In den USA weigert sich Notenbankchef Powell immer noch über ein Ende der Wertpapierkäufe nachzudenken. Das unterscheidet die US-Notenbank von anderen. Das viele Geld unterstützt zwar die wirtschaftliche Erholung, hat aber auch Nebenwirkungen. Die Risikoneigung von allen Finanzmarktteilnehmern ist ausgesprochen hoch. Solange das Geld der Notenbank fließt, kann nichts geschehen, denken sich viele. So gehen Marktteilnehmer immer höhere Risiken ein. Ein Risiko ist die Bewertung von Aktien. Kauft man einen Index-ETF auf den S&P 500, wenn dieser mit einem KGV von 10 bewertet ist, ist das Risiko geringer als der Kauf bei einem KGV von 35, wie es derzeit der Fall ist. Das viele Geld hält die Zinsen niedrig und erhöhte Risikoneigung unterstützt die Wirtschaft auch direkt. Viele Unternehmen können so z.B. Anleihen zu attraktiven Zinsen ausgeben. Ohne die Risikofreude müssten sie deutlich mehr bezahlen oder würden überhaupt keine Anleihen begeben können. Die Nebenwirkung ist das Risiko, welches sich mehr und mehr aufbaut. Überschwang wird früher oder später korrigiert. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Je länger die ultralockere Geldpolitik anhält, desto größer wird am Ende der Korrekturbedarf.

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