• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.889,60999 $/oz.

Frankfurt/ Berlin (Godmode-Trader.de) - Die Ungewissheit über den Ausgang der Corona-Krise und die Billionen-Geldflut der Notenbanken treiben die Anleger in sichere Häfen, wie Edelmetalle. In Deutschland besonders beliebt ist ein Goldpapier, dass von der Deutschen Börse und Banken emittiert wird: Xetra-Gold.

„Eine effiziente Art, in Gold zu investieren“. So bewirbt die Deutsche Börse das Produkt, und es ist ja auch eine schöne, flexible Sache. Xetra-Gold ist ein Wertpapier, welches einfach wie eine Aktie handelbar ist, und das es ermöglicht 1:1 an der Entwicklung des Goldpreises teilzuhaben. Goldpapiere können also die Eigenschaften des effizienten Börsenhandels mit den Vorteilen des physischen Goldes verbinden.

Die offizielle Umschreibung lautet: „Bei Xetra-Gold handelt es sich um ein börsenfähiges Wertpapier in Form einer nennwertlosen, in ihrer Laufzeit unbefristeten Inhaberschuldverschreibung. Jede Teilschuldverschreibung von Xetra-Gold gewährte dem Inhaber das Recht auf Auslieferung eines Gramms Gold, das jederzeit gegenüber der Bank geltend gemacht werden konnte. Daneben besteht die Möglichkeit, die Wertpapiere an der Börse zu veräußern. Zur Besicherung und Erfüllbarkeit der Auslieferungsansprüche war die Inhaberschuldverschreibung jederzeit durch physisch eingelagertes Gold zu mindestens 95 Prozent gedeckt“.

Ein weiterer Vorteil und mitverantwortlich für die Beliebtheit des Produkts ist/war auch: Die Schuldverschreibung Xetra-Gold wurde bisher als abgeltungsteuerfrei beworben. Doch damit soll nun offenbar Schluss sein: Das Bundesfinanzamt plant eine zusätzliche Belastung für Privatanleger, die ihr Geld in auf Edelmetallen basierten Wertpapieren anlegen.

Es geht um die Erweiterung des Tatbestandes des § 20 Abs. 1 Nr. 7 Einkommenssteuergesetz (EStG) und damit um „Erträge aus Kapitalforderungen, bei denen statt der Rückzahlung des geleisteten Geldbetrages eine Sachleistung gewährt wird oder eine Sachleistung gewährt werden kann“. Wie aus dem am 17. Juli veröffentlichten Entwurf des Jahressteuergesetzes 2020 hervorgeht, sollen künftig auch Kapitalanlagen erfasst werden, die auf die Lieferung von Gold oder anderen Edelmetallen gerichtet und wirtschaftlich mit Zertifikaten vergleichbar sind (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 Satz 1 EStG-E); der erweiterte Tatbestand soll erstmals auf Kapitalerträge anzuwenden sein, die ab dem 01. Januar 2021 zufließen (§ 52 Abs. 28 Satz 26 EStG-E).

Bis dato waren Veräußerungsgewinne steuerfrei, wenn Anleger die Wertpapiere länger als ein Jahr gehalten haben. Es machte also keinen Unterschied, ob der Investor das Gold physisch erwarb oder verbrieft als Schuldverschreibung. Die Neuregelung besagt nun, dass Gewinne aus der Veräußerung von Goldpapieren von Anfang 2021 an der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent (+Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer) unterliegen - ab maximal 801 Euro je Anleger (Freistellungsauftrag). Inhaber von physischem Gold in Form von Barren oder Münzen können weiterhin die Haltefrist von einem Jahr nutzen, um im Falle eines Veräußerungsgewinns abgeltungssteuerfrei zu bleiben.