder RSI. Doch der Übersichtlichkeit wegen wollen wir uns an dieser Stelle auf die Volumenanalyse beschränken.

Das Signal ist erst wenige Tage alt. Man hat also noch genügend Zeit, die Weichen entsprechend zu stellen. Folgenden Fahrplan würden wir jetzt im Auge behalten: Gelingt es dem Dow Jones Transportindex in den kommenden Wochen nicht, die Marke von 6.686,86 Punkten auf Basis Wochenschlusskurs zu überwinden, dann war es das mit der Hausse seit März 2009...

Wie die Geschichte mit Syrien weitergehen könnte, dieser Frage sind wir in der September-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs nachgegangen. Die Erkenntnisse sind nicht besonders erfreulich.

Und denken Sie daran: Am kommenden Sonntag werden auf politischer Ebene die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Meiner persönlichen Einschätzung nach ist es die wichtigste Bundestagswahl seit 1945. Die Folgen der Wahlnacht werden für uns alle sehr gravierend sein, denn Deutschland und Europa stehen vor Herausforderungen von historischer Dimension. Also gehen Sie wählen!

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de