• Goldpreis erstmals über 1.600 Euro
  • 4,4 Mio. neue Arbeitslose in den USA
  • Markit: Beispielloser Kollaps der Eurozone-Wirtschaft
  • EZB akzeptiert Junkbonds als Sicherheit
  • Frankreichs Geschäftsklima kollabiert
  • GfK-Konsumklima erreicht historisches Tief
  • Große Koalition plant neue Coronahilfen
  • ifo: 50 % der deutschen Betriebe fahren Kurzarbeit
  • Über 25.000 Corona-Tote in Italien
  • Wirecard: Keine Belege für gefälschte Bilanzen
  • Daimler wagt vagen Ausblick
  • ProSiebenSat.1 streicht Jahresprognose
  • Elefantenhochzeit auf dem deutschen Immobilienmarkt?
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DAX

  • Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich heute zunächst schwächer, konnte am Nachmittag trotz miserabler Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA an Fahrt aufnehmen. Es kehrt etwas Optimismus an den Markt zurück. Dies ist der Hoffnung geschuldet, dass in vielen Ländern der Corona-Hochpunkt überschritten zu sein scheint und sich damit die wirtschaftliche Situation etwas entspannen könnte. Doch unter den Marktteilnehmern gehen die Meinungen auseinander, ob die Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen zu früh kommen, oder ob die Restriktionen noch weiter zurückgefahren werden sollten. Der DAX verabschiedete sich schließlich mit einem Plus von knapp einem Prozent bei 10.513 Punkten aus dem Handel. Neue Stimmungsdaten aus der Privatwirtschaft der Eurozone und den USA sind noch desaströser ausgefallen als von den meisten Ökonomen erwartet. Der Absturz der Indikatoren, die aus den Umfragen generiert wurden, deutet auf stärkere Wirtschaftseinbrüche in den USA und Europa als in der Finanzkrise 2008/2009 hin.
  • Der Goldpreis hat am Donnerstag in Euro ein neues Rekordhoch erreicht und kletterte erstmals über die Marke von 1.600 Euro. Im Hoch wurden 1.607 Euro markiert. In US-Dollar lag der Preis zuletzt bei 1.733 Dollar. Der Rekordstand von gut 1.900 Dollar, aus dem Jahr 2011 ist noch etwas entfernt. Gold gilt einigen Anlegern als Versicherung in Krisenzeiten und wird daher derzeit stärker nachgefragt, was den Preis treibt.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die Lufthansa hat im ersten Quartal einen operativen Verlust (bereinigtes Ebit) von 1,2 Mrd. Euro verzeichnet. Im Vorjahr hatte der Konzern in dem üblicherweise schwachen Jahresviertel zu Jahresbeginn 336 Mio. Euro Verlust eingeflogen. Im gesamten Quartal lag auch der Umsatz mit 6,4 Mrd. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 7,8 Mrd. Euro.
  • Knorr-Bremse will seinen Aktionären für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende von 1,80 Euro je Anteilschein zahlen und damit 5 Cent mehr als im Vorjahr. Damit hält der Bremsenspezialist trotz der Corona-Krise an seiner Dividendenpolitik fest. Erst kürzlich hatte der Konzern aufgrund der durch die Krise ausgelösten Unsicherheiten seine Prognose zurückgezogen.
  • Ryanair-Chef Michael O'Leary wirft der Lufthansa vor, die Corona-Krise nutzen, „um sich mit unglaublich hohen Summen vom Staat zu bereichern“. Dies sagte der Airline-Manager am Donnerstag dem "Handelsblatt". Für sein eigenes Unternehmen schloss O'Leary Staatshilfen aus, weil man über ausreichende Bargeldreserven verfüge. Der Manager gestand zu, dass das staatliche Kurzarbeitergeld in vielen europäischen Ländern die finanzielle Situation seines Unternehmens verbessert. Im Winter sei dennoch ein Stellenabbau von 10 bis 20 Prozent „fast unvermeidlich".
  • In der Commerzbank wird angeblich über die Schließung jeder zweiten Filiale räsoniert. Eine Fraktion in der Bank wolle die Zahl der Geschäftsstellen von 1.000 auf 400 bis 500 halbieren, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe. Auslöser sei der zunehmende Druck vom Bund als Großaktionär auf Vorstandschef Martin Zielke, eine überzeugende Strategie vorzulegen.
  • Der Sportartikelkonzern Adidas will einem Medienbericht zufolge den jüngst genehmigten KfW-Kredit mit einer Unternehmensanleihe ablösen. Wie das Manager Magazin berichtet, plant adidas die Ausgabe einer milliardenschweren Unternehmensanleihe, um den Staat als Finanzier so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Während der 15-monatigen Laufzeit des 2,4 Milliarden schweren Kredits von der staatseigenen KfW darf Adidas keine Dividende ausschütten. Bisher hatte Adidas kein Kreditrating einer Ratingagentur. Nun soll laut Manager Magazin ein solches möglichst bald vorliegen.
  • Das kriselnde Dessous-Label "Victoria's Secret" steht in der Corona-Krise zusätzlich unter Druck. Der Finanzinvestor Sycamore Partners will die im Februar vereinbarte Übernahme der 55-prozentigen Mehrheitsbeteiligung stornieren, wieder der Mutterkonzern L Brands bestätigte. Sycamore habe eine Klage bei einem Gericht in Delaware eingereicht, um den Deal rückgängig zu machen. L Brands besteht dagegen auf die Einhaltung des Kaufvertrags.
  • Netflix hat sich erneut mit frischem Kapital eingedeckt. Eine Milliarde Dollar sollen vorrangige Schuldverschreibungen einbringen. Details zum Zinssatz, den Rücknahmebestimmungen und dem Fälligkeitsdatum nannte der Konzern in diesem Zusammenhang noch nicht.
  • Der Pharmakonzern Eli Lilly meldete einen Quartalsgewinn von 1,75 Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsensschätzung um Längen. Die Erlöse konnten die optimistischen Wall Street-Prognosen ebenfalls schlagen. Der weltweite Umsatz wurden durch den Pandemie-Ausbruch um 250 Mio. Dollar angetrieben, wie das Unternehmen mitteilte. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt Eli Lilly dennoch skeptisch.
  • Der Süßwarenhersteller Hershey verfehlte die Schätzungen für das vergangene Quartal mit einem Quartalsgewinn von 1,63 Dollar je Aktie um 8 Cent je Aktie. Die Erlöse lagen leicht unter den Prognosen. Dem Management zufolge verfügt der Konzern über genügend Liquidität, um seinen Bargeldbedarf zu decken.
  • Der Finanzinvestor Blackstone meldete für das erste Quartal einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie von 46 Cent -. 4 Cent je Aktie unter den Schätzungen. Unterm Strich kam es aufgrund der Abschreibung seines Investitionsportfolios zu einem Verlust. Die verwalteten gebührenpflichtigen Vermögenswerte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 20 %.
  • Delta Air Lines plant, durch eine Schuldenumfinanzierung und eine neue Kreditlinie 3 Mrd. Dollar freizumachen. Die Fluggesellschaft versucht, die finanziellen Auswirkungen des virusbedingten starken Rückgangs der Nachfrage einzugrenzen.
  • Marathon Petroleum warnte, dass aufgrund des Einbruchs der Treibstoffnachfrage für das erste Quartal eine Belastung in Höhe von etwa 7,8 Mrd. Dollar anfallen wird. Es sei mit einem Quartalsverlust zu rechnen.
  • Tyson Foods wird seinen Betrieb in Logansport, Indiana, schließen, da mehr als 2.200 Arbeiter auf das Coronavirus getestet werden. Der Fleischverarbeiter hatte bereits am Mittwoch die Schließung seines Werks in Waterloo, Iowa, angekündigt.
  • Boeing wurde von einer kuwaitischen Leasinggesellschaft auf 336 Millionen Dollar verklagt. Dies beschuldigt den Flugzeughersteller, Vorauszahlungen für einen stornierten Auftrag über 40 Flugzeuge des Typs 737 Max nicht zurückzuzahlen.
  • Laut Citibank-Analyst Mohit Bansal ist bei Biogen trotz des gestrigen Kursrutsches von über neun Prozent weiteres Abwärtspotenzial einzukalkulieren, da das Management keine ausreichende Erklärung für die Verzögerung bei der Einreichung des einst aussichtsreichen Alzheimer-Kandidat Aducanumab abgeliefert habe. Es bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA mehr Studien sehen will und es gebe derzeit keinen dringenden Grund die Aktie zu halten.
  • Der größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia wagt beim Wettbewerber Deutsche Wohnen einen erneuten Übernahmeversuch, wie Bloomberg unter Berufung auf Kreise meldet. Vonovia untersuche zusammen mit Beratern die Durchführbarkeit einer solchen Transaktion, berichtet die Nachrichtenagentur am Mittwoch. Vonovia werde eine Übernahme aber nur mit der Zustimmung des Managements von Deutsche Wohnen und der Berliner Stadtregierung versuchen. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Geht der Deal über die Bühne könnte ein Unternehmen mit einer Marktbewertung von fast 40 Mrd. Euro entstehen.
  • Den Chemiekonzernen Bayer und BASF wird von mehreren Entwicklungsorganisationen vorgeworfen, in Südafrika und Brasilien Pestizide zu vertreiben, die in der EU nicht genehmigt sind. Misereor, das Inkota-Netzwerk und die Rosa-Luxemburg-Stiftung kritisierten bei der Vorstellung einer aktuellen Studie, die Unternehmen verletzten damit ihre Sorgfaltspflichten. Laut Untersuchung vertreiben die Konzerne in Brasilien jeweils mindestens zwölf Wirkstoffe ohne aktuelle EU-Genehmigung, in Südafrika seien es sieben Fälle bei Bayer und vier bei BASF. Dabei seien sieben der in beiden Ländern vertriebenen Wirkstoffe in der EU aufgrund von ökologischen und gesundheitlichen Gefahren explizit verboten.
  • Daimler muss im ersten Quartal der Coronavirus-Pandemie Tribut zollen. Der Autokonzern muss einen massiven Gewinneinbruch verkraften. So sackte das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns nach 2,3 Mrd. Euro im Vorjahr auf 719 Mio. Euro ab. Dies teilte Daimler in der Nacht zu Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Die Auswirkungen der Pandemie auf Kundennachfrage, Lieferketten und Fahrzeugproduktion könnten nicht detailliert und auf sicherer Basis geschätzt werden, so dass eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2020 schwer sei, hieß es weiter. Doch klar sei, dass Absatz und Umsatz des Konzerns 2020 unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Daimler fährt seit diesem Montag nach vier Wochen Stillstand der Produktion seine Werke wieder hoch.
  • Der Zahlungsdienstleister Wirecard verschiebt erneut die Veröffentlichung einer Sonderprüfung der Bilanzen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG will ihre Ergebnisse erst am kommenden Montag (27. April) übermitteln, wie der Zahlungsdienstleister am Mittwochabend mitteilte. Bisher sei bei der Sonderprüfung nichts Substanzielles herausgekommen, das eine Korrektur der Bilanzen der Jahre 2016, 2017 und 2018 notwendig machen würde, hieß es weiter.
  • Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 storniert seine Jahresprognose und den Dividendenvorschlag. Aufgrund des derzeitigen Stillstands der Weltwirtschaft und der daraus resultierenden erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheit sei es aktuell nicht möglich, einen Ausblick auf das finanzielle Ergebnis im zweiten Quartal und für das Gesamtjahr zu geben, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Vorstand und Aufsichtsrat haben zudem beschlossen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende zu Hahlen. Ursprünglich sollten die Aktionäre 85 Cent je Anteilschein erhalten. Dies sei eine „einmalige" Maßnahme, mit der der Konzern 192 Mio. Euro in der Kasse behält, hieß es.
  • Vorstand und Aufsichtsrat von Rhön-Klinikum halten das vorliegende Übernahmeangebot durch den Wettbewerber Asklepios für angemessen. Das geht aus den begründeten Stellungnahme des Konzerns hervor. Die Rhön-Aktionären sollten die Offerte annehmen, hieß es. Die von Asklepios geäußerten Ziele und Absichten im Hinblick auf den weiteren Geschäftsbetrieb der Gesellschaft seien positiv zu bewerten. Hervorzuheben seien etwa die angedachte enge Kooperation bei der Nutzung von Infrastrukturen sowie das Ziel, Synergien in Bereichen wie Einkauf, Krankenhausinformationssysteme und Entlassmanagement zu heben.
  • Beim Autobauer Volkswagen rollen die Bänder am Donnerstag nach fünf Wochen Pause wieder. Den Anfang macht das Werk im sächsischen Zwickau, zeitgleich soll auch das Motorenwerk Chemnitz schrittweise wieder hochgefahren werden, teilte das Unternehmen mit. Die Gläserne Manufaktur in Dresden folgt demnach am kommenden Montag, ebenso wie die Werke in Wolfsburg, Emden und Hannover.
  • Der Immobilienverwalter Corestate Capital hat seine Jahresziele gestrichen. Angesichts einer sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie abzeichnenden deutlichen Verschiebung von Investmententscheidungen, Transaktionen und Bewertungsansätzen in Kernmärkten und -produkten sei die Erreichung nicht mehr wahrscheinlich, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Die Erträge würden vor allem in den Bereichen Akquisitions- und erfolgsabhängige Gebühren sowie Warehousing und Alignment Capital hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Konjunktur & Politik

  • Die Geschäftsstimmung der US-Unternehmen in der Corona-Krise hat sich im April rapide verschlechtert, wie der Einkaufsmanagerindex des Instituts IHS Markit signalisiert. Der Wert für das Verarbeitende Gewerbe stürzte von 48,5 auf 36,9 Zähler. Selbst die bisherigen Tiefstände aus den Zeiten der globalen Finanzkrise wurden damit unterboten. Im Dienstleistungsgewerbe brachen die Werte von 31,5 auf 27,0 Punkte ein. Die dortigen Unternehmen sind besonders von Zwangsschließungen zur Eindämmung des Virus betroffen.
  • In der Woche zum 18. April ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf saisonbereinigter Basis um 810.000 auf 4.427.000 gestiegen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 4.300.000 vorhergesagt. Für die Vorwoche wurde der Wert auf 5.237.000 nach unten revidiert. In der Woche zum 11. April erhielten 15,976 Mio. Personen Arbeitslosenunterstützung.
  • US-Präsident Trump hat dem Iran erneut gedroht. Im Fall von Störungen durch iranische Patrouillenboote im Persischen Golf werde das US-Militär die Schiffe versenken, so Trump. Die USA würden sich unter seiner Führung Provokationen des Irans nicht gefallen lassen.
  • Die Eurozone verzeichnete den stärksten jemals gemessenen Wachstums- und Beschäftigungsrückgang infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dies signalisiert der IHS Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, der im April binnen Monatsfrist vom bisherigen Rekordtief von 29,7 Punkten im März um weitere 16,2 auf aktuell 13,5 Punkte einbrach. Dies ist der mit Abstand tiefste Wert in der über 20-jährigen Umfragegeschichte. Am stärksten von den Auswirkungen der Ausgangssperren betroffen war der Servicesektor, hier brach der Index Geschäftstätigkeit von 26,4 Punkten im März auf 11,7 Punkte im April ein. „Die Eurozone verzeichnete im April einen beispiellosen Absturz beim Wirtschaftswachstum, ausgelöst durch Corona-Ausgangssperren, den globalen Nachfragerückgang und Engpässe bei Personal und Produktionsmaterialien“, kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Der Marktforscher wies darauf hin, dass die Daten einen BIP-Rückgang in der Eurozonen-Privatwirtschaft im April von 7,5 Prozent auf Quartalsbasis implizieren.
  • Unionspolitiker argumentierten weiter gegen eine Einführung von Corona-Bonds in Europa. „Wir sind keine schlechten Europäer, nur weil wir Corona-Bonds nicht als Lösung für Europa sehen", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katja Leikert am Donnerstag im Bundestag. Deutschland sei solidarisch, dies dürfe man sich auch nicht von „Populisten" in Rom, Madrid oder Paris kaputt reden lassen. Notwendig seien pragmatische und zielgerichtete Maßnahmen, sagte die CDU-Politikerin. Fraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) sagte, man dürfe Solidarität nicht mit Vergemeinschaftung von Haftung verwechseln.
  • Der Geschäftsklimaindex der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist im März mit 7,7 Punkten auf den niedrigsten Stand seit elf Jahren gefallen. Der Indexwert liegt damit aber weiter über dem während der Finanzkrise 2009, als er sich bei minus 15,3 Punkten befand, teilte Creditreform mit. Creditreform hatte zwischen dem 2. und 29. März rund 1.000 Unternehmen aus dem Mittelstand befragt, also teilweise noch bevor ein Großteil der Maßnahmen zur Corona-Eindämmung in Deutschland in Kraft getreten war.
  • Die Stimmung in der französischen Wirtschaft ist angesichts der Corona-Krise am Boden. Das Geschäftsklima ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1980 gefallen, wie aus Daten des Statistikamtes Insee hervorgeht. Der Index brach um historisch einmalige 32 Punkte auf 62 Zähler ein. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 80 Punkte gerechnet.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) entfernt sich weiter von ihren geldpolitischen Grundsätzen. Wie die Notenbank am Mittwochabend mitteilte, will sie in ihrem Refinanzierungsgeschäft mit den Euroraum-Banken jetzt auch bestimmte Wertpapiere mit unzureichender Qualität (Stichwort ‚Junkbonds‘) akzeptieren. Die Banken können derartige Papiere bei der EZB als Sicherheit gegen Zentralbankgeld einreichen, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden.
  • Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben die Verbraucherstimmung im April absacken lassen. Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung befinden sich im freien Fall, während die Konjunkturerwartung nur moderate Einbußen hinnehmen muss. Folglich prognostiziert der Konsumforscher GfK für Mai einen historischen Tiefstand von -23,4 Punkten und damit 25,7 Punkte weniger als im April dieses Jahres. „Angesichts eines weitgehend eingefrorenen Wirtschaftslebens kommt dieser beispiellose Absturz des Konsumklimas nicht ganz überraschend. Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine unmittelbar bevorstehende, sehr schwere Rezession einstellen,“ erklärte GfK Konsumexperte Rolf Bürkl. „Da sich nun abzeichnet, dass die Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 aus Vorsichtsgründen nur sehr langsam vor sich gehen werden, dürften auch dem Konsumklima in den nächsten Monaten schwierige Zeiten bevorstehen.“
  • Die Große Koalition in Berlin will mit neuen Milliarden-Hilfen für Arbeitnehmer und Gastronomiebetriebe die negativen Folgen der Corona-Krise abmildern. Das Kurzarbeitergeld soll erhöht werden. Zugleich wird die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds verlängert. Die Gastronomiebetriebe bekommen Steuererleichterungen.
  • Die Arbeitgeber des deutschen Produzierenden Gewerbes und wirtschaftlicher Dienstleistungen haben im Jahr 2019 durchschnittlich 35,90 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde bezahlt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Arbeitskostenniveau in Deutschland lag damit innerhalb der Europäischen Union (EU 27 ohne Vereinigtes Königreich) auf Rang 7, 2018 war es noch der sechste Platz. Damit ist eine Arbeitsstunde in Deutschland relativ gesehen leicht günstiger geworden. Dänemark hatte mit 46,30 Euro die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde, Bulgarien mit 6,00 Euro die niedrigsten.
  • Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen heute über den Plan zur wirtschaftlichen Erholung nach der akuten Corona-Krise beraten. Es wird erwartet, dass ein bereits von den Finanzministern ausgehandeltes Hilfspaket im Umfang von 540 Mrd. Euro zur Unterstützung von Arbeitsplätzen, Firmen und verschuldeten Staaten gebilligt werden wird.
  • In der Corona-Krise fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ifo Instituts im April. Im Handel befinden sich Mitarbeiter derzeit bei 55 Prozent der Unternehmen in Kurzarbeit, in der Industrie 53 Prozent, bei den Dienstleistern 48 Prozent und auf dem Bau nur 37 Prozent. „Für viele Unternehmen ist Kurzarbeit ein Mittel der Wahl, um kurzfristige Umsatzausfälle abzufedern und ihre Belegschaft zu halten“, sagt der Leiter der ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe.
  • Gut zwei Monate nach den ersten Meldungen zum Corona-Ausbruch in Italien hat die Zahl der registrierten Toten in dem Land die Schwelle von 25.000 überschritten. Der Zivilschutz in Rom berichtete am Mittwoch, dass innerhalb von 24 Stunden 437 neue Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit verzeichnet worden seien. Damit stieg die offizielle Opferzahl auf 25.085.

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