• Stuttgart: Diesel-Fahrverbote kommen
  • Google vor neuer Milliardenstrafe der EU?
  • USA: Preisanstieg auf Erzeugerebene verlangsamt sich
  • Diesel-Fahrverbote in Stuttgart ab Anfang 2019
  • Villeroy de Galhau: „EZB-Zinsschritt im Sommer 2019 möglich“
  • China reagiert empört auf neue US-Strafzölle
  • Merkel wehrt sich gegen Kritik Trumps
  • Wipo: Schweiz bleibt innovativstes Land der Welt
  • Fußball-WM: Nike hängt Adidas auf Abstand
  • Metro-Chef verteidigt Konzernaufspaltung
  • Ehemaliger Apple-Mitarbeiter verrät Betriebsgeheimnisse
  • Jenoptik erhöht Jahresziele

DAX & US-Märkte

  • Trump zündelt und der Markt geht in die Knie. Die neuerliche Scharade in Sachen Strafzölle des US-Präsidenten hat am deutschen Markt zu einem jähen Abbruch der jüngsten, zweitätigen Erholungsphase geführt. Der Leitindex DAX beendete den Handel mit einem Minus von 1,53 Prozent bei 12.417,13 Punkten. Trump hat im Handelsstreit mit der Volksrepublik erneut den Druck erhöht und will für weitere chinesische Exportprodukte im Wert von 200 Mrd. US-Dollar zusätzliche Zölle erlassen. China bezeichnete die Pläne als absolut inakzeptabel. Bereits an den Börsen in Asien reagierten die Anleger am Morgen nervös. Und an der Wall Street befürchten einige Händler im Verlauf einen wahren Ausverkauf.
  • US-Aktien haben ihre viertägige Rally unterbrochen, nachdem der Handelskonflikt wieder deutlicher in den Mittelpunkt rückte und der Energie-Komplex aufgrund Sorgen um die chinesische Wirtschaft regelrecht kollabiert ist. Die USA hatten zuvor am Dienstagabend ihre bislang umfangreichste Liste an Einfuhrzöllen vorgestellt, die in den nächsten zwei Monaten geprüft werden soll. Auf dem Nato-Gipfel wurden derweil die Europäer von US-Präsident Trump heftig unter Druck gesetzt. Die ursprünglich versprochenen Ziele was die nationalen Verteidigungshaushalte angeht sollen bitte sofort umgesetzt werden und nicht auf unbestimmte Zeit in die Zukunft verschoben werden. Auch von einer Verdopplung der Zielvorgaben auf vier Prozent des BIP war zeitweise die Rede. Bei den Einzelaktien verlor 21st Century Fox vier Prozent nach Berichten, dass Comcast das Disney-Gebot nicht kontern könnte und statt dessen für Sky bieten könnte. Nachbörslich kommt Broadcom massiv unter Druck und verliert über fünf Prozent - laut einem WSJ-Report soll CA Tech für 19 Milliarden Dollar gekauft werden.

Ausgewählte Chartanalysen

Unternehmensnachrichten

  • Nach Kritik von US-Präsident Trump verschiebt Pfizer eine Preiserhöhung. Die Verteuerung werde durchgeführt, wenn Trumps Arzneimittelplan Wirkung entfalte. Sollte dies nicht bis Ende des Jahres geschehen, würden die Preise dann erhöht. Der Pharmariese Pfizer hat zudem Pläne zur Umstrukturierung in drei Geschäftsbereiche bekanntgegeben. Damit sollen die erwarteten Einbußen durch den Patentschutzverlust für das Nervenschmerzmittel Lyrica in den USA gemindert werden.
  • Der US-Medienkonzern 21st Century Fox hat seine Offerte für den britischen Bezahlsender Sky auf 32,5 Mrd. Dollar angehoben und damit den Rivalen Comcast überboten. Je Sky-Aktie bietet Fox nun 14 Pfund und damit 3,25 Pfund mehr als bisher.
  • Google steht laut „Wall Street Journal vor einer weiteren Milliardenstrafe der EU-Kommission. Auch im Wettbewerbsverfahren um das Betriebsystem Android werde voraussichtlich der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung festgestellt, hieß es.
  • Ford Motors hat im ersten Halbjahr 2018 in China mit 400.443 Fahrzeugen 26 % weniger Autos als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum abgesetzt.
  • Der ehemalige Apple-Mitarbeiter Xiaolang Zhang ist in den USA wegen des Verdachts auf Verrat von Betriebsgeheimnissen an eine chinesische Firma festgenommen worden. Zhang soll geheime Daten über ein selbstfahrendes Auto auf sein Laptop heruntergeladen und an das Start-up-Unternehmen Xiaopeng Motors verkauft haben.
  • Der US-Sportausrüster Nike sieht sich als Gewinner der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. „Durch das gute Abschneiden unserer Teams verkaufen sich die Trikots phänomenal“, sagte Europa-Chef Bert Hoyt im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Von manchen der von dem US-Konzern gesponserten Mannschaften seien fast keine Trikots mehr in den Läden zu haben. Von den vier Teams, die um die Plätze eins bis drei kämpfen, laufen drei in Nike-Trikots auf.
  • Stürme, Überschwemmungen, Erdbeben und weitere Naturkatastrophen haben im ersten Halbjahr 2018 so wenig Schaden angerichtet wie seit 13 Jahren nicht mehr. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re zählt in dem am Mittwoch veröffentlichten Naturkatastrophen-Bericht Gesamtschäden von 33 Mrd. US-Dollar - halb so viel wie ein Jahr zuvor.
  • Die Metro hatte sich am 12. Juli 2017 in zwei selbstständige Unternehmen aufgespalten: Den Lebensmittelhändler Metro, sowie den Elektronikanbieter Ceconomy. Seitdem haben beide Unternehmen deutlich an Börsenwert eingebüßt. Dessen ungeachtet verteidigte Konzernchef Olaf Koch nun nochmals die Zerschlagung. „Der Schritt, die beiden Unternehmen aufzuteilen, macht aus heutiger Sicht sogar mehr Sinn als zuvor", sagte Koch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Denn der Wettbewerb im Handel habe noch weiter zugenommen. Da sei es wichtig, dass sich die Unternehmen auf ihre eigenen Themen konzentrieren könnten. „Natürlich ist die Kursentwicklung der Metro-Aktie seit der Aufspaltung schmerzhaft. Den aktuellen Kurs sehe ich aber als eine Momentaufnahme", sagte Koch.
  • Angesichts der Führungskrise bei thyssenkrupp plant die Krupp-Stiftung eine Sondersitzung. Bei dem nach wie vor größten Einzelaktionär des Industriekonzerns wolle das Stiftungskuratorium am Freitag zu einem außerplanmäßigen Treffen zusammenkommen, berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung". Das Kuratorium ist das wichtigste Führungsgremium der Krupp-Stiftung. Unter der Leitung von Stiftungschefin Ursula Gather will sich das Gremium mit der aktuellen Lage nach dem überraschenden Rücktritt von Konzernchef Heinrich Hiesinger befassen. Laut der Zeitung war vor allem Unverständnis über die Darstellung von angeblich mangelnder Unterstützung für Hiesinger zu hören.
  • Der IT-Systemanbieter Bechtle übernimmt in Frankreich den Online Anbieter von IT-Produkten Inmac Wstore von der US-Gruppe Systemax, wie Bechtle am Mittwoch mitteilte. Inmac Wstore hat derzeit rund 400 Mitarbeiter und erzielte vergangenes Jahr einen Umsatz von rund 420 Mio. Euro. Bechtle benötigt noch die Genehmigung der französischen Behörden.
  • Der Technologiekonzern Jenoptik hat nach der Übernahme des kanadischen Unternehmens Prodomax Automation und „aufgrund der anhaltend guten Nachfrage“ die Umsatzprognose für das laufende Jahr erhöht. Die Erlöse sollen nun 2018 bei 805 bis 820 Mio. Euro liegen. Bisher war Jenoptik von 790 bis 810 Mio. Euro ausgegangen.
  • Der Bioethanolhersteller Cropenergies wurde im ersten Quartal von sinkenden Verkaufspreisen ausgebremst. Der Gewinn sank von 17,5 Mio. Euro vor einem Jahr auf 2,4 Mio. Euro. Mitte Juni hatte Cropenergies bereits Eckdaten vorgelegt und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 gesenkt. Für 2018/19 wird demnach ein Umsatz zwischen 810 bis 860 Mio. und ein operatives Ergebnis von 25 bis 55 Mio. Euro erwartet.
  • Daimler und Bosch nutzen nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" die rechtlichen Rahmenbedingungen in den USA, um dort ein vernetztes, autonomes und elektrisches Mobilitätsangebot zu testen. Auch in China habe Daimler die Erlaubnis für Tests im Straßenverkehr erhalten.

Konjunktur & Politik

  • Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der vergangenen Woche so stark gefallen wie seit September 2016 nicht mehr. Gegenüber der Vorwoche wurde ein Rückgang um 12,6 Millionen Barrel auf 405,2 Millionen Barrel verzeichnet, wie das US-Energieministerium mitteilte. Erwartet wurde hingegen nur ein Rückgang um 3,9 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Zahlen des American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hatten einen Rückgang um 4,489 Millionen Barrel gezeigt. Die tägliche US-Ölproduktion stagnierte bei 10,9 Millionen Barrel.
  • Das Volumen der Großhandelslagerbestände in den USA ist im Mai nach endgültigen Zahlen des US-Handelsminsteriums um 0,6  Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Experten hatten einen Anstieg von 0,5 Prozent erwartet.
  • Nun ist es amtlich: Besitzer von Dieselautos bis zur Euro-Abgasnorm 4 müssen in Stuttgart vom 1. Januar 2019 an Fahrverbote befürchten. Dies beschloss die grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg am Mittwoch. Ein Fahrverbot für jüngere Diesel der Euronorm 5 soll zunächst nicht eingeführt werden.
  • Die Erzeugerpreise in den USA zogen im Juni etwas schwächer an als zuletzt. Sie stiegen im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent, nach einer Zunahme im 0,5 Prozent zuvor. Damit fiel der Anstieg höher aus, als Experten erwartet hatten.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel kann die Kritik von US-Präsident Donald Trump an der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Deutschlands mit Russland im Energiebereich nicht nachvollziehen. Es sei gut, dass Deutschland eine eigenständige Politik machen und eigenständige Entscheidungen fällen könne. Das sei sehr gut, gerade für die Menschen in den neuen Bundesländern, betonte Merkel zum Auftakt des Nato-Gipfels. Trump hatte Deutschland schwere Vorwürfe gemacht. Seine Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben verknüpfte er mit Kritik am Bau der Gaspipeline Nord Stream 2. Deutschland sei total von Russland kontrolliert, sagte er.
  • Der französische Notenbankchef und EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau hält eine Zinserhöhung bereits früher möglich als von der EZB bislang signalisiert. Die erste Zinsanhebung könne ab Sommer 2019 abhängig vom Inflationsausblick stattfinden, sagte Villeroy de Galhau auf einer Veranstaltung in Paris. Die EZB hatte im Juni hingegen in Aussicht gestellt, dass ihre Leitzinsen noch mindestens über den Sommer 2019 auf dem aktuellen Niveau liegen werden. Der Notenbanker hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt davon gesprochen, dass ein Zinsschritt „ab Sommer 2019“ kommen könne.
  • Der chinesische Automarkt ist im Juni gewachsen. Der Absatz an Autohändler sei im Juni mit 1,87 Mio. Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3 Prozent gestiegen, teilte der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) mit. Laut dem chinesischen Pkw-Branchenverband PCA (Passenger Car Association) war der Markt im vergangenen Monat dagegen rückläufig, die beiden Verbände erheben ihre Daten jedoch unterschiedlich.
  • Die USA wollen weitere chinesische Waren mit Strafzöllen belegen. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hat im Auftrag von Präsident Donald Trump eine Liste mit weiteren, rund 6.000 chinesischen Exportgütern im Wert von 200 Milliarden Dollar erstellt, auf die Zölle erhoben werden sollen. Unter anderem sind Strafgebühren von 10 Prozent für zahlreiche Nahrungsmittel und viele Konsumgüter vorgesehen. Die Strafzölle könnten am September gelten. Peking reagierte mit Empörung. In einer Mitteilung des chinesischen Handelsministeriums hieß es, die Pläne seien vollkommen inakzeptabel. Man werde entsprechend darauf regieren. Vize-Handelsminister Li sagte, der Handel zwischen den USA und China "droht komplett zerstört zu werden".
  • Die britische Premierministerin Theresa May hat ihre Brexit-Vorschläge verteidigt. Man wolle einen geordneten EU-Austritt, dabei aber Wünsche der Brexit-Wähler erfüllen, etwa nach Begrenzung des Zuzugs von EU-Bürgern, sagte May am Dienstagabend in London bei einem Auftritt mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel. Die EU-Positionen widersprechen Mays Plänen zum Teil. Für die Europäische Union sind die vier Freiheiten des gemeinsamen Binnenmarkts - freier Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Freizügigkeit für Bürger - nicht verhandelbar. May hatte hingegen eine Freihandelszone nur für Waren vorgeschlagen. Bei Dienstleistungen und Freizügigkeit will Großbritannien nach dem EU-Austritt 2019 jedoch stärker selbst bestimmen.
  • Die neue tschechische Minderheitsregierung aus der ANO-Partei von Ministerpräsident Andrej Babis und der sozialdemokratischen CSSD stellt heute die Vertrauensfrage im Parlament. Die Koalition wird von der kommunistischen KSCM toleriert. Alle drei Parteien kommen zusammen auf 108 der 200 Sitze im Abgeordnetenhaus in Prag. Die tschechische Verfassung sieht vor, dass der Ministerpräsident innerhalb von 30 Tagen nach der Vereidigung seines Kabinetts die Vertrauensfrage stellen muss. Im Januar war Babis in einer ersten Abstimmung daran gescheitert.
  • Die Schweiz hat ihren ersten Platz im Global Innovation Index (GII) verteidigt. Diesen stellt die Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) in Genf auf. Gemessen werden 80 Indikatoren, darunter Patentanmeldungen, Bildungsausgaben und wissenschaftliche Veröffentlichungen. Hinter der Schweiz landen in diesem Jahr die Niederlande und Schweden auf Platz 2 und 3. Deutschland behauptet wie 2017 Platz 9 unter den 126 untersuchten Ländern.

Dividendenausschüttungen

  • Hapag-Lloyd (€0,57 je Aktie)
Termin des Tages: 14:30 Uhr - US: Erzeugerpreise Juni

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