DAX

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    Der Deutsche Aktienindex ist am Montag wieder unter die 9.400-Punkte-Marke gerutscht. Gegen Mittag kamen einige Käufer zurück, der DAX erholte sich auf 9.415 Punkte, noch immer steht auf der Kurstafel aber ein veritables Minus von 1,04 Prozent. Börsianer verwiesen auf eine gewisse Enttäuschung des Marktes nach dem Treffen der G20-Staaten in Shanghai. Einige Investoren hätten sich von den Finanzminister- und Notenbankchefs doch einige Konjunktur-Impulse erhofft. Die gestiegenen Erwartungen weitere geldpolitischer Konjunkturstimuli durch die Europäische Zentralbank (EZB) bereits im März infolge gefallener Verbraucherpreise in der Eurozone halfen dem Markt nicht auf die Sprünge.

    Charttechnik

    Im Deutschen Aktienindex sind die Käufer am internen Unterstützungsbereich bei ca. 9.330 Punkten um eine Stabilisierung bemüht. Der „neutrale Erholungsspielraum“ reicht bis hin zu ca. 9.450 Punkte. Erst oberhalb dessen steigen die Chancen, dass die Korrektur bereits wieder beendet ist, während unterhalb von 9.330 Punkten mit weiteren Verkäufen zu rechnen ist.

    Thema des Tages

    Die Enttäuschung über ausbleibende Beschlüsse über neue Konjunkturprogramme des G20 Gipfels in Shanghai hat am Montag für einen neuen Einbruch bei chinesischen Aktien gesorgt. Nun sah sich offenbar die chinesische Notenbank bemüßigt, schnell Flagge zu zeigen. Am Vormittag hat die PBoC überraschend angekündigt, ihren Mindestreservesatz für Großbanken um 50 Basispunkte auf 17,0 Prozent zu senken. Die Maßnahme soll bereits am morgigen 1. März greifen. Die Senkung des Satzes soll die Kreditvergabe der Geschäftsbanken ankurbeln, da die vorgeschriebene proportionale Bankeinlage bei der Notenbank reduziert wird. Viele Marktteilnehmer hatten bereits mit der Ankündigung einer geldpolitischen Lockerung gerechnet.

    Auch wenn der Schritt den Banken mehr Spielräume eröffne, sollte die langfristige Wirkung nicht überschätzt werden, kommentierte die NordLB. Von Bedeutung dürfte vor allem der symbolische Charakter der Ankündigung sein. „In einem Umfeld, das von großer Nervosität geprägt ist, möchten Chinas Zentralbanker wohl auch nicht als tatenlose Zaungäste am Rande des Geschehens wahrgenommen werden“, schreibt NordLB-Analyst Frederik Kunze in einer ersten Reaktion.

    Aktien im Blick

    Die Volkswagen Vorzüge stemmen sich heute gegen den Markttrend (+2,65 %), die Titel profitieren von einem positiven Analystenkommentar. Die Analysten von Exane BNP Paribas sind der Meinung, dass die Kosten im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal geringer ausfallen könnten als befürchtet.

    Übernahmefantasie verleiht den Manz-Titeln Flügel. Sie verteuern sich aktuell um gut 14,50 Prozent. Der chinesische Mischkonzern Shanghai Electric Group will bei dem kriselnden Maschinenbauer einsteigen.

    Konjunktur

    Die Eurozone ist im Februar zum ersten Mal seit fünf Monaten zurück in die Deflation geschlittert. Im Februar seien die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent zum Vorjahr gefallen, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Im Januar hatte die Inflationsrate noch bei 0,3 Prozent gelegen. Die Kerninflation, die die Energiekosten ausklammert, ist von 1,0 Prozent im Januar auf 0,7 Prozent zurückgegangen. Die Inflation liegt damit weit unter der Zielvorgabe der EZB von einer Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent.

    Die ifo-Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im Februar auf 14,5 Prozent gestiegen, nach 14,3 Prozent im Vormonat. An den günstigen Finanzierungsbedingungen für die deutsche Wirtschaft ändert sich aber wenig. Eine Kreditfinanzierung sei für die Unternehmen weiterhin kein Problem, so das ifo-Institut.

    Währungen

    EUR/USD ist nach den schwachen Inflationsdaten aus der Eurozone mit 1,0885 auf seinen tiefsten Stand seit Anfang Februar gefallen.

    Die Nachfrage nach dem japanischen Yen bleibt ungebrochen. EUR/JPY Kurs notiert mit 1,18 % im Minus bei 123,13, womit das Cross nicht mehr weit von seinem Dreijahrestief von 122,44 entfernt ist, das am letzten Mittwoch bereits erreicht worden war.

    Rohstoffe

    Der Preis für die Rohölsorte Brent stieg am Freitag zwischenzeitlich auf ein Sieben-Wochenhoch von 37 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI auf ein Vier-Wochenhoch von 34,70 US-Dollar je Barrel. Die Ölpreise konnten die Gewinne aber nicht halten und beendeten den Handel letztlich leicht im Minus. Zum Auftakt in die neue Handelswoche notiert Brent wieder unterhalb der Marke von 36 US-Dollar bei 35,40 US-Dollar/ Barrel. Eine stärkere Preiserholung ist am Ölmarkt vorerst nicht zu erwarten. Nach wie vor belastet ein viel zu hohes Angebot die Notierungen.