DAX

    Der Deutsche Aktienindex konnte zum heutigen Handelsstart mit Zuwächsen aufwarten. Im vormittäglichen Handelsverlauf schalteten die Anleger dann aber einen Gang zurück. Gegen Mittag liegt der DAX mit 0,33 Prozent hinten bei 10.764 Punkten. Davon abgesehen steuert das Marktbarometer auf einen goldenen Oktober hin. Es winkt für diesen Monat ein Plus von annähernd 12 Prozent. Grund ist die Aussicht auf weiterhin billiges Zentralbankgeld.

    Charttechnik

    Am Freitag letzter Woche startete im DAX eine Konsolidierungsphase, die auch heute noch anhält. Aktuell versucht sich der Index um 10.750 Punkte zu stabilisieren. Sollte dies nicht gelingen, muss mit einem Test von 10.700/690 Punkten gerechnet werden. Andernfalls wäre eine Kaufwelle bis auf 10.830/855 Punkte möglich.

    Thema des Tages

    Die Bank of Japan sieht weiterhin keinen Anlass für eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik. Der Ankauf von Staatsanleihen werde im bisherigen Umfang fortgesetzt, beschloss die BoJ am Freitag. Das heißt, es bleibt bei der anvisierten Steigerung der Geldbasis um 80 Bio. Yen im Jahr.

    Stattdessen ändert die Notenbank den Zeitplan für die Erreichung des Inflationsziels - das 2. Mal in diesem Jahr! Im bis zum 31. März 2016 laufenden Fiskaljahr soll die Preissteigerung angesichts der niedrigen Energiepreise demnach bei nur noch 0,1 % liegen. Im Juli hatte die Notenbank noch mit einer Teuerungsrate um 0,7 % gerechnet. Das Inflationsziel der Zentralbank von 2 % soll ferner nun erst in der zweiten Hälfte des nächsten Fiskaljahres angelaufen werden. Bislang war die BoJ davon ausgegangen, dass das Ziel bereits im ersten Halbjahr 2016 erreicht werden kann.

    Zuletzt war der Druck auf die Zentralbank gewachsen, angesichts der schwachen Nachfrage beim größten Handelspartner China und des geringen Preisanstiegs im Inland die Geldschleusen auszuweiten. Wenn nötig, werde die BoJ die Geldpolitik ohne zu zögern anpassen, wurde BoJ-Chef Haruhiko Kuroda zitiert. Analysten zeigen sich enttäuscht. Die NordLB spricht gar von einer „Bankrotterklärung“. Die wichtigste Währung der Geldpolitik sei Glaubwürdigkeit, kommentiert die Landesbank. Diese habe die BoJ verspielt. „Wenn man ein Ziel zweimal verschiebt, kann man es auch ganz lassen“. Die Schuld werde dem Öl in die Schuhe geschoben und die Augen vor der wirtschaftlichen Realität verschlossen.

    Aktien im Blick

    Die Aktie von Merck profitiert von einer neuen Kaufempfehlung der Citigroup und steigt akt. um 1,77 %.

    Airbus legen nach guten Quartalszahlen um 5,85 % zu. Vor allem der Überschuss sprang deutlich nach oben. Nun will Airbus die Produktion ausweiten.

    Die Anhebung des Gewinnziels (Ebitda) verhilft Nemetschek zu einem Kursplus von akt. 6,20 %.

    Konjunktur

    Die Inflationsrate in der Eurzone hat sich von minus 0,1 Prozent im September auf null Prozent im Oktober erhöht. Bankvolkswirte hatten dies erwartet.

    Die Arbeitslosenquote in der Eurozon ist im September auf 10,8 Prozent gesunken, teilte Eurostat am Freitag mit. Damit hat die Quote den niedrigsten Wert seit Januar 2012 erreicht.

    Die chinesische Notenbank (PBoC) will den Yuan stärker den Marktkräften aussetzen. Zudem soll ausländischen Investoren der Marktzugang erleichtert werden.

    Nach dem US-Repräsentantenhaus hat auch der Senat in Washington dem Haushaltskompromiss zugestimmt. Das Budget der Regierung steigt damit in den kommenden zwei Jahren um 80 Mrd. Dollar. Die Gefahr eines "Government Shutdown" ist damit vorerst gebannt.

    Währungen

    Der US-Dollar fällt zum Wochenschluss auf breiter Basis zurück, wobei sich nach wie vor die enttäuschenden US-BIP-Daten auswirken. EUR/USD notierte bislang bei 1,1020 im Hoch. GBP/USD legt trotz eines überraschend deutlichen Rückgangs des britischen GfK-Konsumvertrauens im Oktober bislang bis 1,5363 im Hoch zu, während USD/CHF gleichfalls unbeeindruckt von einem enttäuschenden schweizerischen KoF-Konjunkturbarometer bislang bei 0,9851 im Tief notierte.

    USD/JPY erreichte nach gemischten Wirtschaftsdaten aus Japan und einer unveränderten Geldpolitik der BoJ bislang zutiefst 120,24. USD/RUB fällt bislang bis 63,8175 zurück. Die russische Notenbank hat ihren Leitzins wie von Analysten erwartet unverändert bei 11,0 Prozent belassen.

    Rohstoffe

    Der Goldpreis brach nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank deutlich ein und notiert derzeit bei 1.148 US-Dollar/Unze. Vor allem Spekulanten hätten nach dem Ausbleiben einer Zinserhöhung im September mit einer Verschiebung in die ferne Zukunft gerechnet und deshalb auf einen steigenden Goldpreis gesetzt, vermutet die LBBW. Doch die jüngste Sitzung an diesem Donnerstag mache eine Zinswende im Dezember wahrscheinlicher, weshalb am Markt Goldpositionen verringert worden seien.