Der Mai verlief für Anleger, die im deutschen Leitindex DAX investiert waren, wenig erfreulich. Um ganze fünf Prozent ging es im Börsenbarometer nach unten. Damit bewahrheitete sich, dass mit dem Mai die saisonale schwierige Phase des Börsenjahres begonnen hat. Im Sommerhalbjahr fällt die Performance an den Aktienmärkten im langjährigen Durchschnitt deutlich schwächer aus als im Winterhalbjahr (siehe: Was Trader über den Juni wissen müssen).

    Der Gebert-Indikator ist langfristig einer der zuverlässigsten Signalgeber für die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes. Wer sich in den vergangenen Jahrzehnten an seine Signale gehalten hat, konnte eine deutliche Outperformance gegenüber einem Anleger erzielen, der einfach dauerhaft im DAX investiert war (siehe auch: Gebert-Indikator: So funktioniert das Signalsystem für den DAX).

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    Die langfristige Outperformance bedeutet aber natürlich nicht, dass der Gebert-Indikator in jedem Monat eine zuverlässige Prognose liefert. Im Mai etwa war der Gebert-Indikator den Anlegern keine große Hilfe. Zwar sank der Gebert-Indikator von drei Zählern im April auf nur noch zwei Punkte im Mai. Doch nach den Regeln des Gebert-Systems bedeutet ein Stand von zwei Punkten, dass Anleger ihre bisherige Positionierung (in diesem Fall eine Long-Position) beibehalten.

    Der aktuelle Stand des Gebert-Indikators

    Im Juni verharrt der Gebert-Indikator bei zwei Punkten. Damit wird nach den Regeln des Systems auch im Juni die bisherige Positionierung (Long-Position im DAX) beibehalten.

    Aktuell stellen sich die Teilindikatoren folgendermaßen dar:

    • Leitzins: Da die letzte Zinsveränderung der EZB eine Leitzinssenkung war (bereits im Jahr 2016), gibt es für dieses Kriterium weiterhin einen Punkt.
    • Inflationsrate: Die HCPI-Inflationsrate für die Eurozone lag im April (dem letzten Monat, für den endgültige Daten vorliegen) bei 1,7 Prozent und damit höher als ein Jahr zuvor (1,2 Prozent). Damit gibt es für die Inflationsrate weiterhin keinen Punkt.
    • EUR/USD-Wechselkurs: Der Euro-Dollar-Wechselkurs lag Ende Mai 2019 bei 1,1167 und damit tiefer als ein Jahr zuvor (1,1692). Damit gibt es für das Wechselkurskriterium des Gebert-Indikators weiterhin einen Punkt.
    • Saisonalität: Da wir uns nicht im Zeitraum zwischen 1. November und 30. April befinden, gibt es für den Teilindikator Saisonalität weiterhin keinen Punkt.

    Derzeit liefern also nur das Leitzins- sowie das Wechselkurskriterium einen Punkt. Damit der Gebert-Indikator ein frisches Verkaufssignal erzeugt, müsste der Punktestand auf einen oder auf null Punkte sinken. Da eine Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) kurzfristig ausgeschlossen ist, kann der Punktestand in den kommenden Monaten nur sinken, wenn das Wechselkurskriterium keinen Punkt mehr liefert. Dazu müsste der Euro allerdings auf mehr als 1,16 US-Dollar zulegen, denn über diesem Niveau notierte die europäische Gemeinschaftswährung ein Jahr zuvor. Kommt es nicht zu einer solchen Aufwertung des Euros, dürfte es in den kommenden Monaten bei mindestens zwei Punkten im Gebert-Indikator bleiben.

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