Frankfurt (BoerseGo.de) – Die Experten von Santander Asset Management (SAM) Deutschland gehen davon aus, dass für Anleger auch im kommenden Jahr kein Weg an Aktien vorbeiführen wird. „Die Mehrzahl der Einflussfaktoren spricht dafür, dass sich ein stärkeres Engagement in den Aktienmärkten mittelfristig lohnen wird“, erklärt Klaus Schrüfer, Chefmarktstratege bei SAM Deutschland. „Die große Unsicherheit über die konkreten Auswirkungen geopolitischer Störfaktoren auf die konjunkturelle Entwicklung und die andauernde Diskussion um eine mögliche Deflation dürften zwar auch 2015 zu größeren Schwankungen an den Finanzmärkten führen. Dennoch bieten Aktien weiterhin sehr gute Chancen auf steigende Kurse. Wir erwarten den deutschen Aktienindex DAX 30 am Ende des kommenden Jahres bei 11.200 Punkten“, prognostiziert Schrüfer.

Entscheidend wird erneut das Verhalten der Notenbanken sein. „Wichtige Impulse kommen weiterhin von einer global unverändert sehr expansiven Geldpolitik“, ist der SAM-Marktexperte überzeugt. Er ergänzt: „Auch wenn die amerikanische Notenbank ihren Leitzins im Sommer erstmals seit Juni 2006 wieder leicht erhöhen dürfte, wird wohl insbesondere die Europäische Zentralbank ihre expansive Geldpolitik sogar noch verstärken."

Rückenwind für den Aktienmarkt erwartet Schrüfer zudem von Unternehmensseite: „Der Zuwachs bei den Unternehmensgewinnen dürfte höher ausfallen als im zu Ende gehenden Jahr. Damit haben die Kursgewinne an der Börse auch eine fundamentale Berechtigung. Zudem liegt die Dividendenrendite vielfach deutlich über dem Zinssatz von langlaufenden Staatsanleihen – das macht Aktien gegenüber Renten zusätzlich attraktiv.“

Als ein wichtiger Motor für die Aktienmärkte könnte sich laut Schrüfer die US-Wirtschaft herausstellen. Er hebt die „positive Stimmung der amerikanischen Unternehmen und privaten Haushalte“ hervor und fügt hinzu: „Das Wachstum in der größten Volkswirtschaft der Welt dürfte sich von voraussichtlich 2,3 Prozent in diesem auf knapp drei Prozent im kommenden Jahr beschleunigen.“ Für den Euroraum ist er etwas zurückhaltender: „Die Erholung dürfte sich etwas verstärken, auch wenn sie fragil bleiben wird. Stimulierenden Impulsen von der sehr expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank stehen Bremseffekte von der nur schwer zu überwindenden Investitionsschwäche und der in einigen Ländern nach wie vor sehr hohen Arbeitslosigkeit gegenüber.“ Schrüfer rechnet für 2015 mit einem Wachstum von etwas über einem Prozent, was damit stärker ausfallen würde als 2014 (schätzungsweise 0,8 Prozent). Für Deutschland geht er von einem Plus von erneut rund 1,5 Prozent aus: „Gestützt von einer robusten Konsumnachfrage sollte die deutsche Wirtschaft 2015 ähnlich stark wie in diesem Jahr zulegen, auch wenn die geopolitischen Risiken die Impulse der Exporte begrenzen.“