DAX

    Nach der vergangenen zwei Rallye-Tagen zeigt sich der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte abwartend. Im Vorfeld der Veröffentlichung des Protokolls der geldpolitischen Fed-Notenbanksitzung am Abend keineswegs ungewöhnlich. Der Dax liegt gegen Mittag 0,37 % tiefer bei 9.300 Punkten. Am morgigen Donnerstag startet zudem das Treffen internationaler Zentralbanker im amerikanischen Jackson Hole, von welchem sich Investoren Hinweise über die weitere Geldpolitik erhoffen.

    Charttechnik

    Der Vormittag im Dax stand im Zeichen von Verkäufen, womit wir langsam in den Bereich des gestrigen Aufwärtsgaps hineinlaufen. Hier könnte die Bullen versuchen, eine Erholung zu initiieren. Gelingt dies nicht nachhaltig genug, könnten später weitere Verkäufe bis auf 9.200 Punkte und tiefer folgen (auch auf die nächsten Tage hin).

    Thema des Tages

    In dem heute veröffentlichten Protokoll der Zinssitzung der Bank of England vom 6. und 7. August stimmten die Ratsmitglieder erstmals seit dem Ausbruch der Finanzkrise nicht einstimmig für eine Beibehaltung der bisherigen lockeren Geldpolitik. Bei der vergangenen Zinssitzung hätten zwei Mitglieder des neunköpfigen Gremiums für eine erste Zinserhöhung seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise gestimmt, heißt es in dem Protokoll. Für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte stimmten demnach die beiden Ratsmitglieder Martin Weale und Ian McCafferty. Analysten hatten mit einem erneut einstimmigen Votum für die Fortsetzung der bisherigen lockeren Geldpolitik gerechnet.

    Volkswirte erwarten, dass die Bank of England die erste große Notenbank sein wird, die die Zinsen wieder anhebt. Der Schritt wird von den meistern Ökonomen für Anfang kommenden Jahres erwartet. Die Notenbank hatte im August beschlossen, sowohl den rekordtiefen Leitzins von 0,5 % als auch das milliardenschwere Wertpapierkaufprogramm beizubehalten. Zuletzt hatte ein überraschender Rückgang der Inflation die Hoffhung auf eine baldige Zinserhöhung eher gedämpft.

    Aktien im Blick

    Die Autowerte stehen heute unter besonderer Beobachtung, nachdem in China eine Rekordstrafe gegen japanische Autozulieferer wegen mutmaßlicher Preisabsprachen verhängt wurde. Daimler geben zu Stunde 0,96 % ab, BMW verlieren 0,53 %, während sich die Vorzüge von Volkswagen gegen den Branchentrend um 0,24 % verteuern.

    Laut einem Bericht des „manager-magazins“ will der Bund seinen Anteil an der Commerzbank bis mindestens 2016 behalten. Die Aktie gibt 0,67 % ab.

    Morphosys legen um 0,88 % zu. Das Unternehmen wird mit dem US-Unternehmen Emergent Biosolutions bei der Entwicklung eines Medikaments gegen Prostatakrebs zusammenarbeiten.

    Konjunktur

    Presse: Die Bundesregierung hat sich für Waffenlieferungen an kurdische Kämpfer im Nordirak entschieden.

    Der Bundesrechnungshof hat die Energiewende von Kanzlerin Merkel in scharf kritisiert und als verschwenderisch bezeichnet. Bis heute habe die Bundesregierung „keinen hinreichenden Überblick über die finanziellen Auswirkungen der Energiewende“, zitiert die SZ aus einem Bericht.

    Währungen

    Der US-Dollar ist zur Wochenmitte weiterhin gefragt. EUR/USD setzt seine Talfahrt fort und hat bei 1,3283 ein frisches Elfmonatstief erreicht.

    GBP/USD erholt sich hingegen nach Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der Bank of England von seinem im frühen Handel erreichten frischen Viereinhalbmonatstief bei 1,6599 und notierte bislang bei 1,6679 in der Spitze.

    Rohstoffe

    Der US-Ölpreis hat zu einer leichten Erholung angesetzt. Am Mittag verteuerte sich ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Oktober um 26 Cent auf 93,12 Dollar. Am Nachmittag wird die US-Regierung ihre Daten zu den Lagerbeständen an Rohöl veröffentlichen. Die Anleger spekulieren auf einen Rückgang der Ölreserven in den USA.