• EU-Kommission ermittelt gegen Amazon
  • Deutsche Bank: Kunden ziehen jeden Tag eine Milliarde Dollar ab
  • Borussia Dortmund: Zielführende Verhandlungen mit Puma
  • Metro könnte Übernahme durch Sonderdividende verhindern
  • Bitcoin fällt unter 10.000 Dollar
  • EU: Pkw-Neuzulassungen brechen ein
  • Villeroy & Boch senkt Prognose
  • US-Repräsentantenhaus verurteilt rassistische Tweets von Trump
  • Dialog Semiconductor übertrifft eigene Prognosen
  • Brenntag veröffentlicht Gewinnwarnung
  • Krypto-Börse Bitpoint gehackt
  • Fed-Chef Powell stellt erneut Zinssenkung in Aussicht

Märkte

  • Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Kursverlusten aus dem Handel gegangen. Nachdem der Leitindex DAX den längsten Teil des Tages in der Nähe des Vortagesschlusskurses verbracht hatte, gerieten die Kurse am Nachmittag zusammen mit einer schwächeren Wall Street ins Rutschen. Der DAX beendete den Handel mit einem Minus von 0,72 Prozent bei 12.341,03 Punkten. Im Fokus der Börsianer steht weiter die Berichtssaison. In der Nacht hat Dialog Semiconductor seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Am Vorabend hatte der Chemikalienhändler Brenntag eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat unterdessen seine Umsatzprognose gesenkt.
  • Die Rekordjagd am US-Aktienmarkt legt eine Pause ein. Nachdem der Dow Jones Industrial Average am Dienstag noch ein geringfügig höheres Rekordhoch erreicht hatte, geht es am Mittwoch mit den wichtigsten Indizes leicht abwärts. Im Fokus der Börsianer bleibt die Berichtssaison. Vorbörslich haben unter anderem Bank of America und US Bancorp. ihre Zahlen vorgelegt. Nachbörslich berichten u.a. Alcoa, Netflix, eBay und IBM über das zweite Quartal.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die G7-Staaten machen Front gegen die von Facebook geplante Kryptowährung Libra. Bundesfinanzminister Olaf Scholz betonte beim G7-Finanzministertreffen in Paris, dass es schwere Bedenken gegen das Vorhaben gebe. Facebook könne in der jetzigen Form mit dem Projekt nicht weitermachen, sagten Scholz und sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire. Bis rechtliche und regulatorische Fragen geklärt seien, könne Facebook das Projekt nicht weiterverfolgen.
  • Die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) sind am Mittwoch ans DAX-Ende gerutscht und belasten auch die Papiere des Mutterkonzerns Fresenius. Der US-Pharmahändler CVS Health hat eine klinische Studie mit Heim- und Hämodialysegeräten angekündigt. Der Einstieg in den Markt für die Heimdialyse könnte für FMC zusätzliche Konkurrenz bedeuten, nachdem FMC mit der Übernahme von NxStage ebenfalls den Einstieg in die Heimdialyse vollzogen hat.
  • Microsoft hat vom Telekommunikationskonzern AT&T einen Auftrag im Wert von voraussichtlich mehr als zwei Milliarden Dollar erhalten, wie CNBC berichtet. AT&T werde künftig für die meisten Mitarbeiter das Microsoft-365-Paket und die Cloud-Lösung Azure einsetzen, heißt es.
  • Der US-Hedgefonds Cerberus fordert von der Deutschen Bank mehr Risikobereitschaft bei der Verwendung ihrer Liquiditätsreserven, wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet. Cerberus hält drei Prozent der Deutsche-Bank-Aktien. Die zuletzt vorgestellten radikalen Umbaupläne gingen Cerberus nicht weit genug, heißt es. Liquiditätsreserven von 260 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu parken sei wegen der Strafzinsen keine renditeträchtige Option, heißt es. Die "überschüssige Liquidität in renditestärkere, aber dennoch qualitativ hochwertige Vermögenswerte und/oder in das Kerngeschäft umzuschichten", wie dies die Deutsche Bank plane, gehe Cerberus nicht weit genug. Teile der Bank, insbesondere Finanzvorstand James von Moltke, wehren sich laut Bericht gegen die Forderungen von Cerberus und warnen vor zu großen Gefahren durch solche Anlagen.
  • Die US-Großbank Bank of America hat im zweiten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 0,74 Dollar die Analystenschätzungen von 0,71 Dollar übertroffen. Der Umsatz lag mit 23,1 Milliarden Dollar unter den Erwartungen von 23,23 Milliarden Dollar.
  • Borussia Dortmund hofft auf eine lukrative Verlängerung eines Sponsorenvertrages mit Puma. "Wir befinden uns mit PUMA in guten und zielführenden Gesprächen, in denen wir uns zuletzt deutlich angenähert haben", sagte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer der "Sport Bild". "Borussia Dortmund wird einen deutlich werthaltigeren Vertrag abschließen als bisher", so Spohr.
  • Die EU-Kommission hat Ermittlungen gegen Amazon wegen möglicher Wettbewerbsbeschränkungen im Umgang mit externen Händlern Website eingeleitet. Amazon verkauft nicht nur selbst Produkte, sondern stellt anderen Händlern auch einen Marktplatz zur Verfügung, über den diese Produkte anbieten können. Dabei sammelt Amazon auch ständig Daten über die Produkte und Verkäufe der anderen Anbieter. Sollte die EU-Kommission feststellen, dass Amazon den Wettbewerb unzulässig einschränkt, könnte sie Strafen in Milliardenhöhe verhängen. Das Bundeskartellamt stellte unterdessen wegen Änderungen der Amazon-Geschäftsbedingungen sein Missbrauchsverfahren gegen Amazon ein, wie ebenfalls am Mittwoch mitgeteilt wurde. Das Verfahren war im November 2018 eingeleitet worden.
  • Die Deutsche Bank will sich aus dem sogenannten Prime Brokerage, das vor allem Hedgefonds als Kunden hat, zurückziehen und das Geschäftsfeld an die BNP Paribas verkaufen. Gespräche darüber, wie das Geschäft mit offenen Salden von rund 150 Milliarden Dollar transferiert werden kann, laufen auf Hochtouren. Doch während die Deutsche Bank und BNP verhandeln, machen Prime-Brokerage-Kunden der Deutschen Bank, darunter vor allem Hedgefonds, Nägel mit Köpfen und ziehen täglich rund eine Milliarde Dollar pro Tag ab, wie Bloomberg berichtet.
  • Metro erwägt eine Sonderdividende, um eine drohende Übernahme durch den tschechischen Milliardär Daniel Křetínský zu verhindern, wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Das Geld solle aus dem Verkauf der Supermarktkette Real und der China-Aktivitäten stammen. Für den Real-Verkauf erhofft sich Metro Einnahmen von 500 Millionen Euro, das China-Geschäft könnte mit rund zwei Milliarden Euro bewertet werden, heißt es.
  • Der niederländische Halbleiteranlagenhersteller ASML hat im zweiten Quartal den Umsatz von 2,23 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 2,57 Milliarden Euro gesteigert. Die Bruttogewinnmarge legte von 41,6 Prozent auf 43,6 Prozent zu. Der Nettogewinn sank um 18 Prozent auf 476 Millionen Euro. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt.
  • Der Fahrdienstvermittler Uber bietet seine Dienste künftig auch in Hamburg an. Neben Berlin, München, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Köln ist Hamburg die sechste Stadt in Deutschland, in der Fahrten mit Uber gebucht werden können.
  • Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat nach einem Umsatzrückgang im ersten Halbjahr seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt und erwartet nun für 2019 einen leichten Rückgang des Konzernumsatzes auf 825 bis 850 Millionen Euro nach 853 Millionen im Jahr zuvor. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll 48 bis 52 Millionen Euro betragen, im Vorjahr waren es 54 Millionen Euro. Zuvor waren sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT ein Anstieg um drei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt worden. In den ersten sechs Monaten sei der Umsatz um 6,3 Prozent gesunken, so das Unternehmen.
  • Der Chiphersteller Dialog Semiconductor hat im zweiten Quartal nach vorläufigen Zahlen etwas besser abgeschnitten als vom Unternehmen selbst in Aussicht gestellt wurde. Dank eines einmaligen Lizenzgeschäfts mit Apple erhöhte sich der Umsatz um 63 Prozent auf 482 Millionen US-Dollar. Um Einmaleffekte bereinigt wurde ein Umsatzanstieg um 14 Prozent verzeichnet. Das operative Ergebnis vervielfachte sich von 26,2 auf 216 Millionen Dollar. Um Einmal- und Sondereffekte bereinigt verdoppelte sich das Ergebnis fast auf 82 Millionen Dollar. Dialog Semiconductor hat sein Zuliefergeschäft mit Stromsteuerungschips in weiten Teilen an Apple verkauft, was zu den starken Sondereffekten im zurückliegenden Quartal führte. Die endgültigen Zahlen werden am 30. Juli veröffentlicht.
  • Der Chemikalienhändler Brenntag hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gekappt. Wegen einer Abschwächung beim makroökonomischen Umfeld rechnet Brenntag beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im laufenden Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0 bis 4 Prozent statt den bisher ins Auge gefassten 3 bis 7 Prozent. Im zweiten Quartal konnte das bereinigte EBITDA nach vorläufigen Zahlen von 231 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf rund 266 Millionen Euro gesteigert werden. Der Rohertrag erhöhte sich von 677 auf 723 Millionen Euro.
  • Parlamentarier in Washington haben neue Gesetzesinitiativen gegen den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei eingebracht. Sie sollen unter anderem verhindern, dass das Unternehmen von der schwarzen Liste des Handelsministeriums gestrichen werden kann, ohne dass der Kongress zustimmt. "Amerikanische Unternehmen sollen unseren Feinden nicht Technologie verkaufen, die diese dann benutzen, um uns auszuspionieren", sagte Senator Tom Cotton.
  • Die Krypto-Börse Bitpoint in Japan ist gehackt worden. Dabei wurden insgesamt $27 Mio. von rund 50.000 Kundenkonten entwendet. Der Betreiber versichert, die Kunden voll zu entschädigen.

Konjunktur & Politik

  • USA: Der BIP-Tracker der Atlanta Fed für das zweite Quartal verbleibt nach den jüngsten Wirtschaftsdaten unverändert bei einer annualisierten Wachstumsrate von 1,6 Prozent.
  • Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der vergangenen Woche um 3,1 Millionen Barrel auf 455,9 Millionen Barrel gesunken. Die am Vorabend veröffentlichten inoffiziellen API-Lagerdaten hatten ebenfalls einen Rückgang um 3,1 Millionen Barrel gezeigt.
  • Die EU-Kommission will künftig regelmäßig alle Mitgliedsstaaten auf rechtsstaatliche Probleme überprüfen, um danach notwendige Konsequenzen im Europaparlament und dem Rat der Mitgliedsstaaten zu beraten.
  • Bei der Aufstockung einer im August 2048 fälligen Bundesanleihe ist die Rendite am Mittwoch bei der Auktion auf ein Rekordtief für diese Laufzeit von 0,30 Prozent gefallen. Das Interesse an der Auktion war gering: Einem Auktionsvolumen von einer Milliarde Euro standen nur Gebote von 862 Millionen Euro gegenüber. Zugeteilt wurden 807 Millionen Euro.
  • Die Baubeginne und Baugenehmigungen in den USA sind im Juni etwas stärker gesunken als erwartet. Die Zahl der Baubeginne verringerte sich von annualisiert 1,27 Millionen im Mai auf 1,25 Millionen im Juni, wie die US-Statistikbehörde am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der Baugenehmigungen sank von annualisiert 1,30 Millionen im Mai auf 1,22 Millionen im Juni.
  • Die Rezessionswahrscheinlichkeit in Deutschland ist nach einem entsprechenden Indikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) von zuletzt 30,9 Prozent auf 36,6 Prozent für den Zeitraum von Juli bis Ende September gestiegen.
  • Die Pkw-Neuzulassungen in der EU sind im Juni eingebrochen. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat verringerten sich die Neuzulassungen um 7,8 Prozent auf 1,45 Millionen Fahrzeuge, wie der Branchenverband ACEA am Morgen mitteilte.
  • Der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland lag im Mai 2019 saisonbereinigt um 0,4 Prozent tiefer als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte.
  • Das US-Repräsentantenhaus hat mit den Stimmen der Demokraten die Tweets von US-Präsident Donald Trump gegen vier weibliche demokratische Abgeordnete als "rassistisch" verurteilt. Trump hatte am Wochenende geschrieben, die vier Demokratinnen sollten in ihre "kaputten und von Kriminalität befallenen" Heimatländer zurückkehren, obwohl drei der vier angesprochenen Politikerinnen in den USA geboren wurden und alle vier amerikanische Staatsbürgerinnen sind. Nur vier Republikaner stimmten für die Resolution.
  • Die USA und Japan arbeiten an einer abgespeckten Version eines Handelsabkommens, das Agrarprodukte und Autos umfasst und bis September unterschriftsreif sein könnte, wie Nikkei berichtet.
  • US-Notenbankchef Jerome Powell hat bei einer Rede am Dienstagabend erneut eine Leitzinssenkung in Aussicht gestellt. Die Fed werde Abwärtsrisiken für die Wirtschaft "genau beobachten" und falls nötig "angemessen handeln", sagte Powell bei einer Veranstaltung der französischen Notenbank in Paris. Die Märkte rechnen fest mit einer Leitzinssenkung bei der Sitzung des Offenmarktausschusses Ende Juli.

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