• Bank of Japan erwägt Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik
  • USA: Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinkt leicht
  • Commerzbank/HSBC mit Joint Venture
  • Siemens erhielt Milliarden-Subventionen vom Staat
  • Hamas ruft zur zweiten Intifada auf
  • VW-Tochter Audi hat glänzende November-Absatzzahlen parat
  • Überraschender Produktionseinbruch in der deutschen Industrie
  • Uniper will Dividende bis 2020 jährlich um 25 % erhöhen
  • Commerzbank meldet Erfolge im Firmenkundengeschäft
  • Abgasaffäre: US-Gericht verdonnert VW-Manager zu sieben Jahren Haft
  • Krise bei Steinhoff spitzt sich zu

Bitcoin

ANZEIGE

Der Wahnsinn geht weiter: Der Wert des Bitcoins kletterte am Donnerstag auf mindestens einer Handelsplattform zeitweise bis auf 19.697 Dollar. Damit konnte der Preis innerhalb eines Tages in der Spitze um mehr als 35 Prozent zulegen. Als Grund für den Kurssprung gilt die Einführung von Terminkontrakten auf Bitcoins. Doch auf die Hochstimmung folgte am Abend die Ernüchterung. Der Kurs korrigierte wieder deutlich. Zahlreiche Bitcoin-Handelsplätze stellten zumindest zeitweise keine Kurse mehr. Die größte Bitcoin-Börse Bitfinex meldete, dass sich Hackerangriffe intensiviert hätten.

DAX & US-Indizes

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag mit leichten Kursgewinnen aus dem Handel verabschiedet. Der DAX legte um 0,36 Prozent auf 13.045,15 Punkte zu. Beobachter schielen auf die USA, wo eine Schließung der Regierung mit einer zweiwöchigen Übergangsfinanzierung verhindert werden könnte. Experten sehen immer noch eine Chance auf eine solide Weihnachtsrally. Seit Mitte November ist der deutsche Leitindex in einer engen Handelsspanne zwischen 12.800 und 13.200 Punkten gefangen. Ein Ausbruch nach oben könnte ein kräftiges Kaufsignal generieren.

Amerikanische Aktien haben sich vor dem morgigen Arbeitsmarktbericht solide präsentiert. Dow Jones und S&P 500 gingen mit einem Plus von jeweils rund 0,3 % aus dem Handel, der Nasdaq 100 verbesserte sich um 0,4 % und Small-Caps konnten sogar 0,8 % zulegen. Im Hintergrund schwelte am Donnerstag das politische Ringen bezüglich einer 2-wöchigen Übergangsfinanzierung um eine Shutdown zu verhindern, aber eine Einigung konnte bis zum späten Nachmittag nicht erzielt werden. Laut einem Bloomberg-Report, der den Industriesektor heute deutlich anschob, will US-Präsident Trump schon Anfang Januar seine Infrastrukturpläne präsentieren.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der US-Industriekonzern General Electric will weltweit rund 12.000 Jobs streichen, allein 1.600 davon in Deutschland. Grund sind enttäuschende Geschäfte mit Gas- und Kohlekraftwerken. Konzernweit sollen die Kosten in 2017 und 2018 um 3,5 Mrd. Dollar sinken.
  • Google hat die jüngste Version von Oreo auf den Markt gebracht: Android 8.1. Zusätzlich wurde die Go Edition veröffentlicht, die für leistungsschwache Geräte aus niedrigeren Preissegmenten entwickelt wurde.
  • Der Autohersteller Ford will nun doch einen Teil seiner Herstellung nach Mexiko auslagern. Dort soll ein Elektroauto produziert werden, meldet CNBC. Das Auto soll demnach über einen Hybrid-Motor verfügen, der mit Gas und Strom betrieben und 20 Stunden am Tag laufen können soll.
  • Der Chipkonzern Broadcom hat seinen Gewinn deutlich gesteigert. Im vergangenen Quartal kletterte der Überschuss wegen der starken Nachfrage nach Wifi- und Bluetooth-Chips auf 671 Mio. Dollar. Zugleich hob Broadcom die Dividende um 72 % auf 1,75 Dollar je Aktie an.
  • Wie aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, hat Siemens in den vergangenen 20 Jahren für rund 1,5 Mrd. Euro Fördermittel aus dem Bundeshaushalt und Aufträge des Bundes an Land gezogen. Die Daten seien möglicherweise nicht vollständig, heißt es in dem Schreiben. Die Reaktion von Siemens: „Öffentliche Aufträge werden ausgeschrieben und Unternehmen müssen diese Ausschreibung gewinnen." Der Konzern habe im selben Zeitraum Aufträge von knapp 60 Mrd. Euro von Kunden in Deutschland erhalten. Der Konzern verwies außerdem darauf, alleine in den vergangenen fünf Jahren mehr als 20 Mrd. Euro an Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen an den deutschen Staat überwiesen zu haben.
  • Die Commerzbank und die britische Großbank HSBC haben eine Partnerschaft bei der Wertpapierabwicklung vereinbart. Die Wertpapierabwicklung werde in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der HSBC ausgelagert, teilte die Commerzbank mit. An diesem Joint Venture werde die Commerzbank einen Minderheitsanteil von 20 Prozent halten. Operativer Start sei Anfang 2020 und die Partnerschaft laufe zunächst über zehn Jahre.
  • Die VW-Tochter Audi hat im November weltweit rund 160.000 Autos verkauft. Gegenüber dem Vorjahresmonat war das ein Plus von 4,5 Prozent. In Deutschland schrumpfte der Absatz, während er in den USA sprunghaft zulegte. Im Zeitraum Januar bis November hinkt Audi immer noch fast 1 Prozent dem Vergleichswert des Vorjahres hinterher.
  • Die Airline Qatar Airways hat einen Vertrag für 50 Airbus Jets des Typs A321 Neo unterzeichnet. Zusätzlich sicherten sich die Araber die Option für 30 weitere Jets.
  • Der Kraftwerksbetreiber Uniper hat bei einer Investoren-Veranstaltung seinen Ergebnis-Ausblick für das laufende Jahr mit einem bereinigten EBIT in der Spanne von 1,0 bis 1,2 Mrd. Euro bekräftigt. Zudem plant das Unternehmen für das nächste Jahr eine Anhebung der Dividende um 25 Prozent. Für 2018 sollen demnach 310 Mio. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden, für das laufende Jahr wie schon angekündigt 250 Mio. Euro. Die Dividende soll bis 2020 im Durchschnitt um 25 Prozent pro Jahr steigen.
  • Der Poco-Mutterkonzern Steinhoff kommt nicht zur Ruhe. Nach dem herben Kurssturz am Mittwoch bemüht sich die Konzernspitze um Schadensbegrenzung. Um die Investorennerven zu beruhigen, kündigte das Unternehmen Verkäufe von Randbereichen an, die rund eine Milliarde Euro einbringen sollen. Die Refinanzierung von Schulden einer Tochter soll zusätzlich frisches Geld generieren.
  • Deutsche Börse-Aufsichtsratschef Joachim Faber erwägt nach Informationen des Handelsblatts, sich nach einer Übergangsphase zurückzuziehen. Faber habe Finanzkreisen zufolge bei Treffen mit Investoren in London über die Option gesprochen, noch etwas an der Spitze des Aufsichtsrats zu bleiben und sich dann möglicherweise im Jahr 2019 zu verabschieden, so die Zeitung. Im Übergangsjahr 2018 könnte somit ein Nachfolger aufgebaut werden.
  • Die Commerzbank hat im Firmengeschäft über 4.000 Unternehmen seit Anfang 2016 als Kunden hinzugewonnen, wie Firmenkundenvorstand Michael Reuther der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte. „Wir liegen gut im Plan.“ Bis 2020 sollen rund 10.000 Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 15 Mio. Euro als neue Kunden gewonnen werden.
  • Ein Gericht in den USA hat im Zuge der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselautos einen VW-Manager zu einer mehrjährigen Haftstrafe verdonnert. Das Bezirksgericht in Detroit verurteilte Oliver S. zu sieben Jahren Freiheitsstrafe sowie einer Geldstrafe von 400.000 Dollar. Der 48-Jährige war im Januar nach einem Urlaub in Florida auf dem Flughafen von Miami festgenommen worden.

Konjunktur & Politik

  • SPD-Chef Martin Schulz hat sich dafür ausgesprochen, bis zum Jahr 2025 die "Vereinigten Staaten von Europa" zu schaffen. "Warum nehmen wir uns nicht vor (...) spätestens im Jahre 2025, diese Vereinigten Staaten von Europa verwirklicht zu haben?", fragte Schulz in einer Rede. Unionspolitiker kritisierten die Aussagen des SPD-Chefs als mögliche Belastung der europäischen Idee.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche um 2.000 auf 236.000 gesunken. Experten hatten 241.000 Anträge erwartet, nach 238.000 in der Woche zuvor.
  • Die Zahl der Challenger Stellenstreichungen lag im November bei 35.000, nach 29.980 im Vormonat Oktober.
  • Zahlreiche EU-Kredite für kleine und mittlere Unternehmen sind einem Bericht des Europäischen Rechnungshofs zufolge rechtsgrundlos vergeben worden. Solche Darlehen müssten zielgerichteter an Firmen gehen, die tatsächlich Bedarf hätten und auch ein hohes Innovationspotenzial vorweisen könnten, bestimmten die Rechnungsprüfer.
  • Die Bank of Japan denkt über eine Strategie zur Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik nach. Derzeit sehe man sich zwar weiter auf Kurs, sagte der Gouverneur der Bank of Japan, Haruhiko Kuroda, laut Reuters. Doch werde es künftig darum gehen, einen Ausstieg ohne Turbulenzen an den Finanzmärkten zu kommunizieren und umzusetzen. Die nötigen Instrumentarien dafür seien vorhanden.
  • Die Wirtschaft der Eurozone ist im dritten Quartal nach Angaben des Statistikamts Eurostat um 0,6 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Damit bestätigte die Behörde vorläufige Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahresabschnitt lag das BIP 2,6 Prozent höher.
  • Die radikalislamische Palästinsener-Gruppe Hamas hat zu einer neuen Intifada gegen Israel aufgerufen. Auslöser ist die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump. Hamas-Anfüher Ismail Hanijeh forderte, die Palästinenser sollten den Aufstand ins Herz des “zionistischen Feindes” tragen. Er rief für Freitag zu Protesten und einem “Tag des Zorns” auf.
  • Der Protest gegen die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump schwillt an. Für Donnerstag kündigten weltliche und islamistische Gruppen in Palästina in einer gemeinsamen Erklärung Streiks und Kundgebungen an, wie Reuters berichtet. In Jordanien und der Türkei kam es bereits am Mittwochabend zu Protesten. Saudi-Arabien bezeichnete Trumps Entscheidung als unverantwortlich. Trump hatte am Mittwoch entgegen aller Warnungen der internationalen Gemeinschaft Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt.
  • Während die Auftragsdaten gestern positiv überraschen konnten, bleiben die Produktionszahlen aus der deutschen Industrie für Oktober mit einem überraschenden Rückgang hinter den Erwartungen zurück. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, lag die Herstellung des Verarbeitenden Gewerbes 1,4 Prozent tiefer als im Vormonat. Analysten hatten dagegen mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet. Der Rückgang im Vormonat wurde allerdings auf 0,9 Prozent nach oben korrigiert. Zuvor war ein Einbruch um minus 1,6 Prozent gemeldet worden.
  • Im September waren die Umsätze im Bauhauptgewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 0,8 Prozent höher als im gleichen Vorjahresmonat. Im Bauhauptgewerbe waren zudem 2,0 Prozent mehr Beschäftige tätig als im Vorjahresmonat.
Termine des Tages:
14:30 Uhr - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
21:00 Uhr - US: Verbraucherkredite Oktober

Weitere Informationen zu den im Newsflash genannten Themen und noch mehr aktuelle Nachrichten finden Sie in Echtzeit auf Guidants News. In Spitzenzeiten veröffentlicht Guidants News mehr als 100 Nachrichten pro Stunde. Damit Sie trotzdem den Überblick behalten, stehen Ihnen zahlreiche Filtermöglichkeiten zur Verfügung.