DAX: Abwärtstendenz hält an

    Die Laune der Anleger ist am Boden. Am Donnerstag herrschte wahre Ausverkaufsstimmung am Aktienmarkt. Der Dax verlor 1,94 % und setzte auf knapp über 9.400 Punkte zurück. Wen mag es verwundern? Die angeschlagene Situation der portugiesischen Bank Espirito Santo (BES) sowie die teil enttäuschende Berichtssaison (nicht zu vergessen die „alten“ geopolitischen Konflikte) - ein unbeschwertes Trading ist unter diesen Umständen kaum möglich.

    Der deutsche Markt hat sich darüber hinaus von den Sorgen in den USA infizieren lassen: Die Staatspleite Argentiniens sowie Befürchtungen einer früher als bislang erwarteten Zinsanhebung seitens der US-Notenbank sorgten beim US-Leitindex Dow Jones Industrial gestern für heftige Abgaben von 1,88 %.

    Der Schuldenstreit mit US-Hedgefonds stürzt Argentinien erneut in eine Staatspleite. Wirtschaftsminister Kicillof erklärte die Verhandlungen mit den Fonds in New York für gescheitert: „Die Geierfonds haben unser Angebot nicht akzeptiert.“ Damit ist Südamerikas zweitgrößte Volkswirtschaft zahlungsunfähig. Die Ratingagentur Fitch hat Argentinien als „eingeschränkten Zahlungsausfall“. Die Regierung habe es bei einigen seiner Schuldtitel verpasst, rechtzeitig die Zinsen zu zahlen, teilte Fitch am späten Donnerstagabend zur Begründung mit.

    Der Dax dürfte zum Wochenausklang seine Talfahrt zunächst fortsetzen. L&S taxiert den Index vorbörslich mit 0,18 % im Minus auf 9.392 Punkte. Am Nachmittag richten sich die Blicke der Marktteilnehmer auf den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht für Juli.

    Schwache Inflation schürt Spekulationen

    Der überraschende Rückgang der Euro-Inflation im Juli schürt Spekulationen, dass die EZB ihre Geldpolitik noch einmal lockern könnte bzw. gar zum Kauf von privaten Wertpapieren oder gar Staatsanleihen ("Quantitative Easing", QE) greift, berichtet die „Börsen-Zeitung“.

    
Iliad will T-Mobile US übernehmen

    Um die US-Tochter der Telekom bahnt sich eine Übernahmeschlacht an: Ursprünglich sollte T-Mobile US mit dem US-Wettbewerber Sprint, der der japanischen Softbank gehört, fusionieren. Die Amerikaner bewerten die Telekom-Tochter mit 40 Dollar je Aktie. Nun ist mit der französischen Iliad ein neue Bieter auf den Zug aufgesprungen. Der französische Billig-Mobilfunkanbieter will für 56,6 % der Anteile 15 Mrd. Dollar in bar überweisen. Das entspricht 36,20 USD je Aktie - ein Aufschlag von über 40 % gegenüber dem aktuellen Kurs. Die übrigen T-Mobile-US-Aktien bewertet Iliad mit 40,50 USD je Titel.

    DAB Bank geht über den Ladentisch

    Die HypoVereinbank hat einen Käufer für den zweitgrößten deutschen Online-Broker gefunden. Man habe sich mit BNP Paribas über den Verkauf des 81,4 % Anteils an der DAB Bank zu einem Preis von 4,78 Euro je Aktie verständigt, ließ die DAB Bank am Donnerstagabend verlauten. Damit wird der Anteil mit rund 354 Mio. Euro bewertet.

    Wacker Chemie erhöht Ergebnisprognose

    
Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie erwartet nun einen EBITDA-Anstieg um mindestens ein Drittel (bisher mindestens 10 %). Der Umsatz soll unverändert im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Im 2. Quartal hat Wacker den Umsatz um 8 % auf 1,24 Mrd. Euro gesteigert und den Überschuss sogar mit 29,4 Mio. fast verdoppelt.

    SMT Scharf sieht schwarz

    SMT Scharf erwartet jetzt ein Konzernergebnis von -2 Mio. Euro (bisher ausgeglichenes Ergebnis). Die Umsatzprognose von 45 Mio. Euro wurde indes bestätigt.

    Fuchs Petrolub kappt Gesamtjahresausblick

    Der Schmierstoff-Spezialist Fuchs Petrolub hat seine Ergebnisprognosen für 2014 leicht nach unten angepasst und geht nun nur noch davon aus, die Vorjahresergebnisse bei EBIT und Nettogewinn wiederholen zu können. Bisher sollten beiden Kennzahlen leicht zulegen. Es wird aber unverändert mit einem organischen Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich gerechnet.

    Gute Nachrichten aus China

    Der CFLP Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes in China ist im Juli auf 51,7 Punkte gestiegen, nach 51,0 Zählern im Juni. Das ist der höchste Stand seit 27 Monaten. Ökonomen hatten einen Wert von 51,4 prognostiziert. Es ist der fünfte monatliche Anstieg des Frühindikators in Folge. Ein Wert über der Marke von 50 Punkten signalisiert Wachstum.