Seit Mitte Juli dieses Jahres sehen wir in den Aktienindizes Stabilisierungstendenzen. Das Juli-Tief ist von seiner Funktion vergleichbar mit dem von Januar und März dieses Jahres. Es handelt sich um jeweils temporäre immerhin kurz- bis mittelfristige Kurserholungen. Die Erholungsversuche seit Juli konnten sich preislich nicht nennenswert entfalten. Bisher kann nicht von einer Bärenmarktrallye gesprochen werden. Es fehlt einfach der Zug hinter den Anstiegsphasen. Auf der anderen Seite ist feststellbar, dass sich auch nach unten kein relevantes Momentum entwickeln kann. Shortseller können davon ein Lied singen. Kaum ist man short auf eine Aktie, bleiben die Anschlußverkäufe aus.

    Wie sollte man sich als Anleger in einer solchen Marktphase verhalten ?

    a) Wenn Sie Investor sind und die besondere Gabe haben, die konjunkturelle Situation adäquat einzuschätzen, dann wissen Sie, auf welchen Kursniveaus Sie akkumulieren können. Der Sachverhalt der vorliegenden Finanzkrise in den USA mit Kredit- und Immobilienschattierung macht die Einschätzung der Lage nicht einfach. Selten hat man seitens der Experten dermaßen unterschiedliche Einschätzungen der Lage rezipieren können, wie in der aktuellen Marktphase. Das Gros insbesondere auch der VIPs unter den Marktbeobachtern wie Alan Greenspan, George Soros, Bill Gross, Jim Rogers, aber auch Warren Buffet sehen die Lage sehr kritisch.

    Hierzu läßt sich aber auch feststellen, dass sich bei nachhaltig steigenden Kursnotierungen die Äußerungen dieser Herren dementsprechend ändern können. Alles schon gesehen. Wenn man die Kommentierungen von Greenspan, Gross oder Buffett verfolgt, wird man feststellen, dass sie ihre Einschätzungen alle paar Wochen mit unterschiedlichen Nuancen versehen. Wenn Greenspan erst von einer Krise spricht, wie man sie nur einmal in einem Jahrhundert vorfinde, eine Krise, die noch lange nicht vorbei sei, danach in einem Interview aber anmerkt, dass der Immobilienmarkt 2009 seinen Boden finden könne, dann weiß man nicht so recht, wie man das zu werten hat. Wenn das Scenario einer Bodenbildung tatsächlich greifen würde, müßte die Börse bereits in diesem Jahr wieder mit Volldampf nach oben durchstarten.

    Also ... Sie sehen, vor welcher Herausforderung echte Investoren stehen. Sie sind darauf angewiesen, die fundamentale Lage in ihrem Kern richtig einzuschätzen. Gelingt ihnen das nicht, bedeutet dies temporär massivste Kursverluste. Investoren können, wenn ihre fundamentale Markteinschätzung positiv ist, im Bereich zentraler Chartunterstützungen kaufen. Im DAX wären das die 6.160, die 5.850 und die 5.350 Punkteniveaus. Erstgenannte Unterstützung wurde seit März dieses jahres gleich zweimal gekauft und damit verteidigt. Aus heutiger Sicht sehen wir noch immer die Gefahr, dass der DAX in diesem Jahr in den 5.900er Bereich abtauchen kann.

    b) Wenn Sie aktiver Marktteilnehmer sind und bei unsicherer Marktlage durchaus fokussiert im kurz- und mittelfristigen Zeitfenster handeln, dann bietet es sich derzeit an entweder mit gebotener Vorsicht gut laufende Trends zu kaufen wie beispielsweise Pharma- und Biotechtitel oder aber noch immer Goldminentitel leerzuverkaufen, also zu shorten.

    Im DAX, Eurostoxx50 und DOW Jones macht es Sinn, lediglich kurzfristig punktuell in den Markt zu gehen. Da sich diese Indizes in volatilen Richtungsfindungsphasen bewegen, taumeln ihre Kursnotierungen wie Pingpong-Bälle zwischen charttechnischen Unterstützungen hin und her.

    Die US Behörden geben alles, um Unruhe in den Rhythmus des Marktes zu bringen. Eigentlich müßte man noch short sein auf US Banken, eigentlich müßte man zwingend long sein auf Gold, eigentlich müßte man angesichts der zugrundeliegenden fundamentalen Logik weiter massiv short sein auf den US-Dollar. Ja eigentlich. Wenn da nicht die US Notenbank FED wäre, die die verbrannte Erde innerhalb des US Bankensektors mit Liquiditätsspritzen unterschiedlicher Bauart versorgt. Wenn da nicht die US Bankenaufsicht SEC wäre, die den Shortsellern ein ums andere Mal eins vor den Latz ballert.

    Eines wurde mit diesen regulierenden Eingriffen in das Marktgeschehen auf jeden Fall erreicht. Es wurde wertvolle Zeit gewonnen. Zeit, in der die Leitzinssenkungen Wirkung entfalten können. Zeit, in denen die Bankinstitute intern an Lösungen feilen können. Zeit, die gegen Shortseller arbeit und diesen zunehmend Schweißperlen auf die Stirn treibt. Short auf Banken, long auf Öl und Gold. Diese Strategie brachte die Hedgefunds seit Mitte 2007 auf die Überholspur. Und dieser Pairtrade ist es jetzt aber auch, der einigen von ihnen das Genick bricht.

    Kommen wir nun zu einer neuerlichen charttechnischen Kommentierung der Indizes. Diesmal wieder eher weitgefaßt und vorsichtig formuliert.

    DAX aktuell 6.342 Punkte

    Mitte Juli wurde bei 5.999 Punkten das Tief gesetzt, anschließend gelang einer Kurserholung mit einem bisherigen Hoch im Bereich von 6.600 Punkten. Seit 2 Wochen kommen die Notierungen wieder zurück. Ende vergangener Woche konnte der DAX auf dem 61,8% Fibonacci Retracement der Aufwärtsbewegung seit Juli bei 6.238 Punkten nach oben abprallen.

    In der beigefügten Chartgrafik sind Widerstände, also potentielle Wendepunkte nach unten, mit roten Punkten markiert. Im Bereich von Widerständen ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass zumindest wieder Verkäufe einsetzen und die Kurse nach unten abprallen.

    Eine Kurserholung ist nun wahrscheinlich. Eine Kurserholung bis zur exp. GDL 50 (EMA50/blaue Linie) bei derzeit ca. 6.480 Punkten. Weitere zu nennende Widerstände liegen bei 6.650-6.700 Punkten und bei 6.800-6.843 Punkten. Im Bereich der genannten Widerstände bietet es sich für kurzfristig aktive Marktteilnehmer an, den DAX kurzfristig zu shorten.

    Beachten Sie, dass ein Kursverfall unter 6.200 Punkte die Erholung seit Juli abbrechen und zur Ausbildung eines neuen Tiefs im Bereich von 5.900 Punkten führen dürfte.

    Kursverlauf seit 1998 (log. Linienchart als Übersichtsdarstellung)
    Kursverlauf seit Februar 2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

    Eurostoxx50 aktuell 3.312 PunkteAm Freitag konnte der Index mit Ach und Krach eine horizontale Unterstützung bei 3.265 Punkten halten und nach oben abprallen. Bei 3.400 Punkten warte in dieser Woche ein starker Kreuzwiderstand, an dem der Index nach unten abprallen dürfte. Bei erreichen der 3.400er Marke ist der Eurostoxx50 aus charttechnischer Sich kurzfristig auf Sicht von 1-2 Handelstagen ein Short. Hier läßt sich also auf temporär fallende Kurse spekulieren.

    Bei ca. 3.500 Punkten verläuft die obere Begrenzung des Kursgeschehens seit Juli. Sollte das 3.500er Niveau erreich werden, wäre der Eurostoxx50 ebenfalls ein Short.

    Kursverlauf seit 1998 (log. Linienchart als Übersichtsdarstellung)
    Kursverlauf seit Februar 2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

    DOW Jones aktuell 11.628 Punkte

    Bisher verläuft die Kurserholung im DOW Jones seit Mitte Juli in einem bärischen Kursmuster. Es handelt sich um eine bärische Flagge. Innerhalb derer kann der Index aber noch weiter ansteigen. Bei 12.000-12.100 Punkten wartet ein starker Widerstandsbereich. Sofern dieser erreicht werden sollte, wäre der Index hier aus charttechnischer Sicht ... na was schon ? Genau, ein Short mit Haltedauer von einigen Handelstagen.

    Was ist Shortselling ? - Wie kann ich an fallenden Kursen profitieren ? - Lesen Sie hierzu das Shortselling Tutorial. Bitte hier klicken.

    Herzliche Grüße,
    Ihr Harald Weygand

    GodmodeTrader ist ein Service der BörseGo AG : http://www.boerse-go.ag/

    Kursverlauf seit 1998 (log. Linienchart als Übersichtsdarstellung)
    Kursverlauf seit Februar 2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

    Ich bin in dieser Woche in Österreich unterwegs und würde mich natürlich freuen, Sie zu treffen. Wenn Sie Zeit haben, schauen Sie doch einfach einmal vorbei.

    25.08.2008 Salzburg, 26.08.2008 Linz, 27.08.2008 Innsbruck, 28.08.2008 Bregenz. Sonderseminar in Wien in Kooperation mit BNP Paribas am 23.09.2008

    [Link "LIVE Seminarreihe Direktanlage.at - Detailinformationen und Anmeldemöglichkeit." auf www.direktanlage.at/... nicht mehr verfügbar]

    Zur Wiederholung können Sie anbei die BIAS-führende Einschätzung zu Gold, Silber und Platin nochmals einsehen.

    Wie weit könnten Gold, Silber, Platin ansteigen ? - Wann kann man wieder leerverkaufen ?
    Datum 20.08.2008 - Uhrzeit 01:00
    Seit 1-2 Handelstagen sind bei den Edelmetallen technische Gegenreaktionen auf die massiven Sell-off-artigen Kursabschläge der Vorwochen angelaufen. Sie haben richtig gelesen. Aus charttechnischer Sicht läßt sich festhalten, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um finale Böden handelt, sondern lediglich um technische Reaktionen.

    Die folgenden beiden BIAS-führenden Marktbesprechungen haben also weiter Bestand.

    Nach Banken Shortsqueeze nun der US-Dollar Squeeze - CRASH in Gold, Silber, Öl als Folge!

    GOLD - Kommt der Crash? - Wie sicher ist Gold ?

    Insgesamt ist preislich und zeitlich mit Korrekturausdehnungen zu rechnen. Innerhalb des Rohstoffsektors dürften Sub-Sektoren wie auch die Edelmetalle weiter ausgeräuchert werden. Kleiner Hinweis am Rande. Nicht ich als einschätzendes, wertendes Individuum räuchere aus, sondern die Masse der Marktteilnehmer, die diesen Markt handelt. Ich beschreibe lediglich die vorliegende Situation.
    Das sollten Sie bitte unterscheiden. Für mich persönlich ist nur wichtig, die laufenden Kursbewegungen so gut wie irgendwie möglich prognostisch einzugrenzen.

    Kommen wir jetzt aber zur Erörterung der technischen Reaktionen, die in der Luft hängen.

    Im Folgenden sehen Sie eine schnelle Aufstellung von Tagescharts jeweils seit Oktober 2007. In einem Tageschart repräsentiert eine Kerze einen Tag.

    Gold notiert bei 813 $ pro Feinunze. Die Reaktion kann bis 845-850 $ verlaufen. Absolutes Maximum wären 870 $, was ich aber für unwahrscheinlich erachte. Die Reaktion bis 845-850 $ kann gekauft werden, bei Erreichen der 845-850 $ Zone kann Gold wieder leerverkauft werden. Korrekturausdehnung dürfte dann zunächst bis 730 $ verlaufen.

    Silber notiert bei 13,10 $ und kann sich auf einer massiven Kreuzunterstützung bei 12,50 $ stabilisieren. Eine technische Reaktion kann bis ca. 14,00 $ verlaufen, wo Silber aus charttechnischer Sicht ein Trading Short ist. Auch bei Silber sehen wir voraussichtlich noch immer keinen Boden. Mittelfristig besteht die Gefahr einer Korrekturausdehnung in Richtung 10,XX $.

    Platin steht auf einer starken Unterstützung bei 1.345-1.350 $ und kann hier gegenreagieren bis 1.500 $. Anschließend besteht auch hier die Gefahr einer preislichen Korrekturausdehnung mit neuen Tiefs.

    Schauen Sie auch, wie wir die kurzfristrige Situation im EURO einschätzen : http://www.godmode-trader.de/devisen

    Zur Wiederholung können Sie anbei die BIAS-führende Einschätzung zum EUR/USD nochmals einsehen

    EUR/USD - Was ist mit dem Euro zu tun ?
    Datum 21.08.2008 - Uhrzeit 20:30
    Nun, in Bälde dürfte das Währungsverhältnis Euro versus US-Dollar wieder ein Short sein. Auf den starken charttechnischen Widerstandsbereich bei 1,4950-1,5000 USD dürften Shortseller wieder scharf schießen.

    EUR/USD - Euro gegenüber US-Dollar - ISIN: EU0009652759

    Kurs: 1,4876 USD

    Rückblick: Der crashartige Kursverfall der vergangenen Wochen ausgehend von 1,6000 USD konnte auf einem charttechnischen Unterstützungsbereich bei 1,57XX USD ersteinmal gestopt werden, im Verlauf dieser Woche konnte eine Gegenbewegung einsetzen. Die Kursnotierungen prallten nach oben ab. Bei 1,57XX USD verläuft unter anderem die dominante Aufwärtstrendlinie seit Anfang 2007. Gegen sie drückt die Spidertop-Trendwendeformation, die sich März dieses Jahres ausgebildet hatte.

    Das Kräfteverhältnis sieht aus Sicht des Charttechnikers wie folgt aus. Bären in Gestalt der Trendwendeformation plus erster crashartiger Abverkauf versus Bullen in Form der beschriebenen Aufwärtstrendlinie. Wir haben es in unseren BIAS-führenden Analysen bereits mehrfach angemerkt, dass wir im US-Dollar mit einer sogar einige Monate anhaltenden Bärenmarktrallye rechnen. Für das Währungsverhältnis Euro versus US-Dollar bedeutet dies, im Rahmen des großen Bullenmarkts seit 2002 eine umfassende Korrekturbewegung. Der Euro dürfte also mittelfristig gegenüber dem US-Dollar tendenziell abwerten.

    Die Kurserholung dieser Woche trifft bereits bei 1,4950-1,5000 USD auf sehr starken Widerstand. Anschließend liegen Widerstände, also potentielle Wendepunkte nach unten, bei ca. 1,5200 USD und 1,5342 USD.

    Charttechnischer Ausblick: Laut Charttechnik ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Währungsverhältnis EUR/USD bereits bei 1,4950-1,5000 USD seine technische Gegenreaktion beendet. Insofern bietet sich bereits bei 1,4950-1,5000 USD an, zu shorten, also auf fallende Kursnotierungen zu spekulieren. Bei jeder kurz- oder mittelfristigen Transaktion, meine Damen und Herren, gilt es sich gegen das nicht erwartete Scenario mit Stoploss abzusichern. Sollte es wider Erwarten zu einem Anstieg nennenswert über 1,5000 USD, könnte es zu einer Ausdehnung der technischen Reaktion bis 1,5200 USD kommen. Auch dort wäre wieder ein möglicher Shortpunkt. Aus heutiger Sicht gehen wir eher nicht von einer Pullbackbewegung bis 1,5342 USD aus.

    Korrekturziele für die nächsten Monate liegen bei 1,4985 und anschließend bei 1,4346 USD. Im Extrem ist sogar ein Rückfall bis 1,3830 USD denkbar.

    Devisen im Realpush für kurzfristig aktive Händler : http://tools.godmode-trader.de/devisentracker/
    Herzlichst,
    Ihr Harald Weygand

    GodmodeTrader ist ein Service der BörseGo AG : http://www.boerse-go.ag/

    Kursverlauf seit 1999 (log. Linienchart als Übersichtsdarstellung)
    Kursverlauf seit März 2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)