• EZB-Ratsmitglied Nowotny heizt Zinserhöhungs-Spekulationen an - EZB-Chefvolkswirt Praet dementiert
  • MDAX-Werte zeitweise stark unter Druck
  • Eurozone: Erstes Defizit in der Handelsbilanz seit langem
  • Porsche rechnet 2017 nur noch mit moderaten Zuwächsen
  • Französische Finanzstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Airbus
  • Großauftrag für Boeing von der US-Army
  • E.ON hat seine Kapitalerhöhung erfolgreich durchgeführt
  • Fraport hat 2016 trotz Terrorangst und Lufthansa-Streik Rekordgewinn erzielt

DAX

  • Am heutigen Hexensabbat ging es am deutschen Aktienmarkt bisher ungewöhnlich ruhig zu. Der Leitindex DAX startete im Zuge verhaltener Vorgaben der Börsen aus New York und Tokio etwas schwächer, holte die Verluste aber sukzessive auf und dreht schließlich leicht ins Plus. Der große Verfallstag für Futures und Optionen an der Terminbörse Eurex geht in der Regel mit einer ausgeprägten Volatilität einher. So versuchen Spekulanten, Kurse vor der Realisierung der Derivategeschäfte in eine bestimmte Richtung zu lenken. Einen zeitweiligen Höhenflug erfuhr der Euro, der am Vormittag bis an die Marke von 1,08 herankam, zuletzt aber wieder etwas zurückwich. Am Markt wurde die Stärke der Gemeinschaftswährung mit aktuellen Zinsdiskussionen in Zusammenhang gebracht.

Unternehmensnachrichten

  • Die Juwelierkette Tiffany & Co. hat im vierten Quartal einen leichten Gewinnrückgang auf 181 Mio. US-Dollar erlitten. Je Aktie verdiente Tiffany bereinigt 1,45 US-Dollar und schnitt damit besser ab als erwartet.
  • Der Hersteller von Daunenjacken Canada Goose hat den Börsengang in New York vollzogen. Das Unternehmen bekommt rund 107 Mio. US-Dollar in die Kasse gespült.
  • Dank starker Nachfrage nach seinen Clouddiensten hat Adobe Systems im ersten Quartal seine Erlöse um 20 Prozent auf 1,7 Mrd. US-Dollar gesteigert. Der Nettogewinn erhöhte sich um gut 50 Prozent auf 398 Mio. US-Dollar.
  • Uber will im Streit mit Google ein Gerichtsverfahren umgehen. Der Internetkonzern wirft dem Fahrdienstvermittler den den Diebstahl von Technologie vor. Ein Uber-Anwalt kündigte an, stattdessen eine Verhandlung vor einem Schiedsgericht zu beantragen.
  • AmTrust Financial Services teilte mit, dass seine Zahlenausweise seit 2014 korrigiert werden müssten. Einige Umsätze und Boni seien falsch verbucht worden.
  • Der Generikahersteller Stada hat seine mittelfristigen Wachstumsziele angehoben. Für 2019 sei ein bereinigter Umsatz von 2,65 bis 2,7 Mrd. Euro zu erwarten, teilte die Gesellschaft mit. Bisher waren rund 2,6 Mrd. Euro angepeilt worden. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll nun bei 570 bis 590 io. Euro liegen und nicht wie bisher angenommen bei rund 510 Mio. Euro. Beim bereinigten Konzerngewinn erhöhte Stada das Ziel von rund 250 auf 250 bis 270 Mio. Euro.
  • Einige MDAX-Werte sind kurz vor der Mittagsauktion zeitweise stark unter Druck geraten. Die Papiere erholten sich aber binnen kurzem wieder. Nach Einschätzung eines Börsianers kam es zu Fehlaufträgen, die platziert worden seien. Die seien wohl für die Mittagsauktion gedacht gewesen und zu früh gesendet worden.
  • Die VW-Tochter Porsche rechnet 2017 nur noch mit moderaten Zuwächsen bei den Auslieferungen und beim Umsatz. Das operative Ergebnis könnte der Prognose zufolge stagnieren, dies aber auf sehr hohem Niveau. Schon 2016 fielen die Steigerungen im Geschäftsvolumen der VW-Tochter schwächer aus als im Jahr zuvor.
  • Der Autokonzern Volkswagen hat im Februar weniger Autos verkauft als im Vorjahr. Die weltweiten Auslieferungen sanken um 0,9 Prozent auf rund 687.000 Fahrzeuge, wie VW mitteilte. Gründe waren vor allem sinkende Verkäufe in China, Brasilien und Westeuropa. Ein Plus gab es dagegen in den USA und Russland.
  • Die rund 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie sollen in zwei Stufen insgesamt vier Prozent mehr Geld erhalten. Darauf haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG Metall nach mehr als zehnstündigen Verhandlungen am frühen Freitagmorgen geeinigt. Die Tarifeinigung könnte die Stahlaktien in Bewegung bringen. Denn die jahrelang gebeutelte Traditionsbranche sieht derzeit wieder Anzeichen einer Erholung. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind zumeist gut gefüllt und die Stahlpreise sind im vergangenen Jahr zweistellig gestiegen.
  • Die französische Finanzstaatsanwaltschaft hat Vorermittlungen gegen Airbus wegen mutmaßlichen Betrugs aufgenommen. Es soll „Bestechung und Korruption" bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte von Airbus gegeben haben. Die Vorwürfe sollen im Zusammenhang mit Beratern einer „dritten Partei“ stehen. Zum selben Sachverhalt hat bereits die britische Anti-Korruptionsbehörde Serious Fraud Office (SFO) die Ermittlungen aufgenommen.
  • Der Zulieferer der Nutzfahrzeugindustrie SAF-Holland hat die Erwartungen für 2016 etwas verfehlt. Der Umsatz fiel um 1,8 Prozent auf 1,04 Mrd. Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank um 3,8 Prozent auf 90,4 Mio. Euro. Den Aktionären winkt für 2016 dennoch eine um vier Cent höhere Dividende von 0,44 Euro je Aktie.
  • Der Hersteller Boeing hat einen Auftrag von der US-Army über 268 Kampfhubschrauber im Wert von 3,4 Mrd. US-Dollar erhalten. Am Vortag waren die Pläne von Donald Trump für das neue Steuerjahr 2017/2018, das am 1. Oktober beginnt, bekannt geworden. Demnach will er den Rüstungsetat um zehn Prozent ausweiten. Das entspräche einer Summe von 54 Milliarden Dollar. Die Vorschläge können im parlamentarischen Prozess jedoch noch deutlich abgeändert werden.
  • Der Energieversorger E.ON hat seine Kapitalerhöhung durchgeführt und nach Platzierung von rund 200 Mio. neuen Aktien nun etwa 1,35 Mrd. Euro eingesammelt. Dies teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Die Aktien wurden in einem beschleunigten Platzierungsverfahren ausgegeben. E.ON will das frische Kapital für die Zahlung an den staatlichen Atomfonds einsetzen.
  • Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat im vergangenen Jahr trotz Terrorangst und Lufthansa-Streik einen Rekordgewinn eingefahren. Das operative Ergebnis stieg um rund 24 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro, der Überschuss um 36 Prozent auf 375 Mio. Euro. Einen beträchtlichen Teil dazu haben Sondererlöse beigetragen. So gab es eine Entschädigung von knapp 200 Mio. Euro für ein fehlgeschlagenes Terminalprojekt auf den Philippinen, zudem wurden knapp 11 Prozent der Anteile am Flughafen in St.Petersburg für rund 40 Mio. Euro verkauft. Die Dividende soll um 15 Cent auf 1,50 Euro steigen. Im laufenden Jahr wird erneut ein operativer Gewinn von rund eine Mrd. Euro angepeilt.
  • Die Deutsche Bank plant Änderungen im Aufsichtsrat. So soll Gerhard Eschelbeck, Sicherheitschef von Google in das Gremium einziehen. Mit Alexander Schütz gibt es zudem künftig einen Vertreter des neuen chinesischen Großaktionärs HNA. „Wir freuen uns, dass ein weiterer Ankerinvestor auf den langfristigen Erfolg der Deutschen Bank setzt", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner.
  • Laut Kreisen steht der Finanzinvestor KKR steht kurz vor der Übernahme des US-Versicherers USI Insurance Services für rund 2 Mrd. US-Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
  • Nintendo will laut einem Bericht des "Wall Street Journals" die Produktion der neuen Spielekonsole Switch im Vergleich zu vorherigen Planungen verdoppeln und jetzt im kommenden Geschäftsjahr 16 Mio. Geräte bauen.
  • Der italienische Energiekonzern Enel hat 2016 einen Gewinnsprung um 17 Prozent auf 2,57 mrd. Euro erzielt. Wegen negativer Währungseffekte und geringerer Verkäufe von Strom sank der Umsatz aber um 7 Prozent auf 70,6 Mrd. Euro gesunken. Den Aktionären winkt eine Dividende von 18 Cent je Aktie.

Konjunktur & Politik

  • Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren in den USA ist im Februar um 0,6 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das Forschungsinstitut Conference Board mit. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Im Januar hatte der Indikator ebenfalls in dieser Höhe zugelegt.
  • Die US-Industrie hat im Februar auf dem Niveau des Vormonat produziert. Experten hatten einen Anstieg des Ausstoßes um 0,3 Prozent zum Vormonat erwartet. Der Rückgang im Vormonat fiel jedoch etwas schwächer aus als zunächst ermittelt. Nach revidierten Daten beträgt er 0,1 Prozent und nicht 0,3 Prozent. Die Auslastung erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 75,4 Prozent.
  • In der Handelsbilanz des Euroraums ist im Januar auf unbereinigter Basis erstmals seit drei Jahren wieder ein Defizit ausgewiesen worden. Laut Eurostat betrug die Differenz zwischen Ex- und Importen unbereinigt minus 0,6 Mrd. Euro. Saisonbereinigt weist die Handelsbilanz dagegen einen deutlichen Exportüberschuss von 15,7 Mrd. Euro aus.
  • Könnte eine straffere Zins- und Geldpolitik in der Eurozone möglicherweise doch schneller kommen als bisher gedacht? Die gestiegene Inflationsrate und positive Konjunkturdaten haben Spekulationen genährt, die EZB könnte ihre massive geldpolitische Konjunkturhilfe im Jahresverlauf zurückfahren. Nun hat das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny Hinweise geliefert, dass die Notenbank die Leitzinsen erhöhen könnte, bevor sie ihr Kaufprogramm für Anleihen beendet hat. Es gebe das amerikanische Modell, zuerst die Anleihekäufe zu beenden. „Ob sich dieses Modell eins-zu-eins auf Europa übertragen lässt, muss man dann im konkreten Fall diskutieren", sagte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny dem Handelsblatt. Es sei auch nicht so, dass alle Zinsen gleichzeitig und im selben Umfang erhöht werden müssten. „Die EZB könnte auch den Einlagenzins früher erhöhen als den Leitzins", so Nowotny. EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hat baldigen Zinserhöhungen im Euroraum eine klare Absage erteilt. Er könne nur die EZB-Stellungnahme im Anschluss an die jüngste Zinsentscheidung wiederholen, „die sehr klar bezüglich des Ablaufs sei und eine starke logische Basis habe“, sagte Praet zu Bloomberg. Die EZB-Stellungnahme lautet: "Wir gehen weiterhin davon aus, dass sie (die Leitzinsen) für längere Zeit und weit über den Zeithorizont unserer Wertpapierkäufe hinaus auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden."
Termine des Tages: Dreifacher Verfallstermin an den Terminbörsen (Hexensabbat)
11:00 Uhr - EWU: Außenhandel Januar
14:15 Uhr - US: Industrieproduktion Februar
14:15 Uhr - US: Kapazitätsauslastung Februar
15:00 Uhr - US: Index der Frühindikatoren Februar
15:00 Uhr - US: Konsumklima Uni Michigan März (vorläufig)

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