Eine vorläufige Lösung im US-Haushaltsstreit und weniger schlecht als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten aus China lassen den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag mit Kursgewinnen in den Handel starten.

    In den USA hat der Kongress am Mittwochabend eine drohende Finanzierungslücke vorerst abgewendet. Die Ausgaben der US-Regierung sind zumindest bis zum 11. Dezember finanziert.

    Unterdessen hat sich die Stimmung in der chinesischen Industrie im September besser als erwartet entwickelt, wie die am Donnerstag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes zeigen. Dies stützt am Morgen auch die Ölpreise.

    Der Euro tendiert schwächer. Die schwache Inflation und damit zusammenhängende Forderungen an die EZB, die Geldpolitik weiter zu lockern, belasten die Gemeinschaftswährung.

    China: Einkaufsmanagerindizes leicht über den Erwartungen

    Die Stimmung in der chinesischen Industrie hat sich im September leicht aufgehellt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex stieg von 49,7 auf 49,8 Punkte, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Erwartet wurde hingegen ein Rückgang auf 49,6 Zähler. Der inoffizielle Caixin-Einkaufsmanagerindex, bei dem vor allem kleine und mittlere Unternehmen befragt werden, sank nach endgültigen Angaben von 47,7 auf 47,2 Punkte, womit der tiefste Stand seit sechseinhalb Jahren erreicht wurde. In einer vorläufigen Schätzung war allerdings noch ein etwas stärkerer Rückgang auf 47,0 Zähler ermittelt worden. Die Einkaufsmanagerindizes notieren weiter unter der Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Die Einkaufsmanagerindizes für den chinesischen Dienstleistungssektor signalisieren auch für September weiteres Wachstum. So blieb der entsprechende offizielle Einkaufsmanagerindex konstant bei 53,4 Punkten.

    Japan: Tankan-Bericht liefert gemischte Signale

    In der japanischen Wirtschaft hat sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im dritten Quartal deutlich aufgehellt. Der entsprechende Index aus dem sogenannten Tankan-Bericht stieg von 23 Punkten im Vorquartal auf 25 Punkte im aktuellen Quartal, wie die japanische Notenbank mitteilte. Erwartet wurde hingegen ein Rückgang auf 21 Zähler. Der Tankan-Index für die japanische Industrie ging von 15 auf 12 zurück. Erwartet wurde ein schwächerer Rückgang auf 13 Punkte. Ein Stand von mehr als null Punkten bedeutet allerdings, dass sich die Bedingungen zuletzt weiter verbessert haben.

    EU-Währungskommissar Moscovici will Schuldengrenzen aufweichen

    Angesichts der Flüchtlingskrise will EU-Währungskommissar Moscovici höhere Schulden zulassen. Kosten, die wegen der Flüchtlingskrise auf die EU-Mitgliedstaaten zukommen, sollen als besondere Investitionen verbucht und damit nicht auf die offiziellen Staatsschulden angerechnet werden, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

    Bayer senkt Preisspanne für Covestro-Börsengang

    Bayer hat die Preisspanne für den Börsengang der Kunststoffsparte Covestro auf 21,50 bis 24,50 Euro (bisher 26,50 bis 35,50 Euro) gesenkt. Der Erlös aus der Kapitalerhöhung soll jetzt 1,5 Milliarden Euro betragen, nachdem Bayer ursprünglich 2,5 Milliarden Euro erwartet hatte. Der niedrigere Erlös wird durch eine um eine Milliarde Euro angehobene Kapitaleinlage ausgeglichen. Die Angebotsfrist der neuen Aktien endet am 2. Oktober um 12.00 Uhr. Die Erstnotiz ist für den 6. Oktober geplant.

    Börsengang: Scout24 nimmt 228 Mio. Euro ein

    Der Internetportalanbieter Scout24 hat bei seinem Börsengang einen Bruttoerlös von 228 Millionen Euro erzielt. Der Emissionpreis der Aktien wurde auf 30 Euro je Aktie festgelegt. Handelsstart im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute.

    Potash arbeitet weiter an K+S-Übernahme

    Der kanadische Düngermittelkonzern Potash arbeitet nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" weiter unbeirrt an der geplanten Übernahme des deutschen Wettbewerbers K+S. Potash versuche, das K+S-Management mit Geld- und Jobzusagen zu ködern, heißt es in dem Bericht.

    Volkswagen: Weitere Ermittlungen und Klagen

    Im Abgasskandal hat nun auch die französische Verbraucherschutzbehörde eine Untersuchung gegen Volkswagen eingeleitet. Unterdessen hat ein Landkreis im US-Bundesstaat Texas Volkswagen wegen des Abgasskandals verklagt. Harris County fordert bis zu 25.000 Dollar pro Verstoß und Tag. Die VW-Finanztochter hat unterdessen einen Einstellungsstopp bis Jahresende verfügt.