Die drohende Italien-Krise, die Angst vor steigenden Zinsen und die weiterhin ungelösten Handelskonflikte haben zuletzt weltweit die Aktienmärkte belastet. Der deutsche Leitindex DAX hat seit Jahresbeginn rund neun Prozent eingebüßt.

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    Doch die Kursverluste könnten erst der Anfang sein. Trader und Anleger sollten vorerst mit weiter fallenden Kursen rechnen. Dies legt ein einfaches, auf Basis gleitender Durchschnitte konstruiertes Handelssystem nahe, das langfristig eine deutliche Outperformance gegenüber dem DAX gezeigt hat.

    Das System besteht aus zwei einfachen gleitenden Durchschnittslinien (Simple Moving Average, SMA) mit einer Zeitdauer von 40 Tagen (SMA 40) und 140 Tagen (SMA 140). Liegt die gleitende Durchschnittslinie mit der kürzeren Zeitdauer von 40 Tagen über der längerfristigen von 140 Tagen, so signalisiert das einen Aufwärtstrend und der Anleger wäre im DAX investiert. Liegt der SMA 40 hingegen unter dem SMA 140, geht der Anleger short im DAX oder steigt in der Long-Only-Variante komplett aus dem Markt aus und ist nicht investiert.

    Notiert der kurzfristige gleitende Durchschnitt über dem längerfristigen, so deutet dies auf technische Stärke im DAX hin. Weiter steigende Kurse sind dann wahrscheinlicher als fallende. Steht der SMA 40 jedoch unter dem SMA 140, deutet dies auf eine technisch angeschlagene Situation im DAX hin. Anleger, die dem Handelssystem folgen, sollten dann nicht im DAX investiert sein oder gar short gehen.

    Auch aktuell notiert der SMA 40 wieder unter dem SMA 140 und signalisiert damit, dass Anleger entweder nicht im DAX investiert sind (Long-Only-Variante) oder sogar auf Kursverluste spekulieren (Long-Short-Variante).

    DAX zusammen mit den SMAs 40 und 140

    Mit diesem einfachen System hätte man seit dem Jahr 1990 eine deutliche Outperformance im DAX erzielt. Dies zeigt die folgende Grafik. Wer als Anleger einfach dauerhaft im DAX investiert war (Buy-and-hold-Ansatz) hätte aus ursprünglich investierten 1.000 Euro einen Betrag von rund 6.547 Euro gemacht (ohne Kosten). Wäre ein Anleger hingegen dem SMA-40/140-System gefolgt, hätte er in der Long-Only-Variante die 1.000 Euro in rund 9.405 Euro und in der Long-Short-Variante sogar in 13.510 Euro verwandelt.

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    Während sich die Long-Only-Variante als ähnlich schwankungsanfällig erwiesen hat wie der DAX, war die Long-Short-Variante allerdings deutlich schwankungsanfälliger. Bei beiden Varianten gab es leider immer wieder Phasen, in denen die Strategie über Monate oder gar Jahre schlechter funktionierte als ein dauerhaftes DAX-Investment.

    Während die Strategie immer wieder zu kleineren Fehlsignalen neigt (so auch zuletzt wieder), können Anleger in der Regel größere Trends im DAX doch sehr gut mitnehmen. So wäre ein Anleger etwa von Januar 2008 bis März 2009 ununterbrochen nicht im DAX investiert gewesen oder hätte sogar eine Short-Position im Depot gehabt und hätte damit die Kursverluste aus der Finanzkrise ohne große Probleme überstanden, wie die folgende Grafik zeigt.

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    Fazit: Das SMA-40/140-Handelssystem signalisiert aktuell weiter fallende Kurse für den DAX. In den vergangenen Jahrzehnten wären Anleger gut beraten gewesen, dem System zu folgen.

    Hinweis: Die Tatsache, dass das System in den vergangenen Jahrzehnten gut funktioniert hat, ist aber natürlich keine Garantie dafür, dass dies auch künftig der Fall sein wird!


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