• Dow Jones - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 23.921,62 $
  • S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 2.584,85 Pkt

Das Schicksal des Aktienmarktes liegt in Donald Trumps Hand und wenn sein Vermächtnis nicht einer der schlimmsten Bärenmärkte der Geschichte sein soll, muss er bald handeln. Zunächst aber das Positive: nach der Wahl vor gut zwei Jahren setzte der Markt zu einer großen Rally an. Zwischen Wahltag und Allzeithoch liegt eine große Differenz: 35 %.

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Dank wirtschaftsfreundlicher Politik konnte der Markt kräftig zulegen. In der jüngsten Korrektur wurden im Tief zwei Drittel von diesem Zugewinn wieder abgegeben. Das lässt sich alles wieder aufholen, doch von alleine geschieht das nicht.

Trump hat gerade an zwei Fronten zu kämpfen. Er muss sich entscheiden, ob er nachgibt und so den Aktienmarkt und die Wirtschaft rettet oder ob er hartnäckig bleibt. Die erste Front liegt in den USA selbst, zwischen Republikanern und Demokraten. Die einen wollen 5,7 Mrd. für eine Mauer, die anderen wollen das nicht.

Die Folge ist Stillstand in der Regierung. Hunderttausende Menschen bekommen keine Gehälter. Das allein reicht schon, um das Wachstum zu dämpfen. Es steckt aber sehr viel mehr dahinter. Ohne funktionierende Ämter gibt es etwa keine Börsengänge.

Viel relevanter ist allerdings die Unsicherheit, die mit dem Shutdown einhergeht. Die Unsicherheit (Economic Policy Uncertainty) erreicht wieder Werte, die es seit der Finanzkrise nicht mehr gab (Grafik 1). Mittelfristig hemmt das Investitionen und sorgt für einen Risk-off Modus. Nicht umsonst geht höhere Unsicherheit mit Korrekturen am Markt einher.


Die zweite Front ist der Handelsstreit mit China. Beide Länder brauchen eigentlich dringend eine Einigung. Die USA fordern allerdings so viel, dass sich China praktisch als Kolonie der USA einordnen müsste. Das werden sie nicht tun, um keinen Preis. Die USA müssen an der einen oder anderen Stelle Kompromisse eingehen.

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China leidet derzeit mehr unter dem Konflikt als die USA. Mehr Leid bedeutet aber nicht, dass die USA gar nicht leiden. Die Unsicherheit erreicht in China derzeit einen Rekordwert (Grafik 2). Der massive Anstieg 2015/16 ist uns durch eine starke Korrektur des Marktes noch in Erinnerung. Heute ist die Situation dramatischer. Das geht weder an den USA noch am Rest der Welt vorbei.

Trump kann den gordischen Knoten lösen, wenn er will. Die Mauer gibt es dann nicht, dafür aber immerhin ein höheres Budget für die Grenzsicherung. Mit China muss eine Einigung auf phasenweise Öffnung des Marktes für Investitionen, Exporte und Sicherung des geistigen Eigentums reichen.

Beide Fronten könnten innerhalb von Stunden aufgegeben werden. Der Wille muss halt da sein. Ist er es nicht – und zwar für Wochen und Monate nicht – wird es für die Wirtschaft und den Aktienmarkt richtig bitter. Die aktuelle Korrektur wirkt dann wie ein Kindergeburtstag.