Schwache Vorgaben aus den USA und Asien dürften den deutschen Aktienmarkt zum Handelsstart in der neuen Woche belasten. An der Wall Street hatten die wichtigsten US-Indizes am Freitagabend einen Teil ihrer Kursgewinne wieder abgegeben. Besonders schwach präsentierten sich die Biotech-Werte, nachdem Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton angekündigt hatte, gegen "Wucher" im Arzneimittelsektor vorgehen zu wollen. In Japan ging der Nikkei-Index am Montag mit einem Minus von 1,3 Prozent aus dem Handel.

    Schwache Konjunkturdaten aus China belasten zu Wochenbeginn erneut die Stimmung. In Europa sorgt zudem der Sieg der Separatisten bei der Regionalwahl in Katalonien für einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor. Unterdessen hat die Reederei Hapag-Lloyd Details zu ihrem geplanten Börsengang bekannt gegeben.

    Katalonien: Separatisten erringen die absolute Mehrheit

    Bei der Regionalwahl in Katalonien haben die Befürworter einer Abspaltung von Spanien eine absolute Mehrheit im Parlament erreicht. Die separatistische Allianz unter Ministerpräsident Artur Mas gewann 62 der insgesamt 135 Sitze. Die Linkspartei CUP, die ebenfalls eine Unabhängigkeit befürwortet, kam auf 10 weitere Sitze. Der absoluten Mehrheit im katalanischen Parlament steht allerdings keine Mehrheit bei den Wählerstimmen gegenüber. Insgesamt erhielten die Befürworter der Unabhängigkeit 47,8 Prozent der Wählerstimmen und damit etwas weniger als die Hälfte. Regierungschef Artur Mas kündigte trotzdem an, den Prozess einer Abspaltung fortzusetzen. Die Zentralregierung in Madrid lehnt eine Unabhängigkeit Kataloniens strikt ab.

    China: Industrie verbucht starken Gewinnrückgang

    Die chinesische Industrie hat im August einen drastischen Gewinnrückgang verbucht. Die Gewinne der Industrieunternehmen seien im Jahresvergleich um 8,8 Prozent gesunken, teilte die nationale Statistikbehörde am Montag mit. Es handelte sich bereits um den dritten Gewinnrückgang auf Jahressicht in Folge. Im Juli hatten die Gewinne um 2,9 Prozent unter dem Vorjahr gelegen, im Juni hatte das Minus 0,3 Prozent betragen. In der Statistik werden Industrieunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Millionen Yuan (etwa 2,8 Millionen Euro) erfasst.

    Hapag-Lloyd gibt Details zu Börsengang bekannt

    Die weltweit viertgrößte Container-Reederei Hapag-Lloyd plant ihren Börsengang im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse noch in diesem Jahr. Das Unternehmen strebt Bruttoerlöse im Wert von umgerechnet 500 Millionen Dollar an, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. 400 Millionen Dollar sollen aus dem Verkauf neu emittierter Aktien an institutionelle Investoren und Privatanleger stammen. Weitere 100 Millionen Dollar wollen die Ankeraktionäre zusätzlich investieren.

    Volkswagen: Kraftfahrtbundesamt droht mit Verlust der Typenzulassung

    Das Kraftfahrtbundesamt hat Volkswagen aufgefordert, innerhalb kürzester Zeit einen Plan vorzulegen, auf welchem Weg und wie schnell die Manipulationstechnik in den Motoren beseitigt werden soll. Andernfalls droht dem Autokonzern der Verlust der entsprechenden Typenzulassung. Zeitungsberichten vom Wochenende zufolge soll Volkswagen bereits seit mehreren Jahren Kenntnis vom Einsatz rechtswidriger Software bei Abgasuntersuchungen haben.

    Shell stoppt Arktis-Projekt in Alaska.

    Shell will ein umstrittenes Arktis-Projekt in Alaska stoppen. Die gefundene n Öl- und Gasvorkommen seien nicht ausreichend, um eine weitere Erschließung zu rechtfertigen, teilte der Konzern mit. Shell bezifferte die finanziellen Belastungen auf rund drei Milliarden Dollar bezogen auf den Buchwert. Weitere 1,1 Milliarden Dollar dürften für zukünftige Vertragsverpflichtungen anfallen.

    Vodafone beendet Gespräche mit Liberty Global

    Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone hat die Gespräche mit dem Kabelnetzbetreiber Liberty Global über einen Tausch von Geschäftsteilen ohne Ergebnis beendet.

    Salzgitter für Fusion mit Aurubis offen

    Salzgitter-Chef Jörg Fuhrmann hat eine Fusion seines Unternehmens mit dem Kupferhersteller Aurubis ins Spiel gebracht. "Ich kann mir gut vorstellen, dass eines Tages aus Aurubis und Salzgitter ein Konzern wird", sagte Fuhrmann der Zeitung "Euro am Sonntag".

    Dialog Semiconductor: Übernahmekampf um Atmel?

    Dem Halbleiterkonzern Dialog Semiconductor droht bei der geplanten Übernahme des US-Wettbewerbers Atmel ein Bieterkampf. Das US-Unternehmen Cypress Semiconductor will Berichten zufolge ebenfalls ein Angebot für Atmel abgeben und damit Dialog überbieten. Dialog Semiconductor hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 4,6 Milliarden Dollar für Atmel vorgelegt.

    Schweiz ermittelt gegen Großbanken wegen Absprachen bei Edelmetallen

    Die Wettbewerbskommission der Schweiz (Weko) hat eine Untersuchung gegen Großbanken wegen möglicher Absprachen im Edelmetall-Handel eingeleitet. Betroffen sind Barclays, Deutsche Bank, HSBC, Julius Bär, Mitsui, Morgan Stanley und UBS.