DAX

    Relativ unbeeindruckt von den aktuellen Terrorsorgen hat sich der Deutsche Leitindex vergangene Woche um rund vier Prozent über die Marke von 11.100 Punkten auf das Niveau von Mitte August gemausert. Heute setzte der Index etwas von seinem erreichten Niveau zurück. Bis zur Mittagszeit gab der DAX um 0,37 Prozent auf 11.079 Punkte nach. Sorgen bereiten den Investoren laut Analysten die immer weiter fallenden Rohstoffpreise. Ein neues Mehrjahres-Tief beim Kupfer und der anhaltende Druck auf die Rohölpreise dürfte die Frage über die Dynamik der internationalen Konjunktur im vierten Quartal erneut aufwerfen, kommentierte der Broker CMC Markets. Die neuen und revidierten Wachstumsdaten für Deutschland und die USA, die in dieser Woche veröffentlicht werden, könnten den Märkten auch deshalb dringend benötigte Impulse einhauchen.

    Charttechnik

    Der Deutsche Aktienindex zeigt sich heute zwar leicht schwächer, wird aber immer noch innerhalb der Range zwischen 11.150 und 11.050 Punkten gehandelt. Ein Stoppfischen auf beiden Seiten muss im heutigen Tagesverlauf eingeplant werden. Erst wenn die Range nachhaltig verlassen werden kann, läge ein neuer Impuls vor und die nächsten Ziele werden aktiviert. Auf der Unterseite liegt eine weitere Unterstützung bei 10.990/80 Punkten und nach oben hin ließe sich bei 11.275 Punkten ein nächster Widerstand ausmachen.

    Aktien im Blick

    RWE geben aktuell 5,18 % ab. Der Energiekonzern sucht laut CEO Terium derzeit vergeblich nach Geldgebern für seine Investitionen zur Ankurbelung des Wachstums. Unter den Anlegern kamen nach diesen Worten Sorgen um eine Kapitalerhöhung auf.

    Amerikanische Umweltbehörden haben weitere Autos von Volkswagen ins Visier genommen. Die Vorzüge verbilligen sich zur Stunde um 0,92 %.

    Wincor Nixdorf steht kurz vor dem Zusammenschluss mit dem US-Konkurrenten Diebold, die Aktie steigt um 5,39 %. Die Amerikaner bieten 38,98 Euro in bar sowie 0,434 Diebold-Anteile für jede Aktie des MDax-Konzerns.

    Konjunktur

    Der Einkaufsmanagerindex Composite für die Eurozone stieg im November auf 54,4 Punkte, nach 53,9 Punkten im Vormonat, wie das Forschungsinstitut Markit mitteilte. Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf 54,0 Punkte erwartet. Starke Stimmungsdaten kamen aus Deutschland. In der Industrie und im Bereich Dienstleistungen haben sich die Stimmungswerte jeweils überraschend deutliche verbessert.

    Die Elektrobranche erzielte im September Rekordausfuhren - trotz schwächerer Geschäfte mit China und anderen Schwellenländern. „Mit 15,1 Milliarden Euro konnten die Exporte nicht nur ihr Vorjahresniveau um 4,0 Prozent übertreffen, sondern auch den höchsten jemals in einem Monat erzielten Ausfuhrwert verbuchen", sagte der Chefvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Andreas Gontermann. Damit erhöhten sich die Ausfuhren der Elektroindustrie in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Prozent auf 128,4 Milliarden Euro

    Die Analysten von Goldman Sachs gehen derzeit davon aus, dass die Fed den Leitzins im kommenden Jahr um insgesamt 100 Basispunkte anheben wird.

    Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erwartet im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent, nach 1,75 Prozent in diesem Jahr.

    Der TÜV Nord hat schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung erhoben. Im VW-Abgas-Skandal streitet der TÜV-Nord-Chef Rettig Fehler vehement ab. Schuld an den unentdeckten Manipulationen sei allein der Gesetzgeber: Der habe den Prüfern genauere Test untersagt, sagte Rettig im Interview mit der „Welt".

    Währungen

    Das Währungspaar EUR/USD setzt seine jüngste Talfahrt fort und hat bei 1,0599 ein frisches Siebenmonatstief erreicht. Den Euro belastet nach entsprechenden Kommentaren von EZB-Präsident Draghi die Erwartung, dass die EZB im Dezember ihre Geldpolitik weiter lockern wird. Die US-Notenbank Fed könnte bei ihrem nächsten Treffen am 15./16. Dezember hingegen den Leitzins erstmals seit der Finanzkrise anheben.

    GBP/USD notierte bislang bei 1,5138 im Tief, während USD/JPY bislang in der Spitze bei 123,26 gehandelt wurde. USD/CAD legt zu Wochenbeginn im Verbund mit den Gewinnen des US-Dollars auf breiter Basis zu, wobei das Währungspaar seinem am 29. September 2015 erreichten Elfjahreshoch bei 1,3457 entgegenstrebt.

    Rohstoffe

    Der Kupferpreis ist am Montag um bis zu 3 Prozent auf zeitweise 4.444 US-Dollar je Tonne gesunken. Das war der tiefste Wert seit sechseinhalb Jahren.

    Die Ölpreise sind wegen des starken US-Dollars mit Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zum Auftakt 43,86 US-Dollar. Das waren 80 Cent weniger als am Freitag. Im Mittagshandel zeigt sich die Notierung kaum verändert. Der Preis für ein Fass der US-Referenzssorte WTI tendiert aktuell ebenfalls deutlich schwächer (-2,50 %) bei 40,51 Dollar. Die beiden Rohölsorten notieren damit nur knapp über ihren vergangene Woche verzeichneten Drei-Monatstiefs.