DAX

    Der DAX fiel gestern wie ein Stein um knapp zwei Prozent unter die Marke von 11.000 Punkten auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Die Anleger reagieren mit ihren Verkäufen auf die anhaltend unsichere Lage rund um Griechenland. Ein Ausscheiden des Landes aus der Währungsunion steht weiterhin im Raum. Banker und Broker taxieren den deutschen Leitindex eine Viertelstunde vor dem heutigen Handelsauftakt bei 10.940 Punkten – und damit 0,4 Prozent tiefer. Damit dürfte der Dax weiter in seinem kurzfristigen Abwärtstrend verharren.

    Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben sich die Euro-Partner auf einen Notfallplan verständigt. So soll ein Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel einberufen werden, wenn den Euro-Finanzministern am Donnerstag keine Einigung gelingt. Der Plan sehe vor, am Wochenende die Kontrolle des griechisch-europäischen Zahlungsverkehrs vorzubereiten, um einen Bankensturm zu verhindern, berichtet die Zeitung. Die griechische Regierung soll den Bericht bereits dementiert haben.

    Derweil zeigt sich die griechische Regierung nach wie vor wenig entgegenkommend. Auf dem Treffen am Donnerstag will Athen den Geldgebern keine neue Reformliste vorlegen. Finanzminister Varoufakis sagte der „Bild"-Zeitung, die Runde sei kein Forum für Vorschläge, über die man nicht zuvor auf einer unteren Verhandlungsebene diskutiert habe. Die griechische Delegation stehe aber bereit, eine Lösung für die Schuldenkrise zu finden. Dafür müssten die Vertreter der Europäischen Zentralbank, der EU und des Internationalen Währungsfonds jedoch mit einem klaren Mandat an den Verhandlungstisch kommen.

    EZB-Präsident Mario Draghi sieht im griechischen Schuldenstreit die Regierung in Athen dennoch in der Pflicht. Der Ball liege jetzt im Feld der griechischen Regierung, sagte Draghi bei seiner gestrigen Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel. Es sei eine starke und umfassende Vereinbarung mit den Gläubigern nötig „und wir brauchen diese sehr bald“, betonte der Italiener. Die EZB tue alles, um einen erfolgreichen Abschluss zu erleichtern.

    Geht Henkel leer aus?

    Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, steht der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble vor dem Verkauf mehrerer Geschäftsbereiche an den US-Konzern Coty. Der Kaufpreis soll bei bis zu zwölf Milliarden Dollar liegen. Coty habe die anderen Interessenten für die Sparten Haarpflege, Duftstoffe und Kosmetik überboten, berichtet die Nachrichtenagentur. Damit droht auch der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel leer auszugehen. Für die Haarpflegesparte Wella galt Henkel als ein Interessent, der bereits ein verbindliches Angebot abgegeben haben soll.

    Toyota lanciert neue Aktienklasse

    Die Aktionäre des japanischen Autobauers Toyota haben grünes Licht für die Ausgabe einer neuen Aktienklasse mit einem Volumen von 500 Milliarden Yen erteilt. Die Papiere sind nicht börsennotiert aber stimmberechtigt und werden nur in Japan verkauft. Damit sollen die heimischen Anteilseigner gestärkt werden.

    BoJ-Chef Kuroda relativiert Bemerkungen zur Yen-Schwäche

    BoJ-Chef Kuroda hat laut eigenen Worten nicht die Absicht verfolgt, die Höhe der Wechselkurse zu bewerten, sagte er am Dienstag. Der Yen war in der letzten Wochen stark gestiegen. Zuvor hatte Kuroda erklärt, dass der Yen so stark gefallen ist, dass eine weitere Abschwächung unwahrscheinlich sei.

    alstria office-REIT legt Angebot für DO Deutsche Office vor

    alstria office-REIT hat ein Übernahmeangebot für DO Deutsche Office vorgelegt. Geboten werden 0,381 eigene Aktien aus einer Kapitalerhöhung für jede DO Deutsche Office-Aktie. Gemessen am Xetra-Schlusskurs vom Montag entspricht das einem Gegenwert von 4,41 Euro. Das Umtauschangebot an die Aktionäre von DO Deutsche Office steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 69,6 Prozent. Zusammen mit einer Call Option hat alstria nach Vollzug des Umtauschangebots Zugriff auf mindestens 75 Prozent der Deutsche Office-Aktien.

    Merck muss bei Übernahme von Sigma-Aldrich Kompromisse machen

    Für die geplante Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich muss Merck KGaA seine Produktionsanlagen von Sigma-Aldrich in Deutschland sowie Markenrechte verkaufen und Vertriebspersonal abtreten. Das entschied die EU-Kommission, um mangelnden Wettbewerb auf dem Markt für Laborchemikalien zu verhindern.

    Lufthansa: Sparprogramm "Score" verfehlt Ziele

    Das laufende Sparprogramm der Lufthansa droht zu scheitern. Wegen starker „Gegenläufer" etwa bei Treibstoffpreisen und Ticketerlösen werde man das EBIT für 2015 voraussichtlich nur um rund 800 Millionen statt der vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro steigern, schreibt Lufthansa-Projektmanager Beißel in der Mitarbeiterzeitung „Lufthanseat".