Seit Beginn des Bärenmarkts im Januar dieses Jahres hat der DAX ca. -20% seines Wertes eingebüßt. Es handelt sich bisher statistisch gesehen um das durchschnittliche Korrekturpotential im Rahmen eines Bärenmarkts. Bisher bewegt sich das Ganze also alles im Rahmen des Erträglichen.

    Der Dominoeffekt

    Immobilienkrise - Kreditkrise - schwächelnde Realwirtschaft - schwächelnde globale Konjunktur

    In den USA strahlt die Immobilienkrise und darauf aufpfropfend die Kredit- und Finanzkrise auf die Realwirtschaft aus. Der in den vergangenen Monaten teilweise cashartig abwertende US-Dollar begünstigte den US Export. Zwischenzeitlich mehrten sich Stimmen, die es für möglich hielten, dass die starke Nachfrage aus dem Ausland den schwachen US Konsum kompensieren könne. Zwischenzeitlich dürfte es diesen Effekt tatsächlich gegeben haben.

    Seit einigen Wochen wertet der US-Dollar jedoch deutlich auf. Bitte hier klicken.

    Verantwortlich ist ein Short Squeeze und nachgebende Ölpreisnotierungen. Verantwortlich ist aber auch die Tatsache, dass nun beispielsweise auch im Euroraum konjunkturelle Risiken beginnen durchzuschlagen. Marktteilnehmer rechnen damit, dass auch die EZB eben diese konjunkturellen Risiken im Fokus ihrer Betrachtungen haben wird und den Leitzins wohl eher nicht weiter anheben, sondern eher senken wird. Dies stärkt den US-Dollar. Ein aufwertender US-Dollar wiederum macht Waren und Dienstleistungen aus den USA für Ausländer wieder teurer. Das belastet also wieder die US Konjunktur.

    Somit nimmt der Dominoeffekt seinen Lauf. Die Decoupling Scenarien für die Emerging Markets sind obsolet. Die chinesische Wirtschaft hängt besonders stark an der US Konjunktur. Fundamental läßt sich die starke Korrektur am chinesischen Aktienmarkt insofern nachvollziehen. Die Schwäche der BRIC Indizes resultiert ebenfalls aus der Abhängigkeit der Länder von der US Konjunktur. Der russische Aktienmarkt kommt eher nicht wegen der Kaukasuskrise so stark zurück, sondern wegen dem fallenden Ölpreis.

    Wir covern übrigens die asiatischen Indizes, Emerging Markets Indizes, etc. in der EM Rubrik : [Link "Bitte hier klicken." auf www.godmode-trader.de/... nicht mehr verfügbar]

    Die chinesischen Indizes befinden sich nach wie vor in nahtlos intakten Abwärtstrends. Es lohnt sich also da noch nicht neue Analysen zu erstellen.

    "Alles" korrigiert - Aktienindizes und Rohstoffe
    Man muß sich damit anfreunden, dass im mittelfristigen Zeitfenster Aktienindizes wie DAX, Eurostoxx50, DOW Jones und S&P 500 Index korrigieren, ebenso wie der Rohstoffsektor. Die Tatsache, dass Öl seit mehreren Wochen deutlich fällt, kann als Indiz für die weltweit nachlassende konjunkturelle Kondition angesehen werden.

    Wie reagiert man als Anleger auf eine solche Situation ?

    1.) Zum einen gilt es innerhalb des Aktienmarkts und des Rohstoffsektors Stock- bzw. Rohstoff-Picking zu betreiben. Nicht alles fällt, es gibt eine Reihe von Sektoren, die gut performen, die sich in Aufwärtstrends befinden. Beispielsweise Pharma, beispielsweise Biotech, beispielsweise in Ansätzen auch wieder Solar und andere alternative Energien, beispielsweise einige Airliner und einige Bankentitel. Auch aus dem Technologiesektor gibt es eine ganze Reihe von Aktien, die steigen und positiv performen können.

    2.) Nach wie vor bietet es sich an die Indizes wie DAX und DOW Jones an relevanten Widerständen zu shorten, also leerzuverkaufen und somit auf fallende Kurse zu setzen.

    3.) Der hochvolatile richtungssuchende breite Aktienmarkt zwingt Anleger zunehmend dazu, auch oder gerade das kurz- und mittelfristige Zeitfenster zu handeln. Und dieser aktive Handel will gelernt sein. Er birgt besondere Risiken. Die Kursbewegungen im kurz- und mittelfristigen Zeitfenster hören auf ganz besondere Gesetzmäßigkeiten. Bei GodmodeTrader.de arbeiten viele Spezialisten für diesen Handel.

    Wenn Sie mögen, können Sie von deren Fähigkeiten profitieren und deren Depots nachbilden: Bitte hier klicken.

    Kommen wir nun zur charttechnischen Besprechung vom DAX.

    DAX - Eingekeilt zwischen Bullen und Bären

    Der Index ist zwischen Unterstützungen und Widerständen eingekeilt. Unterstützungen stellen mögliche Aktivitätspunkte von Bullen, also Käufern dar. Widerstände umgekehrt mögliche Aktivitätspunkte von Bären, also Verkäufern.

    DAX aktuell 6.422 Punkte

    Rückblick: Auf der einen Seite ist die Abwärtsbewegung seit Januar dieses Jahres intakt. Ein Abwärtstrend liegt vor. Auf der anderen Seite ist auch klar geworden, dass im bisherigen Verlauf 2008 das charttechnische Unterstützungsniveau bei 6.160-6.220 Punkten gehalten und verteidigt wird. März- und Juli-Tief wurden in diesem Unterstützungsbereich ausgebildet.

    Im Monatschart (Mitte) wird klar, wie sich diese 6.220er Unterstützung herleitet. Sie hat ihren Ursprung an dem spitzen Hoch 1998. Wieder hat sich der Markt also an einem markanten zyklischen Hochpunkt aus der Vergangenheit "erinnert". Dieser ehemalige Hochpunkt bei 6.220 Punkten fungiert als Unterstützung. Hier halten Käufer bisher immer wieder die Hand auf und greifen zu, die Notierungen prallen deswegen nach oben ab. Man kann sich so aber auch leicht vorstellen, was passiert, wenn diese Käufer ihre Hände nicht mehr aufhalten und nicht mehr kaufen. Dann wäre dies im Sinne einer Verkaufssignals zu werten. Wenn Käufer ein Kursniveau nicht mehr halten können, wechselt der Staffelstab sofort schlagartig zu den Verkäufern.

    Der Bereich von 6.160-6.220 Punkten stellt ein sehr starkes Unterstützungsniveau dar. Im Wochenchart sehen Sie, dass hier auch der exp. GDL 200 (rote Linie) verläuft.

    Im Wochenchart habe ich alle relevanten Unterstützungs- und Widerstandsniveaus eingeblendet. Grün die Unterstützungen, also potentiellen Wendebereiche nach oben und rot die Widerstände, also potentielle Wendebereiche wieder nach unten.

    Die Herleitung der Widerstände bei 6.650 und 6.850 Punkten sei dahingestellt. Es handelt sich aber um sehr starke Marken. Sollte der DAX sie erreichen, müßte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, dass die Notierungen nach unten abprallen; zumindest kurzfristig.

    Charttechnischer Ausblick: Fakt ist, dass der DAX seit Januar ausgehend von ca. 8.100 Punkten korrigiert. Fakt ist, dass ein intakter Abwärtstrend vorliegt. Fakt ist, dass bisher keine charttechnische Bodenformation zu erkennen ist. Fakt ist, dass eine ganz Reihe sehr harter Widerstände im Markt liegt. Der Index ist gedeckelt. Nach oben lauern einige explosive Sprengfallen. Die Bären (Verkäufer)sind im mittelfristigen Zeitfenster bisher nach wie vor wesentlich im Vorteil. Wohlgemerkt, der Chart zeigt uns den übergeordneten Anlagetrend, er zeigt uns, ob Kauf- oder Verkaufsdruck vorliegt, er zeigt uns, ob Anleger einsteigen oder eben noch nicht. Value Investoren verweisen darauf, dass sie erst noch Abstufungen der Gewinnschätzungen durch Analysen sehen wollen. Dann sei der Boden nahe. Nunja. Seit dem 3. Quartal 2007 sehen wir massive Earnings Downgrades für den Bankensektor, seit dem ersten Quartal 2008 für den Automobilsektor und seit dem 2. Quartal 2008 für Industrials und Versicherer. Es tut sich also was. Auch die Tatsache, dass die IKB an Lonstar verhökert wurde und nun die Dresdner Bank an die Commerzbank geht, sind wohl eher Zeichen dafür, dass aus fundamentaler Sicht tatsächlich einiges dafür spricht, dass der Markt einen Großteil seiner Abgaben bereits gesehen haben könnte. Nur ... im Chart, - also den tatsächlichen Transaktionen an der Börse - , ist davon noch nichts angekommen. Und letzteres ist Voraussetzung für uns, um von einem Boden sprechen zu können. Wir handeln die Kurse, nicht mögliche fundamentale Argumente, die einen Boden befürworten könnten.

    Die Bullen (Käufer) haben derzeit ein Argument auf ihrer Seite, das ich im Rückblick beschrieben habe. Es ist die Unterstützungszone bei 6.160-6.220 Punkten. Das Korrekturgeschehen seit März dieses Jahres spielt sich darauf ab. Darunter dürften wie so oft gestaffelt Stoplossorders im Markt liegen.

    Wie folgt läßt sich derzeit das Kursgeschehen im mittelfristigen Zeitfenster prognostisch eingrenzen :

    Sollte der DAX das Niveau von 6.650 Punkten erreichen, dürfte er mindestens kurzfristig nach unten abprallen. Sollte der DAX das Niveau bei 6.850 Punkten erreichen, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Index anschließend mindestens einige Wochen nach unten abprallen dürfte. Sie sehen, ich halte mich mit einer Prognose zurück, OB die beiden Widerstandsniveaus erreicht werden können. Die Prognose sieht aber so aus, dass sofern sie erreicht werden sollten, mit empfindlichen Kursrücksetzern gerechnet werden müßte. Insofern sind beide sinnvolle Einstiegspunkte für Shortpositionen.

    Nach unten hin liegen relevante Unterstützungen bei 6.200, 5.850 und 5.730 Punkten. Sollte die 6.200 Punktemarke auf Tagesschluß fallen, würde dies ein Verkaufssignal bis 5.850 Punkte auslösen. Bei der 5.850 Punktemarke handelt es sich um das 38,2% Fibonacci Retracement des gesamten Bullenmarkts seit 2003. Normalerweise ein starkes Unterstützungsniveau.

    Im Bereich von Unterstützungen ist der DAX auf Sicht einiger Tage und Wochen ein Kauf, im Bereich von Widerständen ein Verkauf bzw. Short.

    Abschließend noch der Hinweis auf die Tradingtour 2008 : [Link "http://www.tradingtour2008.de/" auf www.tradingtour2008.de/... nicht mehr verfügbar]

    Ich würde mich freuen, wenn auch Sie an der Tour teilnehmen würden.

    Herzliche Grüße,
    Ihr Harald Weygand - Head of Trading bei GodmodeTrader.de

    GodmodeTrader ist ein Service der BörseGo AG : http://www.boerse-go.ag/

    Kursverlauf seit 1971 (log. Linienchart als Übersichtsdarstellung)
    Kursverlauf seit 1995 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Monat)
    Kursverlauf seit Juli 2005 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Woche)

    Wir freuen uns über die Nominierung als „Bestes Zertifikate-Portal“ bei den ZertifikateAwards 2020 – und noch mehr auf Ihre Stimme! Setzen Sie in einer kurzen Umfrage Ihren Haken bei „GodmodeTrader". Es dauert lediglich wenige Minuten. Versprochen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Hier geht es zur Umfrage