• EY-Studie: DAX-Konzerne schneiden besser ab als gedacht
  • Britische Inflation weiter deutlich über Notenbankziel
  • Deutsche-Bank-Großaktionär HNA zieht den Hals aus der Schlinge
  • BMW bleibt hinter der Premium-Konkurrenz zurück
  • TUI reduziert saisontypische Verluste mit Hotelverkäufen
  • Metro erzielt im Weihnachtsquartal mehr Gewinn
  • Aurubis profitiert von höheren Kupferpreisen

DAX

  • Der deutsche Leitindex gerät am Dienstag erneut ein wenig ins Trudeln, am Nachmittag handelt der DAX rund 0,2 Prozent tiefer. Nachdem sich gestern noch eine deutliche Erholung ergab, wackelt diese heute schon wieder. Der Schreck über die jüngste Berg-und-Talfahrt steckt den Anlegern offenbar noch in den Knochen. Ein möglicher Grund für die heutige Zurückhaltung ist sicherlich auch der Euro, welcher zum US-Dollar wieder anzieht. Ein weiterer: Die Anleger achten derzeit genau auf Zeichen zur Inflationsentwicklung und so warten sie in dieser Woche auf Daten zu den Verbraucherpreisen in Deutschland und den USA. Die aus Großbritannien wurden am Vormittag bereits bekannt gegeben, übten aber keinen Kurseinfluss aus.
  • US-Aktien können heute den dritten Tag in Folge zulegen und gehen mit moderaten Aufschlägen aus dem verschlafenen Handel. Die Volatilität bewegte sich ebenfalls in die richtige Richtung und stand zuletzt bei 25 Punkten, während sich die Rendite von Treasuries mit einer Laufzeit von zehn Jahren seitwärts schob und den regulären Handel mit 2,84 % beendete. Führend zeigte sich der Konsumsektor, welcher von der guten Performance bei Under Armour (+17,4 %) und Amazon (+2,04 %) profitieren konnte. Bei den Einzelwerten machten Übernahmegerüchte bezüglich AmerisourceBergen (+9,3 %) und Walgreens (-0,25 %) die Runde. Im Mittelpunkt von Manipulationsvorwürfen stand heute die Cboe: Angeblich sei es ein Einfaches den VIX zu manipulieren, und auch der Crash am Aktienmarkt sei auf diese Weise fabriziert worden, so eine anonymer, ranghoher Insider. Die Vorwürfe sind im Prinzip nicht neu, aber zum ersten Mal scheinen sich nun die Regulierungsbehörden der Sache anzunehmen, wie das Wall Street Journal meldete. Der morgige Handel verspricht derweil weitaus ereignisreicher zu werden: In Deutschland und den USA stehen Inflationsdaten zur Veröffentlichung an, die neuen Schwung in die Zinslandschaft bringen könnten, und damit wegweisend für die weitere Richtung am Aktienmarkt wären.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der US-Drogerieketten-Betreiber Walgreens Boots Alliance ist laut Wall Street Journal an einer Komplettübernahme von AmerisourceBergen interessiert. Vor ein paar Wochen habe es erste Gespräche gegeben. Walgreens hält bereits 26 Prozent an dem Pharmagroßhändler, die restlichen Anteile kommen auf einen Wert von 18 Mrd. US-Dollar.
  • Amazon will offenbar hunderte Arbeitsplätze am Hauptstandort in Seattle abbauen. Dabei bleibe zunächst unklar, welche Bereiche genau davon betroffen seien. Wie es hieß, will das Unternehmen seine Ressourcen auf seine schnell wachsenden Bereiche wie den Sprachassistenten Alexa konzentrieren. Insgesamt beschäftigt Amazon knapp 570.000 Mitarbeiter.
  • Der US-Sportartikelhersteller Under Armour ist im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Im vierten Quartal fiel wegen Umbaukosten unter dem Strich ein Verlust von 88 Mio. Dollar an. Lob am Markt gab es für einen verbesserten Trend in Nordamerika und gestiegener Umsätze.
  • PepsiCo hat 2017 in Folge von Umbuchungen durch die US-Steuerreform einen Gewinneinbruch um fast ein Viertel auf 4,9 Mrd. Dollar erlitten. Im Schlussquartal war gar ein Verlust angefallen. Bei dem bereinigten Gewinn je Aktie konnte Pepsico aber einen Anstieg von 4,85 Dollar im Vorjahr auf 5,23 US-Dollar vermelden.
  • General Motors schließt wegen schwacher Auslastung im Frühjahr eines seiner vier Werke in Südkorea. Die Kosten für die Schließung bezifferte GM auf 850 Mio. US-Dollar.
  • Die US-Waffenschmiede Remington Outdoor Company kündigte wegen hoher Schulden und ungenügender Nachfrage einen Antrag auf Gläubigerschutz an.
  • Der Autobauer BMW ist erfolgreich in das neue Jahr gestartet, bleibt aber hinter der Konkurrenz zurück. BMW verkaufte inklusive der Kleinwagenmarke Mini im Januar weltweit 169.538 Autos und damit 3,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von der Stammmarke BMW wurde der Konzern 148.400 Autos los. Die Daimler-Marke Mercedes-Benz hatte im Januar 193.414 Wagen verkauft, die VW—Premiumtochter Audi lag im Januar mit 149.100 Autos knapp vor BMW.
  • Laut einer Studie hat die Mehrheit der DAX-Konzerne das Jahr 2017 erfolgreicher abgeschlossen als zuvor prognostiziert. Wie aus der Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervorgeht revidierten 57 Prozent der 30 DAX-Unternehmen im Verlauf des Jahres ihre Prognose mindestens einmal nach oben. Demnach hat nur eine Minderheit von zehn Prozent der Firmen die Gewinn- bzw. Umsatzziele reduzieren müssen. „Viele Unternehmen hatten das Geschäftsjahr vorsichtig geplant, für diese kam die weiterhin sehr positive Entwicklung überraschend“, erklärte EY-Partner Marc Förstemann.
  • Der finanziell angeschlagene Deutsche-Bank-Großaktionär HNA aus China ist dabei, sich zu entlasten. Heute teilte das chinesische Konglomerat mit, zwei Grundstücke für 16 Mrd. Hongkong-Dollar, umgerechnet ca. 1,7 Mrd. Euro, verkauft zu haben. Bloomberg zufolge will sich HNA auch von Immobilien im Londoner Finanzviertel Canary Warf für mehr als 500 Mio. US- Dollar trennen. Zudem stehen Immobilien in New York im Wert von rund 4 Mrd. US-Dollar zur Disposition. In der vergangenen Woche hatte die HNA auch den Anteil an der Deutschen Bank leicht reduziert.
  • Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch steht hinter VW-Chef Matthias Müller und sieht keinen Grund, dessen Position infrage zu stellen. „Dazu glaube ich, ist jetzt nicht der richtige Anlass, um was zu sagen. Ich denke, dass es dafür auch keinen Hintergrund gibt", sagte Pötsch in Linz. Insider hatten der Nachrichtenagentur Reuters zuvor berichtet, Müller sei wegen der fragwürdigen Abgastests mit Affen frustriert.
  • Mit fast 4,6 Mio. stieg die Zahl der Fluggäste in Frankfurt im Jahresvergleich um 7,6 Prozent, wie die Betreibergesellschaft Fraport mitteilte. Das war der stärkste Januar seit Bestehen des Flughafens.
  • Der Lebensmittelkonzern Metro hat im Weihnachtsquartal trotz hoher Umbaukosten und einem weiterhin mauen Russlandgeschäft mehr verdient als im Vorjahr. So stieg das um Erträge aus Immobiliengeschäften bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) zwischen Oktober und Januar von 565 auf 608 Mio. Euro, netto kletterte der Gewinn von 124 auf 232 Mio. Euro. Die Erlöse, die stabil bei 10,1 Mrd. Euro gehalten werden konnten, wurden durch negative Wechselkurseffekte ausgebremst.
  • Dank des Verkaufs von drei Hotels konnte der Reisekonzern TUI im ersten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember den saisontypischen Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 99,6 Mio. Euro reduzieren. Die Insolvenz der Air-Berlin-Tochter Niki belastete Tui dabei mit 20 Mio. Euro.
  • Der Kupferhersteller Aurubis hat im üblicherweise schwächeren ersten Geschäftsquartal überraschend stark abgeschnitten. Dabei profitierte der Konzern von höheren Kupferpreisen und gestiegenen Raffinierlöhnen für Altkupfer. Das operative Ergebnis vor Steuern stieg um mehr als das Vierfache auf 79 Mio. Euro, netto blieben 60 Mio. Euro nach 14 Mio. im Vorjahr, hängen. Der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 2,87 Mrd. Euro. Die Markterwartungen erfüllte der Konzern. Für das Gesamtjahr 2017/18 wird weiter mit einem operativen Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet.
  • Die Novartis-Tochter Sandoz hat für ihr Nachahmerprodukt Glatopa in der 40 mg/mL-Dosierung zur Behandlung von rezidivierender Multiple Slerose die Zulassung in den USA erhalten. In einer niedrigeren 20 mg/mL-Dosierung darf das MS-Mittel bereits seit Juni 2015 vertrieben werden.

Konjunktur & Politik

  • Microsoft-Gründer Bill Gates sieht die von US-Präsident Trump ausgegebene Devise "America first" kritisch. Diese Weltansicht mache ihm Sorgen. „Meiner Ansicht nach hat es sich über die Zeit bewiesen, dass ein Miteinander mit der Welt die meisten Vorteile für alle hat“.
  • Die Inflationsrate in Großbritannien ist im Januar unverändert bei 3,0 Prozent geblieben, teilte das Statistikamt ONS mit. Analysten hatten mit einem leichten Rückgang gerechnet. Die britische Inflation liegt damit weiter deutlich über dem Notenbankziel von zwei Prozent. Notenbankchef Mark Carney führt die hohe Teuerung vor allem auf das nach dem Brexit-Votum vom Sommer 2016 geschwächte britische Pfund zurück.
  • In Frankreich kam es im vierten Quartal 2017 zu einem Stellenzuwachs (ex Agrar) laut vorläufigen Daten von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Experten hatten eine geringeren Jobaufbau erwartet.
  • Das US-Präsidialamt rechnet auf Jahre mit einem Wirtschaftswachstum oberhalb von drei Prozent. 2018 dürfte die US-Wirtschaftsleistung real um 3,0 Prozent zulegen, so Washington. Die bisherige Prognose betrug 2,4 Prozent. Für 2019 und 2020 werde eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 3,2 beziehungsweise 3,1 Prozent erwartet.
  • Die Finanzaufsicht in Japan hat Blockchain Laboratory aus Macau verwarnt. Die Bitcoin-Börse ist in Japan ohne eine gültige Lizenz auf Kundenfang.
  • US-Präsident Donald Trump will die Zölle für Produkte aus Ländern angleichen, die derzeit Vorzüge beim Export ihrer Waren in die USA genießen. Im Wahlkampf hatte er in diesem Zusammenhang auf China, Japan und Südkorea verwiesen. Trump hat zudem Abgaben für Unternehmen aus Ländern angekündigt, die ihrerseits US-Produkte mit Zöllen belegen. Er werde sich im Laufe der Woche genauer zu der gegenseitigen Steuer äußern. Sie betreffe auch befreundete Länder.
Termine des Tages:

10:30 Uhr - GB: Verbraucherpreise Januar

14:00 Uhr - US: Cleveland Fed-Präsidentin Mester hält eine Rede, Cleveland

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