DAX

    Die Aktie von Volkswagen erweist sich heute erneut als Bremsklotz für den deutschen Aktienmarkt. Gegen Mittag notiert der DAX um 0,23 % schwächer bei 10.926 Punkten. Auch anderen Autowerte geraten durch die neuen Hiobsbotschaften in Mitleidenschaft. Marktanalyst Andreas Paciorek von CMC Markets begründet dies damit, dass jegliche Ausweitung der Affäre zu einem Schaden für die gesamte deutsche Autoindustrie und für die Marke „Made in Germany“ führen könnte. Der Nivea-Hersteller Beiersdorf verhilft seiner Aktie hingegen dank guter Geschäftszahlen zu einem neuem Rekordhoch. Die heutige Pattsituation von Käufern und Verkäufern im DAX sucht nach einer Auflösung. Im Verlauf könnten mit dem Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungsgewerbes und dem ADP-Arbeitsmarktbericht aus den USA neue Impulse eintreffen.

    Charttechnik

    Der Aufwärtstrend im DAX ist intakt, auch wenn der Index aktuell in einer Korrektur steckt. Eine erste gute Unterstützung findet sich bei 10.886 Punkten und oberhalb dessen wäre eine Wiederaufnahme des Trends im weiteren Tagesverlauf mit Zielen bei 11.000 Punkten und darüber möglich.

    Thema des Tages

    Der Volkswagen-Konzern hat einräumen müssen, dass nicht nur Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen manipuliert, sondern dass bei einigen Fahrzeugmodellen auch zu niedrige CO2- und Verbrauchsangaben gemacht wurden. Davon können auch Benziner betroffen sein. Bei dem Abgas-Skandal war es bisher nur um Stickoxid-Grenzwerte gegangen. Das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) gilt als Haupt-Verursacher des Treibhauseffekts. Die Tochter Porsche stoppte im Zusammenhang mit dem Abgasskandal nun den Verkauf des Geländewagens Cayenne mit Dieselmotor in den USA.

    Umweltverbände fordern nach der Ausweitung des Skandals nun Konsequenzen. Greenpeace sieht Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in der Pflicht. Dobrindt überlasse es noch immer anderen, das wahre Ausmaß der Affäre zu enthüllen, kritisierte Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser. „Der Minister muss endlich einen plausiblen Plan vorlegen, wie die Bevölkerung vor den Lügen der Autoindustrie geschützt werden kann.“ Am Nachmittag debattiert der Bundestag in einer Aktuellen Stunde über den VW-Skandal. Die EU-Kommission hat Volkswagen bereits aufgefordert, die internen Ermittlungen zu beschleunigen.

    Aktien im Blick

    VW-Aktionäre stoßen ihre Anteile heute gnadenlos ab. Die VW-Vorzugsaktie verliert gegen Mittag 8,92 %. Dabei hatte sich der Titel gerade erst wieder etwas von der Mitte September durch die US-Umweltbehörde EPA ausgelöste Schockwelle erholt.

    Das sehr starke Wachstum im Geschäft mit Haut- und Körperpflegeprodukten von Beiersdorf kommt am Markt gut an. Die Aktien kletterten zuletzt um 3,02 %.

    Hat sich womöglich ein institutioneller Investor in großem Stil von den Morphosys-Papieren getrennt? Die Aktie rauschte heute in der Spitze um 15 % nach unten. Zuletzt erholte sich der Titel und notiert „nur noch“ 5,89 % tiefer.

    Konjunktur

    Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die Energiekonzerne für die Abschaltung alter Braunkohle-Kraftwerke 1,6 Milliarden Euro als Entschädigung erhalten.

    EU-Währungskommissar Moscovici hat bei einem Besuch in Athen die griechische Regierung dazu aufgerufen, das Spar- und Reformprogramm konsequent umzusetzen.

    Der Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe in der Eurozone ist im Oktober um 0,3 Zähler auf 53,9 Punkte angestiegen. Der Zuwachs fiel etwas schwcäher aus, als bisher gedacht.

    Im Euroraum sind die Erzeugerpreise im September im Monatsvergleich um 0,3 Prozent zurückgegangen. Bankvolkswirte hatten im Mittel einen Rückgang um 0,4 Prozent erwartet.

    EZB-Präsident Mario Draghi hat sich für eine gemeinsame Einlagensicherung ausgesprochen. „Es ist höchste Zeit, dass die Bankenunion komplettiert wird. Ansonsten würden wird denselben Fehler machen wie zur Einführung des Euro", sagte Draghi zum ersten Jahrestag der EZB-Bankenaufsicht in Frankfurt.

    Währungen

    EUR/USD weitet am Mittwochseine jüngsten Verluste aus und notierte bislang bei 1,0912 im Tief. EZB-Chef Mario Draghi hatte erneut auf die Möglichkeit weiterer geldpolitischer Stimuli hingewiesen, während der Dollar in Erwartung eines robusten US-Arbeitsmarktberichts am Freitag von der Aussicht auf eine US-Zinsanhebung im Dezember profitiert.

    GBP/USD erreichte nach Veröffentlichung eines besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindex für den britischen Dienstleistungssektor bislang 1,5445 im Hoch. USD/JPY notierte trotz eines überraschend deutlich gestiegen japanischen Verbrauchervertrauens bislang bei 121,38 im Hoch.

    USD/THB fällt nach dem unveränderten Zinsentscheid der thailändischen Notenbank zurück und notierte bislang bei 35,3900 im Tief. Der Leitzins wurde wie von Analysten im Konsens erwartet bei 1,50 Prozent belassen.