• Daimler AG - Kürzel: DAI - ISIN: DE0007100000
    Börse: XETRA / Kursstand: 59,510 €

Hannover (Godmode-Trader.de) - Mit seinen Zahlen zum abgelaufenen Quartal und zum ersten Halbjahr konnte Daimler nicht überzeugen.

Der Fahrzeug-Absatz des Konzerns wurde um 4,0 Prozent ausgebaut, wobei alle Sparten ihre Verkaufszahlen steigern konnten. Die Daimler Trucks entwickelten sich dabei mit einem Zuwachs von 13,0 Prozent besonders positiv. In China, dem für Daimler größten Einzelmarkt, nahmen die Verkäufe von Mercedes-Benz Cars in den ersten 6 Monaten 2018 um 15,1 Prozent auf den neuen Rekordwert von 350.020 Einheiten zu.

Das EBIT des Konzerns ging allerdings im ersten Halbjahr um 20,5 Prozent auf 5,975 Mrd. Euro zurück, im zweiten Quartal lag das Minus sogar bei 30 Prozent. Im Berichts-Halbjahr führte bei Daimler Financial Services die Einigung über die Beendigung der Toll Collect-Schiedsverfahren zu einer „wesentlichen Belastung des Ergebnisses“. Mercedes-Benz Cars erreichte das Vorjahresergebnis „wegen einer temporär schwächeren Preisdurchsetzung inklusive Zöllen“ nicht.

Die EBIT-Marge der Pkw-Sparte ging von 9,5 auf 8,7 Prozent zurück. Die EBIT-Marge des Konzerns reduzierte sich sogar von 9,4 auf 7,4 Prozent. Das Konzernergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter verringerte sich um 20,0 Prozent auf 3,999 Mrd. Euro. Hieraus resultiert ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 3,74 Euro (H1 2017: 4,67).

Der Vorstand hatte bereits im Juni die Prognose für 2018 gesenkt. Er rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einer leichten Steigerung von Absatz und Umsatz. Das EBIT soll leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Für die weltweite Pkw-Nachfrage im laufenden Jahr kalkuliert der Vorstand mit einem Plus von rund 2 Prozent.

Auch nach der Gewinnwarnung im Juni ist der Daimler-Konzern aus Sicht von NordLB-Analyst Frank Schwope verschiedenen Risiken, wie dem Diesel-Skandal, potenziellen Kartell-Skandal, Einführung von Strafzöllen, ausgesetzt, die sich deutlich auf die Ergebnisgrößen auswirken könnten. Allerdings seien amerikanische Strafzölle auf europäische Autos zunächst vertagt.

Gestern hatten mit General Motors und Fiat Chrysler weitere Automobil-Hersteller „Gewinnwarnungen“ herausgegeben. Dem Einstieg des Geely-Eigners Li Shufu bei Daimler könne er gerade mit Blick auf die immer größere Bedeutung des chinesischen Marktes viel Positives abgewinnen, zumal der chinesische Automarkt zunehmend wesentlich bedeutender werde als der amerikanische Automarkt, so Schwope.

Die Analysten der NordLB belassen das Anlageurteil für die Daimler-Aktie bei „Halten“ und das Kursziel bei 57,00 Euro. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux bewertet Daimler nach Zahlen gleichfalls unverändert mit „Hold“ und einem Kursziel von 73 Euro. Die Analysten sehen Licht und Schatten in der Bilanz zum vergangenen Quartal.Der Umsatz sei schwächer gewesen als gedacht, die Schätzungen für das operative Ergebnis seien aber erfüllt worden. Insgesamt hielten sich Positives und Negatives die Waage.