Im Leitartikel des Antizyklischen Börsenbriefs befassen wir uns jeden Monat mit der aktuellen Lage an den Börsen. Wir geben unseren Lesern damit Hilfestellungen für die kommenden Wochen.

In diesen Analysen untersuchen wir verschiedene Indikatoren, die sich für das mittelfristige Geschehen als sehr treffsicher herausgestellt haben. Und aktuell sieht es nicht gut aus: Einige Beobachtungen deuten an, dass die breiten Märkte an einem wichtigen Hochpunkt angekommen sind. Natürlich haben wir keine Glaskugel und können das Geschehen nicht exakt prognostizieren, niemand kann das.

Doch das Verhalten einiger Indikatoren deutet zumindest darauf hin, dass die kommenden Wochen holprig werden könnten. Hierfür sprechen sowohl fundamentale wie auch einige charttechnische Faktoren. Mehr dazu in der November-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs.

Auch bei den Edelmetallen hatten wir in der Vergangenheit immer wieder eine gute Nase. Seit fast zehn Jahren befinden wir uns bei Gold und Silber auf der Bullenseite. In dieser Zeit hat sich der Goldpreis verfünffacht.

Doch erst in der Oktober-Ausgabe hatten wir die Leser des Antizyklischen Börsenbriefs fast punktgenau vor einer Korrektur bei den Edelmetallen gewarnt. Damit waren wir wieder einmal ziemlich allein auf weiter Flur: Während sich die Kommentatoren mit luftigen Kurszielen für den Goldpreis gegenseitig überboten haben, waren unsere Leser nur noch mit angezogener Handbremse unterwegs. In dieser Woche war es soweit, Gold und Silber sind in den Korrekturmodus eingeschwenkt.

Wie immer sind es die Umsätze, die jetzt wichtige Rückschlüsse auf die weitere Entwicklung geben. Bei den beiden lebhaft gehandelten Edelmetall-ETF mit den US-amerikanischen Kürzeln SLV (für Silber) und GLD (für Gold) kam es in dieser Woche bei fallenden Kursen zu bemerkenswerten Umsatzspitzen.

Insbesondere der spekulativere der beiden ETF zeigt jetzt in der langfristigen Betrachtung in der Nähe des jüngsten Hochs einen starken Anstieg der Umsätze. Am Donnerstag kam es beim Silber-ETF bei fallenden Kursen zum stärksten Umsatzanstieg der vergangenen drei Jahre. Die folgende Abbildung zeigt das, achten Sie auf die rote Markierung:

Nun treten solche Umsatzspitzen mit Vorliebe bei zwei Gelegenheiten auf: An wichtigen Hoch- oder aber an wichtigen Tiefpunkten. Allerdings wird man beim Blick auf die Grafik oben nur schwer auf die Idee kommen, der Silberpreis könnte sich womöglich an einem wichtigen Tief befinden.

Wobei man auch festhalten muss, dass Top-Bildungen oftmals eine ganze Zeit in Anspruch nehmen. Beim Öl war uns das vor einigen Jahren einmal so gegangen. Unsere Stamm-Leser erinnern sich vielleicht noch, dass wir beim Allzeithoch im Sommer 2008 einige Wochen zu früh dran waren, als wir inmitten der größten Partystimmung vor einer herben Korrektur gewarnt haben. Es ist daher gut möglich, dass sich auch beim Silber die Preise noch einmal erholen.

Übrigens war der Einbruch beim Öl seinerzeit der Beginn einer Korrektur, von der sich die Notierungen seit fast zwei Jahren nicht mehr erholen konnten. Beim Blick auf die folgende Abbildung könnten man auf die Idee kommen, es könnte das Ende des Bullenmarktes beim Öl gewesen sein. Sehen Sie sich dazu den folgenden langfristigen Kursverlauf des US-amerikanischen Öl-ETF mit dem Kürzel USO an:

Sehen wir nun also auch das Ende des Bullenmarktes bei den Edelmetallen? Die Frage klingt im Moment fast ketzerisch. Niemand rechnet derzeit auch nur ansatzweise mit so etwas. Genau aus diesem Grund werden wir uns mit dieser Thematik in der November-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbrief einmal eingehend befassen. Denn die wichtigsten Entwicklungen, Gedanken und Ideen sind stets dort zu finden, wo sich niemand hintraut und die niemand auf der Rechnung hat.

Vorerst bleibt es dabei: Die Fans der Edelmetalle werden es nicht gerne hören, doch die starken Umsätze bei den beiden ETF mit den Kürzeln SLV und GLD in der Nähe der Höchstkurse in dieser Woche deuten darauf hin, dass weitere Kursanstiege zunächst einmal sehr unwahrscheinlich geworden sind.

Doch es gibt ja noch eine ganze Reihe anderer interessanter Segmente.
China etwa scheint sich immer stärker vom übrigen Geschehen abzukoppeln. So hat der Hang Seng Index vor wenigen Tagen eine sehr bedeutende Widerstandszone überwunden. Achten Sie auf die rote Linie in der folgenden Abbildung. Auch einige fundamentale Entwicklungen bestätigen unsere seit Langem vertretene Ansicht, dass sich das Riesenreich auf dem besten Weg befindet, die Vereinigten Staaten als größte und bedeutendste Wirtschaftsmacht der Welt abzulösen.

Dabei sollte man sich wie immer davor hüten, die Bäume in den Himmel wachsen zu sehen. Die Zinserhöhung der chinesischen Zentralbank in dieser Woche könnte ein Warnschuss gewesen sein, der noch ungeahnte Folgen nach sich ziehen könnte.

Steigende Zinsen sind Gift für die Aktienmärkte, deshalb könnte die Party in China womöglich schneller als gedacht zu Ende gehen. Da sich insbesondere der Shanghai Composite seit einigen Jahren als sehr treffsicherer Frühindikator für die weltweite Entwicklung an den Aktenmärkten erweist, sollte man diesen Index jetzt besonders genau verfolgen.

Doch glücklicherweise besteht das Leben nicht nur aus der Börse. Die einfühlsam geschriebene Geschichte aus der Süddeutschen Zeitung über das Leben der in dieser Woche verstorbenen Loki Schmidt, der Frau von Altkanzler Helmut Schmidt, könnten Sie sich deshalb an diesem Wochenende einmal in Ruhe zu Gemüte führen:

http://www.sueddeutsche.de/politik/trauer-um-frau-von-altkanzler-loki-schmidt-die-frau-fuers-leben-1.1014651
Wie wir die Lage jetzt einschätzen und was wir unseren Lesern raten, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die vor wenigen Tagen erschienen ist.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de