• Daimler AG - Kürzel: DAI - ISIN: DE0007100000
    Börse: XETRA / Kursstand: 42,635 €

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Eckdaten von Daimler für 2019 fielen durchwachsen aus. Während der Konzernabsatz leicht rückläufig war, legten die Verkäufe der Mercedes-Benz Cars geringfügig zu. Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich um 3,2 Prozent auf 172,745 Mrd. Euro. Das Konzern-EBIT brach um 61 Prozent auf 4,329 Mrd. Euro ein. Die EBIT-Marge der Pkw-Sparte schrumpfte von 7,8 auf 3,6 Prozent. Das Konzernergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter sank von 7,2 Mrd. auf 2,4 Mrd. Euro. In der Folge fiel auch das Ergebnis je Aktie auf 2,22 Euro (2018: 6,78). Der Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat beläuft sich auf nur 0,90 Euro (Vj.: 3,25) je Aktie. Im 4. Quartal rutschte der Konzern beim Konzernergebnis mit -0,1 Mrd. Euro in die roten Zahlen.

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Der Vorstand rechnet für das Geschäftsjahr 2020 mit einem leichten Rückgang des Absatzvolumens. Der Umsatz soll sich auf dem Vorjahresniveau bewegen. Laut Vorstand wird das Konzern-EBIT „deutlich über dem von zahlreichen Einzelsachverhalten belasteten Niveau des Jahres 2019 liegen.

Nach den katastrophalen Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2019 steht Daimler stärker denn je unter Druck. so Analyst Frank Schwope von der NordLB. Daimler sei bei der Elektromobilität ins Hintertreffen geraten, zudem würden immer höhere Belastungen aus dem Diesel-Skandal anzufallen. „Statt unrealistischer Avatar-Hirngespinste (CES 2020) wäre der Konzern besser beraten, massiv serienreife Elektroautos auf die Straße zu bringen".

Angesichts disruptiver Zeiten und der Verbrüderung zahlreicher Konkurrenten ist aus Sicht von Schwope vielleicht auch für Daimler die Zeit gekommen, über einen Zusammenschluss nachzudenken. Er sieht dafür grundsätzlich drei Modelle: 1. Die deutsch-deutsche Lösung mit BMW, 2. die deutsch-französisch-japanische Lösung mit den bereits verflochtenen Partnern Renault (und Nissan, sofern dieser sich nicht aus der bisherigen Kooperation verabschiedet) und 3. die deutsch-schwedisch-chinesische Lösung mit dem Großaktionär Geely und dem „Schwesterunternehmen“ Volvo.

Allerdings seien die Hürden für eine Fusion angesichts der Aktionärsstrukturen und politischer Interessen sehr hoch. Für Daimler sei es aber 5 vor 12, höchste Zeit also für Veränderungen. Die NordLB belässt das Anlageurteil aufgrund des bereits recht stark zurückgekommenen Kurses zunächst bei „Halten“.

Nach Ansicht von Independent Research sollte Daimler in 2019 die Talsohle erreicht haben. Unter Berücksichtigung der Geschäftsentwicklung, der Perspektiven sowie des gegenwärtigen Kursniveaus laute das Votum für die Daimler-Aktie deshalb weiterhin Halten (Kursziel: 46,00 (alt: 47,00) Euro.

Das Analysehaus Warburg Research bestätigte seine „Hold“-Empfehlung. Während die prognostizierte Aufweichung der Rentabilität in 2020 keine große Überraschung darstellte, sollten die drastische Dividendenkürzung, die Notwendigkeit beschleunigter Kosteneinsparungen und die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Altlasten aus der Dieselaffäre weiterhin auf der Aktienkursentwicklung lasten, schreibt Analyst Marc-Rene Tonn. Es sei zudem zu erwarten, dass die eingeleiteten Schritte die Rentabilität in den Jahren 2020 bis 2022 nur langsam verbessern sollten.

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