• Arbeitslosenquote in den USA sinkt auf 10-Jahres-Tief
  • EU erwartet weniger Wachstum in Griechenland
  • Athens Geldgeber planen Schuldenerleichterungen
  • China treibt Absatz bei Daimler in die Höhe
  • VW-Kernmarke will nach Gewinnplus aufs Tempo drücken
  • Frankreich: Emmanuel Macron geht als Favorit in die Stichwahl am Sonntag
  • Medigene besorgt sich am Kapitalmarkt frisches Geld
  • ChemChina bei Syngenta-Übernahme am Ziel
  • US-Starinvestor Buffett reduziert sein Engagement bei IBM

DAX

  • Der deutsche Aktienmarkt hat seine Rekordjagd auch am Freitag fortgesetzt. Gute Daten vom US-Arbeitsmarkt und neue Umfragen vor der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl am Sonntag befeuerten die Stimmung. Der "marktkonforme" Kandidat Emmanuel Macron liegt mit mehr als 60 Prozent der Stimmen weiter deutlich vor seiner rechtsextremen und EU-feindlichen Mitbewerberin Marine Le Pen, die nur auf weniger als 40 Prozent der Stimmen kommt. Der DAX markierte ein neues Allzeithoch bei 12.718,66 Punkten und beendete den Handel nur wenig darunter mit einem Plus von 0,55 Prozent bei 12.716,89 Zählern. Der US-Arbeitsmarktbericht für April hat unterdessen positiv überrascht, mit einer Arbeitslosenquote von nur noch 4,4 Prozent nähern sich die USA immer deutlicher der Vollbeschäftigung.

Unternehmensnachrichten

  • Der Autobauer Daimler hat im April mit 180.599 Fahrzeugen 10,1 Prozent mehr Autos der Marke Mercedes-Benz verkauft als ein Jahr zuvor. In China betrug das Plus 35,3 Prozent, in Europa knapp vier Prozent.
  • Die Beteiligungsgesellschaft von Starinvestor Warren Buffett, Berkshire Hathaway, hat das Engagement bei IBM zurückgefahren. Während die Holding Ende 2016 noch rund 81 Mio. IBM-Aktien hielt, sind es jetzt nur noch rund 50 Mio. Er bewerte IBM nicht mehr so wie vor sechs Jahren, als er angefangen habe zu kaufen, so Buffett. IBM sei eine starke Firma, habe aber auch starke Konkurrenz.
  • Die US-Finanzgesellschaft Moody's Corp. hat Umsatz und Gewinn im ersten Quartal deutlich gesteigert und dabei die Markterwartungen dabei weit übertroffen.
  • Der US-Versicherungskonzern Cigna Corp. hat im erstenQuartal besser abgeschnitten als erwartet. Der Gewinn stieg auf 2,77 US-Dollar je Aktie, der Markt erwartete 2,45 US-Dollar.
  • Activision Blizzard meldete für das vergangene Quartal einen Umsatzanstieg um 19 Prozent, teilte aber auch mit, dass die Zahl der aktiven Spieler seiner Videospiele auf 431 von 544 Mio. vor Jahresfrist gesunken ist.
  • Volkswagen will den guten Jahresstart seiner Hauptmarke VW für weitere Verbesserungen nutzen. „Das gute erste Quartal gibt uns Rückenwind für die kommenden Monate", sagte Markenchef Herbert Diess am Freitag in Wolfsburg.
  • Der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum muss im ersten Quartal erneut einen deutlichen Gewinnrückgang verkraften. Auch für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit keiner operativen Trendwende. Bei einem um 3 Prozent höheren Umsatz von rund 300 Millionen Euro verzeichnete Rhön-Klinikum in den ersten drei Monaten einen Rückgang des EBITDA um 62,4 Prozent auf 25,5 Millionen Euro.
  • Der Anbieter von Videospielen für Mobilgeräte, Zynga, hat einen 12,5-prozentigen Anstieg der aktiven Nutzer auf 18 Mio. mitgeteilt.
  • Der dänische Hersteller von Windturbinen Vestas hat im abgelaufenen Quartal Umsatz und Gewinn deutlich steigern können. Der Umsatz legte um 29 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern schnellte auf 211 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand die Prognosen. Danach erwartet Vestas einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro und eine Ergebnismarge von zwölf bis 14 Prozent.
  • Die Regierung von Abu Dhabi hält über die staatseigene Fluglinie Etihad 29 Prozent an der kriselnden Flugesellschaft Air Berlin. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht deshalb den Air-Berlin-Großaktionär in der Pflicht, Air Berlin zu entschulden. Der Regierung dort sei klar, dass das hohe Kostenniveau und die hohen Schulden bei Air Berlin sowie und ein möglicher Einspruch der Wettbewerbshüter die Lufthansa daran hinderten, die Air Berlin zu übernehmen, sagte Spohr am Freitag am Rande der Hauptversammlung. Das Schuldenthema könne nur die Regierung von Abu Dhabi lösen, betonte er. Die Lufthansa würde den angeschlagenen Rivalen gerne ganz übernehmen, würde aber auf keinen Fall Verbindlichkeiten von mehr als einer Milliarde Euro akzeptieren. Die kartellrechtlichen Probleme bei einer Akquisition von Air Berlin bezeichnete Spohr als „lösbar“.
  • Der Elektroauto-Pionier Tesla versucht einen drohenden Zulieferer-Streit mit deutschen Autobauern zu verhindern. Man sei bereits seit Wochen mit allen Kunden des kürzlich übernommenen Maschinenbauers Grohmann in Kontakt über die Pläne, sich künftig auf Tesla-Projekte zu konzentrieren, teilte das Unternehmen mit. Tesla sei auf dem Weg, mit allen Betroffenen individuelle Lösungen zu finden.
  • Telefonica Deutschland hat im ersten Quartal ein Umsatzminus wegen einer von der Bundesnetzagentur verordneten Gebührensenkung von 5 Prozent verbucht. Unterm Strich steht wegen der Kosten der milliardenschweren E-Plus-Übernahme ein Verlust von 99 Mio. Euro zu Buche.
  • Der Maschinenbauer Heidelberger Druck hat im abgelaufenen Geschäftsjahr per Ende März dank eines Gewinnsprungs um fast ein Drittel das beste Ergebnis seit vielen Jahren eingefahren. Der Nettogewinn legte um 29 Prozent auf 36 Mio. Euro zu. Unter dem Strich rettete erst das vierte Quartal den Konzern in die Gewinnzone. Der Umsatz im Gesamtjahr stagnierte bei 2,5 Mrd. Euro, der Auftragseingang wuchs um vier Prozent auf fast 2,6 Mrd. Euro. „Jetzt müssen wir die strategischen Weichen hin zu einem auf die Kundenbedürfnisse fokussierten digitalen Unternehmen stellen", sagte Vorstandschef Rainer Hundsdörfer bei Zahlenvorlage.
  • Das Biotechunternehmen Medigene hat mit einer Kapitalerhöhung am Markt 20,7 Mio. Euro brutto eingesammelt. Die Privatplatzierung über ein beschleunigtes Verfahren sei signifikant überzeichnet gewesen, teilte die Gesellschaft am Freitag mit. Rund 1,965 Mio. Aktien zu einem Preis von 10,55 Euro pro Stück platziert und abgegeben worden. Das Volumen entspreche 9,7 Prozent des Grundkapitals. Den Erlös will Medigene in die Forschung- und Entwicklung stecken
  • Der Spezialchemiekonzern Evonik hat auch durch einen großen Zukauf im ersten Quartal Umsatz und operatives Ergebnis überraschend deutlich gesteigert. Der Konzerngewinn ging wegen der hohen Integrationskosten deutlich um 33 Prozent auf 160 Mio Euro zurück. Für 3,8 Milliarden US-Dollar hatte der MDAX-Konzern jüngst das Spezialadditiv-Geschäft des US-Konkurrenten Air Products übernommen.
  • Dem chinesischen Staatskonzern ChemChina wurden bis zum Ablauf der Andienungsfrist rund 80,7 Prozent der Syngenta-Aktien angeboten. Damit wurde die Mindest-Andienungsquote von 67 Prozent, an die das Übernahmeangebot geknüpft war, deutlich übertroffen.
  • Das österreichische Technologie-Unternehmen S&T hat im ersten Quartal von der Kontron-Übernahme profitiert. Der Umsatz verdoppelte sich fast auf 183 Mio. Euro fast,auch der operative Gewinn erhöhte sich um rund 50 Prozent auf 12,2 Mio. Euro. Unterm Strich blieben knapp 4 Mio. Euro hängen - ein Plus von 19 Prozent.

Konjunktur & Politik

  • Die EU-Kommission will ihre Wachstumsprognose für Griechenland deutlich senken. Statt von 2,7 Prozent gehe man für 2017 nur noch von etwa zwei Prozent aus, hieß es am Freitag. Die genaue Zahl soll Mitte Mai in Brüssel vorgelegt werden.
  • In den USA wurden im April 211.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten lediglich 194.000 neue Jobs erwartet. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 4,4 Prozent - der tiefste Stand seit 2007. Die Stundenlöhne stiegen im April wie erwartet um 0,3 Prozent . Im Vormonat lag der Zuwachs bei 0,2 %.
  • Nach Handelsblatt-Informationen haben EU-Kommission, der Euro-Rettungsfonds ESM, die EZB und der IWF in einem Papier diverse Schuldenmaßnahmen für Griechenland zusammengestellt. Unter anderem ist ein milliardenschwerer Schuldentausch vorgesehen. Ferner wird laut der Zeitung vorgeschlagen, die Laufzeiten der bisherigen Rettungskredite zu verlängern, um zehn, 15, 20 oder noch mehr Jahre. Zudem könnten EZB und die Euro-Notenbanken die Gewinne, die sie mit Griechenland-Anleihen erzielen, nach Athen weiterreichen. Ein zentrales Element: Der Euro-Rettungsfonds ESM könnte die ausgezahlten IWF-Hilfskredite an Athen übernehmen. Dabei gehe es um 13 Milliarden Euro im Jahr 2019, heißt es in dem Papier. Die Bundesregierung kann man sich mit der Idee offenbar anfreunden. Das sei eine Option, hieß es laut „Handelsblatt“ in Regierungskreisen. Allerdings solle darüber nicht jetzt, sondern erst Mitte 2018 entschieden.
  • Die Ausfuhren Deutschlands in die Länder der Europäischen Union (EU) lagen im vergangenen Jahr bei 707,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Exporte stiegen damit um rund 2,2 Prozent. Auch die deutschen Einfuhren aus EU-Staaten legten zu. Sie wuchsen um 1,6 Prozent auf 552,2 Milliarden Euro
  • Im Finale der Präsidentenwahl in Frankreich trifft am Sonntag Marine Le Pen von Front National auf den sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron. Der sozialliberale Kandidat geht dabei als großer Favorit in die Stichwahl. In den letzten Umfragen kam er auf 59 bis 60 Prozent Zustimmung, Le Pen lag bei 40 bis 41 Prozent.
Termine des Tages: 14:30 Uhr - Arbeitsmarktdaten April
19:30 Uhr - Rede von Fed-Präsidentin Janet Yellen in Providence, Rhode Island
21:00 Uhr - US: Verbraucherkredite März

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