DAX

    Die Anleger am deutschen Aktienmarkt schalten zu Wochenbeginn einen Gang zurück. Der DAX sackte zuletzt auf 10.950 Punkte ab und tendiert damit spürbar schwächer. Der Markt könne das hohe Tempo der Vorwochen nicht auf Dauer halten, kommentierte das Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Getrieben von der Aussicht auf eine weitere Geldflut der EZB hatte der deutsche Aktienindex seit Ende September um 14 Prozent zugelegt. In der heutigen Vorbörse sah es noch so aus, als dass der Leitindex an die Oktober-Rally anknüpft, die 11.000-er Marke locker hinter sich bringt und sich sodann die 200-Tage-Linie bei 11.060 Punkten zur Brust nimmt. Die Stimmung gedrückt haben heute auch schwache Handelsdaten aus China, die für etwas Verunsicherung sorgten. Wichtige Treiber von Konjunkturseite bleiben heute Mangelware.

    Charttechnik

    Der DAX setzt seine Konsolidierung nach den Arbeitsmarktdaten vom Freitag und dem damit verbundenen Kurssprung heute in einer Spanne von ca. 50 Punkten weiter fort. Spielraum für diese besteht bin in den Bereich von 10.900/850 Punkten. Oberhalb dessen ist der Aufwärtstrend trotz Konsolidierung intakt, so dass Gewinne bis auf 11.050/100 Punkte folgen können.

    Thema des Tages

    Chinas Außenhandel enttäuschte im Oktober zum wiederholten Male. Wie die Zollverwaltung am Sonntag in Peking mitteilte, sanken die Ausfuhrerlöse im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,9 Prozent auf 192 Milliarden Dollar. Im September hatte das Minus in der Jahresrechnung noch 3,7 Prozent betragen. Es handelt sich damit um den vierten Rückgang in Folge und das obwohl die chinesische Regierung die heimische Währung abgewertet hat, um die Ausfuhren zu erleichtern.

    „Das war eine kleine negative Überraschung“, kommentierte die Landesbank NordLB. Ein Ausreißer seien die Zahlen aber nicht. Die Experten rechnen mit einer anhaltenden Schwäche bei den Ausfuhren auch im kommenden Jahr. „Die Exporte werden vorerst das schwarze Schaf der chinesischen Wachstumsdynamik bleiben.“ Im Oktober zeigten sich aber auch wieder die Importzahlen extrem schwach. Der 18,8-prozentige Rückgang auf knapp 131 Milliarden Dollar ist bereits der zwölfte in Folge und ein Indiz für die lahmende Binnenkonjunktur der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Der Überschuss im chinesischen Außenhandel kletterte nach einem Gegenwert von 60,3 Milliarden Dollar im September nun auf 61,6 Milliarden Dollar.

    Laut den Experten der Bayerischen Landesbank dürften die schwachen Handelsdaten die Spekulationen auf weitere, stimulierende Maßnahmen seitens der Regierung und der Notenbank, um ein 'Hard Landing' der chinesischen Konjunktur zu verhindern, anheizen. Für die NordLB sind Infrastrukturprogramme und Steuersenkungen am wahrscheinlichsten. Weitere Zinssenkungen halten die Analysten zumindest dieses Jahr für eher unwahrscheinlich.

    Aktien im Blick

    Continental verfehlte im dritten Quartal die Markterwartungen. Da kann der Autozulieferer heute auch nicht mit den angehobenen Jahresziel Boden gutmachen, die Aktie rutscht um 5,38 % ab.

    Die Titel der Lufthansa fallen angesichts der Ausweitung des Streiks der Flugbegleiter um akt. 2,39 %. Die Gewerkschaft UFO hat nun auch zu Streiks auf der Kurz- und Langstrecke aufgerufen.

    Ein Lichtblick ist heute die Aktie von ElringKlinger im MDax. Der Titel schießt in der Spitze um rund 6 % nach oben. Analysten zufolge schnitt der Autozulieferer im abgelaufenen Quartal besser ab als gedacht.

    Konjunktur

    Laut Kreisen hält die Eurogruppe eine weitere Hilfstranche für Griechenland in Höhe von 2 Milliarde Dollar zurück. Bei den Gesprächen über neue Regeln für Zwangsvollstreckungen gebe es keine Einigung, hieß es.

    Die Finanzmarktteilnehmer im Euroraum sind im November frohen Mutes. Nach zwei Rückgängen in Folge stieg der Sentix-Konjunkturindikator um 3,4 Punkte auf 15,1 Zähler, wie das Sentix-Institut mitteilte. Volkswirte hatten mit einer schwächeren Verbesserung auf 12,4 Punkte gerechnet.

    Die OECD senkt ihre Wachstumsprognose für die Euro-Wirtschaft im laufenden Jahr um 0,1 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent.

    Währungen

    Der US-Dollar gibt zu Wochenbeginn einen Teil der Freitagsgewinne infolge der Aussicht auf eine baldige US-Zinserhöhung wieder ab. EUR/USD erholt sich vom Sechsmonatstief bei 1,0705 bislang bis 1,0790 im Hoch, während GBP/USD vom Freitagstief bei 1,5024 bislang bis 1,5101 im Hoch zulegt.

    USD/JPY legt nach einem stärker als erwarteten Anstieg der durchschnittlichen japanischen Nettoeinkommen hingegen weiter zu und hat bei bislang 123,60 im Hoch ein Zweieinhalbmonatshoch erreicht.

    USD/CAD fällt vom Fünfwochenhoch bei 1,3318 bislang bis 1,3257 im Tief zurück. Die kanadischen Arbeitsmarktdaten für Oktober waren am Freitag wie ihr US-Pendant mit einem Anstieg der Erwerbstätigenzahl um 44.400 und einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 7,0 Prozent besser als erwartet ausgefallen.

    Rohstoffe

    Die Ölpreise zeigen sich am Montag nach drei Verlusttagen stabil. Im Mittagshandel kostete ein Barrel Brent z 47,75 US-Dollar. Das waren 33 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 18 Cent auf 44,47 Dollar. Händler sprachen von einer leichten Gegenbewegung nach den jüngsten Kursverlusten, die vor allem durch den stärkeren Dollar nach positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt ausgelöst worden waren.