• Apple mit guten Zahlen
  • Bundesagentur: Kräftige Herbstbelebung am deutschen Arbeitsmarkt
  • DowDupont will Stellen abbauen und Standorte schließen
  • Markit: Euroraum bleibt klar auf Wachstumskurs
  • US-Notenbank bereitet den nächsten Zinsschritt vor
  • Bitcoin erstmals über 7.000 US-Dollar geklettert
  • HelloFresh-Aktie startet mit Gewinnen
  • Fresenius wächst im dritten Quartal und bestätigt die Jahresziele
  • comdirect meistert schwieriges Quartal ganz ordentlich
  • Pfeiffer Vacuum wird fürs Gesamtjahr zuversichtlicher
  • Siemens-Medizintechnik stakst an die Börse
  • FMC: Überschuss über den Erwartungen
  • Hugo Boss hebt Umsatzprognose an

Markt

  • Der deutsche Leitindex ist gestern von einem Allzeithoch zum nächsten gespurtet. Der zur Schwäche tendierende Euro sowie gute Unternehmensergebnisse sorgten für den entsprechenden Antrieb. Heute schnaufen die Anleger zunächst einmal durch. Der DAX verbucht zur Stunde ein kleines Minus von 0,05 Prozent auf 13.458 Punkte. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Rekordjagd beim DAX bald wieder aufgenommen wird. Das Umfeld für deutsche Aktien stimme und es könne sehr schnell weiter nach oben gehen, so ein Experte.
  • Die Kryptowährung Bitcoin ist im frühen Handel am Donnerstag erstmals über die Marke von 7.000 US-Dollar geklettert, notierte zuletzt aber wieder leicht darunter. Die Ankündigung der Terminbörse CME, künftig Futures auf den Bitcoin anbieten zu wollen, hat den Kurs seit Dienstag angeheizt.
  • Der Dow Jones beendete den Handel nach guten Daten und einer späten Intraday-Rally 0,35 % im Plus auf einem neuen Rekordhoch, während sich der S&P 500  kaum verändert zeigte und der Nasdaq 100  den Tag 0,2 % im Minus beendete. Die politischen Highlights des Tages war die Vorstellung der Tax Reform Bill der House-Republikaner und die Nominierung von Jerome Powell durch US-Präsident Trump. Die Pläne zur Steuerreform sehen eine sofortige und permanente Absenkung der Unternehmenssteuer von 35 % auf 20 % und vier Steuerklassen (0 %, 12 %, 25 %, 35 %), sowie eine Reduzierung der Abschreibemöglichkeiten bei Hypotheken vor. Die Initial Claims sanken um 5.000 auf 229.000 (Konsens 235.000) und signalisieren damit weiterhin einen engen Arbeitsmarkt. Die Produktivität verbesserte sich im dritten Quartal überraschend stark um 3,0 % (Konsens 2,8 %) und deutet damit ebenfalls auf bessere Zeiten hin. Facebook gab heute trotz guter Zahlen um über zwei Prozent ab, während Qualcomm bei ebenfalls besser als erwarteten Zahlen rund 2,6 % zulegen konnte. Tesla wurde nach enttäuschenden Vorgaben abgestraft und verlor fast sieben Prozentpunkte. Nachbörslich präsentierte Apple gute Ergebnisse sowie einen erfreulichen Ausblick und konnte deutlich zugewinnen.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Apple hat im abgelaufenen Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 2,07 Dollar die Konsensschätzung um 20 Cent überboten, der Umsatz lag mit 52,6 Milliarden Dollar ebenfalls über den Erwartungen von 50,71 Milliarden. Der iPhone-Absatz lag im vierten Quartal bei 46,7 Millionen und damit leicht über den Erwartungen von 46,4 Millionen, sowie über dem Vorjahreswert von 45,5 Millionen. Im laufenden Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 84-87 Milliarden Dollar und einer Bruttmarge von 38-38,5 %.
  • Der Elektroautohersteller Tesla hat von Juli bis September ein Minus von 619 Mio. Dollar angehäuft. Die hohen Kosten für das Model 3 haben den Hersteller stärker als erwartet in die roten Zahlen gedrückt. Vor Jahresfrist hatte die Firma noch 22 Mio. Dollar verdient. Der Umsatz kletterte indes um 30 Prozent auf 3 Mrd. US-Dollar. Auch die Fertigungsziele für den Hoffnungsträger Model 3 können nicht eingehalten werden. Statt Ende des Jahres sollen nun erst spät im ersten Quartal 5.000 Fahrzeuge pro Woche vom Band laufen.
  • Der Chemieriese DowDupont will seine drei Mrd. US-Dollar schweren Sparziele mit einem Stellenabbau und dem Schließen von Standorten erreichen. Der Konzern soll künftig in drei einzelne und jeweils börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.
  • Google-Manager Eric Schmidt hat die USA davor gewarnt, in der Künstlichen Intelligenz nicht überholt zu werden - von China. „Sie (die Chinesen) sind dabei, diese Technologie für kommerzielle und militärische Ziele zu verwenden, mit allen möglichen Folgen“.
  • Facebook hat im dritten Quartal überraschend stark abgeschnitten. Der Umsatz stieg um 47 % auf 10,3 Mrd. Dollar. Der Gewinn sprang um 79 % auf 4,7 Mrd. Dollar an. Besonders stark entwickelten sich die Werbeerlöse.
  • Der Chiphersteller Qualcomm hat in seinem vierten Geschäftsquartal u. a. unter dem Patentstreit mit Apple gelitten. Der Nettogewinn brach um 89 Prozent auf 200 Mio. US-Dollar ein, der Umsatz sank um 5 Prozent auf 5,9 Mrd. US-Dollar.
  • Die Aktien des Kochboxenversenders HelloFresh sind mit Gewinnen in ihren ersten Handelstag gestartet. Auf Xetra notierten die Titel mit einem ersten Kurs von 10,60 Euro. Der Ausgabepreis hatte 10,25 Euro betragen.
  • Die VW-Tochter Audi hat weitere 5.000 Dieselautos mit unzulässiger Abgas-Abschalteinrichtung zurück in die Werkstätten zu einem Software-Update gerufen. Man habe den Sachverhalt selbst festgestellt und dem Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet, so ein Audi-Sprecher.
  • Der Medizinkonzern Fresenius ist im dritten Quartal weiter stark gewachsen. Konzernweit stieg der Umsatz von 7,4 Mrd. Euro im Vorjahr auf 8,3 Mrd. Euro. Unter dem Strich fiel ein Gewinn von 413 Mio. Euro ab, nach 382 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum „Fresenius hat in einem starken Quartal erneut kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn erreicht. Auch die Aussichten für unsere Geschäfte bleiben ausgezeichnet. Deswegen bestätigen wir unsere Ziele. Damit sind wir auf dem besten Weg zu einem weiteren Rekordjahr“, sagte Vorstandschef Stephan Sturm.
  • Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) konnte im dritten Quartal seinen Umsatz um 3 Prozent auf 4,34 Mrd. Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 609 Mio. Euro geringfügig unter dem Vorjahreswert von 611 Mio. Euro. Wegen der Naturkatastrophen in den USA fielen Zusatzkosten an, außerdem belasteten Währungseffekte.
  • Die Credit Suisse hat im dritten Quartal ein Nettoergebnis von 224 Mio. CHF erzielt, nach 41 Mio. Franken im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn verdoppelte sich fast auf 400 Mio. Franken. Allerdings fielen die Erträge um 8 Prozent auf 4,97 Mrd. Franken.
  • Die Commerzbank-Tochter comdirect hat im dritten Quartal operativ mehr verdient als im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern stieg um 13 Prozent auf 21,5 Mio. Euro, netto verblieben 15,5 Mio. Euro, was einem Rückgang um ein Viertel zum Vorjahr entspricht. „Mit Blick auf das schwierige Marktumfeld haben wir ein sehr ordentliches Ergebnis erzielt", erklärte Vorstandschef Arno Walter. „Das zum Halbjahr verkündete Ergebnisziel für 2017 von 85 Mio. Euro vor Steuern haben wir fest im Blick". Das ist allerdings weniger als die Bank in den beiden Vorjahren verdient hatte.
  • Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ziehen sich die Vorbereitungen für den Börsengang der Siemens-Medizintechniksparte in die Länge. Der im August verkündete IPO-Termin für das erste Halbjahr 2018 soll auf der Kippe stehen. Stattdessen könnte das zweite Halbjahr angesteuert werden, wenn es die Börsensituation dann erlaube, hieß es. Sorgfalt habe Vorrang vor Einhalten eines Zeitplans, laute die Devise.
  • Der Modekonzern Hugo Boss wird nach einem starken Quartal zuversichtlicher und erhöht seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. 2017 dürften die Erlöse währungsbereinigt im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen, so Hugo Boss. Bislang war man von einer stabilen Entwicklung ausgegangen.
  • Der Vakuumpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum wird nach der Übernahme des US-Unternehmens Nor-Cal etwas zuversichtlicher für das Gesamtjahr. „Nach den bisherigen Entwicklungen sind wir sicher, mindestens den oberen Bereich der angekündigten Umsatzspanne von 550 bis 570 Mio. Euro zu erreichen", sagte Vorstandschef Manfred Bender.
  • Die Drägerwerk AG & Co. KGaA hat in den ersten neun Monaten bei Auftragseingang und Umsatz einen Anstieg verzeichnet. Das Ergebnis lag deutlich über dem der Vorjahresperiode.
  • Der Fielmann-Konzern erhöhte in den ersten drei Quartalen den Konzernumsatz um 5,0 Prozent auf 1,060 Mrd. Euro. Im dritten Quartal erzielte Fielmann einen Konzernumsatz von 364,5 Mio. Euro, nach 348,9 Mio. im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet der Brillenhändler weitere Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis.

Konjunktur & Politik

  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche überraschend um 5.000 auf 229.000 gesunken. Experten hatten keine Veränderung zm Vormonat erwartet.
  • Die Produktivität ex Agrar in der US-Wirtschaft hat im dritten Quartal mit einem Plus von 3,0 Prozent kräftiger angezogen als erwartet. Die Lohnstückkosten kletterten im Berichtszeitraum mit 0,5 Prozent zudem deutlich stärker als im Vorquartal.
  • Deutschlands Maschinenbauer verzeichneten im September nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Inland zehn Prozent mehr Bestellungen als ein Jahr zuvor. „Das ist ein hoffnungsvoll stimmendes Signal", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Aber es gebe noch viel Luft nach oben: „Gemessen an der überdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung in der Industrie müssten wir mehr sehen bei den Inlandsaufträgen."
  • Die Bank of England hat wie mehrheitlich am Markt erwartet ihren Leitzins erhöht. Demnach steigt das Niveau um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent. Es ist die erste Zinsanhebung seit Mitte 2007. Die Notenbanker kündigten zudem weitere graduelle Anhebungen an. Mit dem heutigen Schritt macht die Notenbank einen Teil ihrer geldpolitischen Lockerung rückgängig, die sie nach dem Brexit-Votum Mitte 2016 verfolgt hatte.
  • Im Oktober stieg der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone um 0,4 Punkte auf 58,5 Zähler, wie das Institut Markit in einer zweiten Schätzung mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit rund sechseinhalb Jahren und nur geringfügig weniger als der Wert der Erstschätzung von 58,6 Punkten.
  • Infolge der starken Herbstbelebung ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in Deutschland von September auf Oktober laut offizieller Statistik um 60.000 auf 2.389.000 gesunken, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse sank die Arbeitslosigkeit um 11.000 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren 151.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung belief sich im Oktober auf 3.367.000 Personen. Das waren 129.000 weniger als vor einem Jahr.
  • Nach wie vor unklar ist, wer die US-Notenbank Fed nach dem Ende der Amtszeit von Janet Yellen leiten wird. US-Präsident Donald Trump will am Nachmittag (Ortszeit) bekanntgeben, wen er für die Führung der Notenbank nominieren will. Yellens Vertrag, der im Februar 2018 ausläuft, soll nicht verlängert werden. Dem Vernehmen nach wird Trump als Yellen-Nachfolger die jetzigen Notenbankgouverneur Jerome Powell vorschlagen.
  • Die US-Notenbank hat am Vorabend das Leitzinsniveau erwartungsgemäß nicht angetastet und das den Entscheid begleitende Statement nur geringfügig verändert. Einen ausdrücklichen Hinweis auf eine Erhöhung der Leitzinsen im Dezember gab es nicht, die Tür dafür steht aber offen. Angesichts der als positiv beurteilten wirtschaftlichen Entwicklung halten die Notenbanker mehrheitlich graduelle Schritte weiterhin für angemessen.
Termine des Tages:
09:55 Uhr - DE: Arbeitslosenzahl Oktober
09:55 Uhr - DE: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober (endgültig)
10:00 Uhr - EWU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober (endgültig)
13:00 Uhr - GB: BoE-Zinsentscheid
13:30 Uhr - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
13:30 Uhr - US: Rede von Fed-Gouverneur Powell in New York

Weitere Informationen zu den im Newsflash genannten Themen und noch mehr aktuelle Nachrichten finden Sie in Echtzeit auf Guidants News. In Spitzenzeiten veröffentlicht Guidants News mehr als 100 Nachrichten pro Stunde. Damit Sie trotzdem den Überblick behalten, stehen Ihnen zahlreiche Filtermöglichkeiten zur Verfügung.