DAX

    Die Anleger am deutschen Aktienmarkt setzen alles auf eine Karte und entfachen am letzten Handelstag vor dem großen Fest doch noch eine kleine Weihnachtsrally. Gegen Mittag liegt der DAX fast zwei Prozent im Plus bei 10.670 Punkten. Laut Analysten haben der im Verhältnis zum US-Dollar nachgebende Euro und die robusten Vorgaben von der Wall Street die Kaufstimmung angeheizt. Ein positives Signal senden auch die Ölpreise aus, die ihre Talfahrt vorerst stoppen konnten. „Der schwächere Euro und die Stabilisierung beim Öl könnten heute einen positiven Handelsverlauf im DAX ermöglichen“, prognostiziert Jochen Stanzl, Chefanalyst vom Devisenhändler CMC Markets.

    Thema des Tages

    Die japanische Regierung will im neuen Haushaltsjahr, das am 01. April 2016 beginnt, die Rekordsumme von 96,8 Billionen Yen ausgeben. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr wie im laufenden Haushaltsjahr veranschlagt. Dennoch soll die Neuverschuldung nach dem beschlossenen Haushaltsentwurf auf 34,4 Billionen Yen und damit das vierte Jahr in Folge sinken. Dadurch würde die Haushaltslücke auf ein Acht-Jahres-Tief von 35,5 Prozent zurückgehen.

    Auch die Steuereinnahmen sollen deutlich zulegen. Mit 57,6 Billionen Yen erwartet die Regierung die höchsten Steuereinnahmen seit 25 Jahren. Dabei wird bereits berücksichtigt, dass der Steuersatz für Unternehmen ab April kommenden Jahre von 32,11 Prozent auf 29,97 Prozent zurückgenommen wird. Zugleich sollen die Sozialausgaben nur um 500 Milliarden Yen wachsen.

    Aktien im Blick

    Adidas-Aktien profitieren von den starken Zahlen des Konkurrenten Nike. Sie legen akt. um 1,77 % zu. Die Zahlen deuteten auf ein anhaltend starkes Wachstums für die gesamte Branche hin, schrieben die Analysten von Warburg.

    RWE und E.ON verkaufen ihre Minderheitsbeteiligungen am Luxemburger Energieversorger Enovos in Höhe von 18,4 % bzw. 10,0 % an ein Bieterkonsortium. Über finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart. Die Aktien verteuern sich um 6,72 % bzw. 5,37 %.

    Konjunktur

    Die Unternehmen in Deutschland schaffen weiter neue Arbeitsplätze. Das Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts stieg im Dezember auf 110,5 Punkte und mit auf den höchsten Wert seit vier Jahren. Dabei trage der Dienstleistungssektor am meisten zum Beschäftigungsboom bei.

    Die Wirtschaft Großbritanniens ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um revidierte 0,4 Prozent gestiegen, wie das Statistikamt ONS nach einer dritten Schätzung mitteile. Zuvor war noch ein Wachstum von 0,5 Prozent ermittelt worden.

    Die Aufträge für italienische Industrieunternehmen sind im Oktober um 4,6 Prozent zum Vormonat angewachsen. Im Vormonat waren sie noch um revidiert 2,1 Prozent (zunächst 2,0) gefallen.

    Währungen

    Der US-Dollar bewegt sich im dünnen Vorweihnachtshandel gegenüber den anderen Hauptwährungen in unterschiedliche Richtungen. EUR/USD notierte bislang bei 1,0912 im Tief, während USD/JPY bislang bei 120,87 im Tief gehandelt wurde.

    GBP/USD stieg trotz enttäuschender Daten zum britischen Bruttoinlandsprodukt bislang bis 1,4880 im Hoch und USD/CHF legte bislang bis 0,9916 im Hoch zu, nachdem sich die Konjunkturaussichten für die Schweiz überraschend eingetrübt haben.

    Rohstoffe

    Nach dem Abrutsch der vergangenen Tage können sich die Ölpreise zur Wochenmitte stabilisieren. Der Preis für ein Barrel Brent lag gegen Mittag bei 36,48 US-Dollar. Das waren 37 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass WTI stieg um 30 Cent auf 36,44 Dollar. Die Preise für Brent- und WTI-Öl liegen mittlerweile in ähnlichen Regionen. Die Entscheidung der USA, Rohölexporte zu ermöglichen, hat den WTI-Preis im Vergleich zum Brent-Preis zuletzt gestützt. Durch die Exporte könnte das große Überangebot an Rohöl in den USA abgebaut werden, wie Experten erwarten.