Wenn man sich tagtäglich sehr intensiv mit der Börse beschäftigt, dann läuft man Gefahr, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zusehen. Bei all den Krisen, die um uns herum immer offensichtlicher werden, und die uns Börsianer ganz besonders beschäftigen, sollten wir nie vergessen, dass die Börse, und alles, was damit zusammenhängt, nur ein winziger Teil des Lebens ist. Verglichen mit anderen Themen, die manche von uns gerade beschäftigen, ist dieser Teil sogar sehr unbedeutend.

Wir sehr wir Anleger das Geschehen an den Kapitalmärkten manchmal überschätzen, das ist mir in dieser Woche erneut bewusst geworden, als ich mir einen Radiobeitrag von DRadio Wissen angehört habe.

In dem Beitrag kommt eine gute Freundin von mir zu Wort. Christine Schiessl ist Ärztin und leitet die palliativmedizinische Abteilung der Uniklinik in Köln. Palliativmediziner helfen Menschen, die mit den existentiellsten Ängsten und Sorgen fertig werden müssen, die man sich nur vorstellen kann: Sie wissen, dass sie unheilbar krank sind, und dass sie bald sterben werden. Palliativmedizinern geht es deshalb darum, diesen Menschen, die verbleibende Lebenszeit ein klein wenig leichter zu machen. So lange es eben geht.

Diese Ärzte helfen Menschen an einem Punkt, an dem es nicht mehr um eine Verlängerung des Lebens geht. Im Mittelpunkt steht die verbleibende Lebensqualität, auf dem Weg, den wir irgendwann unweigerlich alle gehen müssen. Was für eine heldenhafte Aufgabe, verglichen mit der Herausforderung, die Richtung der Aktienbörsen richtig einzuschätzen:

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Jetzt ist wieder die Zeit, da aufgerufen wird zu Spenden gegen den Hunger in der Welt. Uns wird gesagt, wir sollten Erdbebenopfern helfen, Kindern in den Entwicklungsländern und all jenen, denen es viel schlechter geht als uns. Natürlich ist das alles gut und richtig.

Viel wäre aber auch schon erreicht, wenn wir öfter jenen Menschen danken würden, die im Verborgenen wirken und die dabei für die Gemeinschaft unschätzbare Dienste leisten. Viele davon tun das für eine Entlohung, für die ein einigermaßen gewiefter Trader nicht einmal seinen Computer einschalten würde.

Krankenschwestern fallen mir da ein, Altenpfleger, Sozialarbeiter oder auch die vielen Mütter, die ohne jeden Dank tagtäglich und ganz selbstverständlich für ihre Kinder da sind. Manche dieser „Helden des Alltags“, Polizisten etwa oder Feuerwehrleute, setzen bei ihrer Tätigkeit manchmal sogar ihr Leben aufs Spiel.

Wir sollten uns selbst nicht immer so wichtig nehmen. Verglichen mit den wahren Dramen und Tragödien des Lebens ist auch die Finanzkrise nichts weiter als ein Ereignis von nachrangiger Bedeutung.

Worauf es wirklich ankommt in unserem Dasein, das sollten wir uns in den kommenden Tagen wieder einmal bewusst machen. Und uns allen wäre viel geholfen, wenn diese Gedanken über die Feiertage hinaus reichen würden...

Wir wünschen allen unseren Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest...

Was wir im kommenden Jahr an den Börsen erwarten, das lesen Sie in der Januar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in wenigen Tagen erscheint.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de